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Nachrichten

Mittwoch, 8. Juli 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

ROM: Am Abend vor dem G8-Gipfel von L'Aquila haben sich maskierte Demonstranten im Zentrum der italienischen Hauptstadt Straßenschlachten mit der Polizei geliefert. 38 Menschen wurden festgenommen. Andernorts protestierten mehrere hundert Globalisierungskritiker in Rom friedlich gegen das Gipfeltreffen der größten Industriestaaten. In dem schwer erdbebengeschädigten L'Aquila beginnt die Tagung an diesem Mittwoch unter massiven Sicherheitsvorkehrungen. Die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industriestaaten und Russlands wollen bis Freitag über die wichtigsten globalen Probleme beraten. Im Zentrum stehen der Klimawandel, der Hunger auf der Welt sowie die Finanz- und Wirtschaftskrise.

ROM: Bei den Vorverhandlungen über den Klimaschutz haben die Schwellenländer nach Rundfunkberichten wichtige Zugeständnisse gemacht. Auch Staaten wie China und Indien hätten jetzt anerkannt, dass der durchschnittliche Temperaturanstieg weltweit zwei Grad nicht überschreiten dürfe, bestätigte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel der ARD in Rom. Die Schwellenländer hätten im Vorfeld des G8-Gipfels in Italien außerdem im Prinzip akzeptiert, auch selbst den Ausstoß von Treibhausgasen wesentlich zu reduzieren.

ROM/ URUMQI: Der chinesische Präsident Hu Jintao hat seine Teilnahme am G8-Gipfel wegen der blutigen Unruhen in der Uiguren-Provinz Xinjiang abgesagt. Hu habe seinen Italien-Aufenthalt abgebrochen und sei nach China zurückgeflogen, bestätigte das Außenministerium in Peking. In Xinjiang wurden die Sicherheitsvorkehrungen massiv verstärkt. Ungeachtet des Großaufgebots tausender Soldaten und Polizisten zogen laut Korrespondentenberichten in der Provinzhauptstadt Urumqi wieder mehrere hundert mit Stöcken und Steinen bewaffnete Uiguren auf die Straße. In der Staats- und Parteipresse wurden die Racheakte von Muslimen und Han-Chinesen verurteilt. Gefordert wird die Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung. --- Wie die Tibeter fühlt sich auch die Minderheit der Uiguren von den dominierenden Han-Chinesen diskriminiert und benachteiligt.

JAKARTA: Bei der Präsidentenwahl in Indonesien zeichnet sich ein hoher Sieg des Amtsinhabers Susilo Bambang Yudhoyono ab, der vermutlich nicht in die Stichwahl muss. Wählerbefragungen und erste Auszählungen sehen Yudhoyono bei Werten um 60 Prozent der Stimmen. Er hatte von vornherein als klarer Favorit gegen seinen Vizepräsidenten Jusuf Kalla und die frühere Präsidentin Megawati Sukarnoputri gegolten. Diese sind laut Prognosen weit abgeschlagen.

MANILA: Die Hilfsorganisationen der Vereinten Nationen haben angesichts der jüngsten Anschlagsserie die gesamte Lebensmittelverteilung im Süden der Philippinen ausgesetzt. Alle Einsätze auf Mindanao seien gestoppt worden, teilte eine Sprecherin des Welternährungsprogramms (WFP) mit. Die UN hatten seit knapp einem Jahr zum Teil auch in Lagern mehr als eine halbe Million Menschen versorgt, die durch die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Muslim-Rebellen in Not geraten sind.

KARLSRUHE: Der mutmaßliche NS-Kriegsverbrecher John Demjanjuk ist mit einer Verfassungsbeschwerde gegen seine Abschiebung aus den USA nach Deutschland gescheitert. Das entschied das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Der 89-Jährige habe keine Grundrechtsverletzungen geltend machen können, so die Richter. Mitte Mai war Demjanjuk nach monatelangem juristischen Tauziehen nach Deutschland überstellt worden. Die Staatsanwaltschaft München wirft ihm vor, im Zweiten Weltkrieg als Wachmann im Vernichtungslager Sobibor im besetzten Polen Beihilfe zum Mord an mindestens 29.000 Juden geleistet zu haben.

NAIROBI: Somalische Piraten haben im Golf von Aden einen türkischen Frachter entführt. Dies teilten die Reederei und die Seefahrtsbehörden in Kenia mit. Das mit Sulfat beladene Schiff war mit 23 Mann Besatzung unterwegs nach Jordanien.

BUENOS AIRES: Die argentinische Präsidentin Cristina Kirchner hat mit einer Umbildung ihrer Regierung auf die jüngste Niederlage bei den Kongresswahlen reagiert. Entlassen wurden der angesehene Kabinettschef Sergio Massa sowie Wirtschaftsminister Carlos Fernández. Zum neuen Kabinettschef wird der bisherige Justizminister Aníbal Fernández ernannt, der als enger Gefolgsmann Kirchners gilt. Das Wirtschaftsressort übernimmt mit Amado Boudou der bisherige Chef der staatlichen Rentenversicherung. Nach der Wahl hatte die Präsidentin eine Regierungsumbildung noch ausgeschlossen. Die Opposition sprach von einer "Schönheitsoperation", die keinen Kurswechsel erkennen lasse.

LOS ANGELES: Mit einem der größten Medienereignisse der Popkultur haben sich Freunde und Fans von Michael Jackson verabschiedet. Die Trauerfeier für den US-Musiker wurde aus dem "Staples Center" in Los Angeles über Fernsehen und Internet weltweit verbreitet. Soulstar Smokey Robinson verlas zum Auftakt Würdigungen von Nelson Mandela und weiteren Freunden des Verstorbenen. Anschließend erwiesen Geschwister und Weggefährten dem Popstar die letzte Ehre, darunter Mariah Carey, Lionel Richie und Brooke Shields.

SAN FRANCISCO: Der US-Internetkonzern Google will ein eigenes Computer-Betriebssystem auf den Markt bringen. Die Einführung sei für die zweite Jahreshälfte 2010 geplant, teilte der Konzern aus dem kalifornischen Mountain View mit. Das neue System mit dem Namen Google Chrome OS soll zunächst auf Netbooks zugeschnitten sein, die seit einiger Zeit besonders erfolgreichen Mini-Laptops. Google geht damit in Konkurrenz zum Betriebssystem Windows, dem Kerngeschäft des US-Software-Giganten Microsoft. Windows ist seit langem das weltweit dominierende Computer-Betriebssystem mit einem Marktanteil von etwa 90 Prozent.

ZUM RADSPORT: Lance Armstrong hat bei der Tour de France die Rückkehr ins Gelbe Trikot nur äußerst knapp verpasst. Beim Sieg seines Astana-Teams im Mannschaftszeitfahren von Montpellier fehlten dem Amerikaner zwei Zehntelsekunden zum Sprung an die Spitze. Armstrong liegt nun zeitgleich mit dem Gesamtführenden Fabian Cancellara aus der Schweiz auf Platz zwei.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Westen viele Wolken und teils kräftiger Regen mit Gewittern. Sonst zunächst heiter, später aber im ganzen Land wolkiger und gebietsweise Schauer. Höchstwerte bei 14 bis 21 Grad.

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