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Nachrichten

Mittwoch, 8. November 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch.

WASHINGTON: Bei den Kongresswahlen in den USA haben die Republikaner von Präsident George W. Bush eine empfindliche Niederlage hinnehmen müssen. Die oppositionellen Demokraten eroberten nach 12 Jahren wieder die Mehrheit im Repräsentantenhaus. Im Senat verloren die Republikaner nach dem jüngsten Stand der Auszählung mindestens vier Sitze an die Demokraten. Ob diese den für eine Mehrheit benötigten Zugewinn von zwei weiteren Sitzen schaffen, ist noch unklar. Insgesamt standen 33 der 100 Senatssitze zur Wahl. In einer ersten Reaktion forderte der Fraktionsvorsitzende der Demokraten im Senat, Harry Reid, einen Kurswechsel im Irak. Bush äußerte sich enttäuscht über den Wahlausgang.

MANAGUA: Der ehemalige Revolutionsführer Daniel Ortega hat die Präsidentenwahl in Nicaragua für sich entschieden. Auf ihn entfielen rund 38 Prozent der Stimmen. Ortegas konservativer Rivale Eduardo Montealegre kam auf 29 Prozent. Ortega war bereits von 1979 bis '90 Staatschef des mittelamerikanischen Landes. Die USA kündigten an, ihre künftige Zusammenarbeit mit Nicaragua hänge davon ab, inwieweit sich die neue Führung des Landes der Demokratie verpflichtet fühle.

GAZA-STADT: Bei israelischen Angriffen sind nach palästinensischen Angaben mindestens 23 Palästinenser getötet worden. Im nördlichen Gazastreifen seien mindestens 18 Zivilisten zu Tode gekommen, darunter auch Frauen und Kinder, hieß es. Bei einem Einsatz im Westjordanland erschossen Soldaten den Angaben zufolge vier militante Palästinenser und einen Zivilisten. Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas verurteilte die Angriffe als schreckliches Massaker. Angesichts der Vorfälle verschob Ministerpräsident Ismail Hanija weitere Gespräche über eine gemeinsame Palästinenser-Regierung von Hamas und Fatah. Der israelische Verteidigungsminister Amir Perez ordnete einen zeitweiligen Stopp der Artillerieangriffe im Gazastreifen an.

ISLAMABAD: Bei einem Selbstmord-Anschlag auf das zentrale Ausbildungslager der pakistanischen Armee sind nach Angaben der Regierung mindestens 35 Rekruten getötet und etwa 20 verletzt worden. Die Militärführung bezeichnete den Anschlag als terroristischen Akt. Der Vorfall ereignete sich in Dargai, etwa 100 Kilometer nördlich von Peschawar, im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet. Die Region gilt als Hochburg der fundamentalistischen Bewegung für die Erzwingung des Islamischen Rechts. Die Gruppierung hatte nach der Militäraktion gegen eine islamische Schule, bei der Ende Oktober 80 Menschen getötet wurden, mit Anschlägen gegen die Armee gedroht.

BRÜSSEL: Die EU-Kommission legt an diesem Mittwoch offiziell ihren so genannten Fortschrittsbericht zu den Beitrittsverhandlungen mit der Türkei vor. Wie bereits vorab bekannt wurde, übt EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn darin heftige Kritik an den nachlassenden Reformbemühungen der türkischen Regierung. Ankara müsse erhebliche Anstrengungen unternehmen, um sich demokratischen und rechtstaatlichen Standards der Europäischen Union anzunähern, wird aus dem Bericht zitiert. In einem weiteren zentralen Kritikpunkt geht es um die türkische Blockade des griechischen Teils der Insel Zypern. Bundeskanzlerin Angela Merkel warnte davor, wegen des Zypern-Problems den Streit um den EU-Beitritt der Türkei eskalieren zu lassen.

BERLIN: Das Bundeskabinett ist in Berlin zusammengekommen, um über die geplante Verlängerung des Bosnien-Einsatzes der Bundeswehr zu beraten. Derzeit umfasst das deutsche Kontingent etwa 850 Soldaten, die allerdings nach und nach abgezogen werden sollen. Außerdem beschäftigt sich die Ministerrunde mit der so genannten Hightech- Strategie 2010. Darin sollen Maßnahmen zur Technologie-Förderung gebündelt und damit die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen verbessert werden.

WOLFSBURG: Inmitten der Sanierung von Volkswagen kommt es völlig überraschend zu einem Führungswechsel bei Europas größtem Autobauer. Wie der VW-Konzern in Wolfsburg mitteilte, räumt Vorstandschef Bernd Pischetsrieder seinen Posten zum 31. Dezember. Nachfolger soll der bisherige Chef der VW-Tochter Audi, Martin Winterkorn, werden. Über die Hintergründe der Entscheidung wurde nichts mitgeteilt. Es hieß lediglich, die Trennung von Pischetsrieder sei 'einvernehmlich' erfolgt. - Der 58-Jährige stand bei Volkswagen bereits länger unter Druck. Die Marke VW kämpft mit Ertragsproblemen, die das Kerngeschäft des Konzerns im vergangenen Jahr an den Rand der roten Zahlen brachten.

MÜNCHEN: Die Deutsche Bahn will nach Presse-Informationen international stark expandieren. Wie die 'Süddeutsche Zeitung' erfuhr, plant Konzernchef Hartmut Mehdorn unter anderem den Kauf staatlicher Eisenbahngesellschaften in Osteuropa. Ziel sei es, die Deutsche Bahn als -so wörtlich- 'europäischen Champion im Verkehrsmarkt' zu etablieren. Insgesamt wolle das Unternehmen in den kommenden fünf Jahren bis zu 12-einhalb Milliarden Euro investieren. Fehlende Mittel sollten aus dem geplanten Börsengang kommen, heißt es in einem Schreiben Mehdorns an mehrere Bundestagsabgeordnete.

ROM: Italiens größter privater Medienkonzern Mediaset hat nun auch offiziell sein Interesse am Kauf der deutschen Senderkette ProSiebenSat.1 angemeldet. Das teilte die von der Familie des italienischen Ex-Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi kontrollierte Mediaset-Gruppe nach einer Aufsichtsratssitzung mit. Die Mehrheit an ProsiebenSat1 hält derzeit die Beteiligungsgruppe German Media Partners um den US-Milliardär Haim Saban. Sie will sich dem Vernehmen nach zum Jahresende von den Anteilen trennen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Nach Auflösung örtlicher Nebelfelder häufig sonnig. Im Nordwesten aufziehende Wolken, abends Regen. Tagestemperaturen neun bis 17 Grad, im Dauernebel maximal 6 Grad.

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