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Nachrichten

Mittwoch, 7. Oktober 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

WASHINGTON: Die oppositionellen US-Republikaner drängen Präsident Barack Obama zu einer schnellen Entscheidung über eine Truppenverstärkung in Afghanistan. Obama müsse so schnell wie möglich der Forderung von General Stanley McChrystal nach der Entsendung von 40.000 zusätzlichen Soldaten nachkommen, sagte Senator John McCain nach einem Treffen von Kongressabgeordneten mit Obama im Weißen Haus. Obama sagte, es gehe angesichts des Wiedererstarkens der radikal-islamischen Taliban vornehmlich um die richtige Kampfstrategie. Er wolle aber die Afghanistan-Mission nicht zu einer reinen Verfolgung von Terroristen machen. - Die USA haben im achten Jahr des Afghanistan-Krieges gut 60.000 Soldaten im Einsatz. Dazu kommen noch einmal 35.000 Soldaten aus NATO-Staaten, darunter 4.000 deutsche.

RANGUN: In Birma ist die unter Hausarrest stehende Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi zum zweiten Mal innerhalb einer Woche mit einem Vertreter der Militärjunta zusammengetroffen. Dies wurde aus Regierungskreisen bestätigt. Die Friedensnobelpreisträgerin hatte jüngst überraschend in einem Brief an Junta-Chef Than Shwe Vorschläge unterbreitet, wie die Aufhebung der internationalen Sanktionen gegen Birma erreicht werden könnte.

BRÜSSEL: Die Spitzen der Europäische Union kommen an diesem Mittwoch mit dem tschechischen Ministerpräsidenten Jan Fischer zusammen, um die Chancen für eine baldige Ratifizierung des EU-Reformvertrages zu beraten. An dem Gespräch nehmen der schwedische Regierungschef und EU-Ratsvorsitzende Fredrik Reinfeldt, EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso und der Präsident des Europaparlaments, Jerzy Buzek teil. Der europaskeptische Prager Präsident Vaclav Klaus verweigert bislang seine Unterschrift, weil er ein neues Urteil des tschechischen Verfassungsgerichtes abwarten will. - Nach dem Ja der Iren zu dem Reformvertrag ist Tschechien das einzige Mitgliedsland, dessen Ratifizierung noch fraglich ist. Der Vertrag bedarf aber der Zustimmung aller 27 EU-Staaten, um in Kraft treten zu können.

FRANKFURT AM MAIN: Die deutsche Finanzbranche will aus der Insolvenzmasse der Pleite gegangenen US-Investmentbank Lehman Brothers laut Presseberichten insgesamt rund 50 Milliarden Dollar zurück. Das Düsseldorfer "Handelsblatt" beruft sich auf Aufstellungen des Forderungsverwalters Epiq Systems. Die Forderungen stellten demnach nicht nur Finanzinstitute selbst, sondern auch der Bundesverband Deutscher Banken (BdB) und die Deutsche Bundesbank. Die Chancen dafür werden allgemein als gering eingeschätzt. --- Lehman Brothers hatte im September 2008 Insolvenz angemeldet und gilt damit als letzter wichtiger Auslöser der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise. Die Schulden des Pleiteinstituts sollen sich laut "Handelsblatt" seinerzeit auf 613 Milliarden Dollar belaufen haben.

BONN: Millionen Kassenpatienten drohen wegen eines Finanzlochs von knapp 7,5 Milliarden Euro bei der Krankenversicherung Zusatzbeiträge. Dies geht aus der offiziellen Schätzung von Kassen und Regierung hervor. Grund für den Fehlbetrag sind demnach die geringeren Einnahmen infolge der Wirtschaftskrise sowie andererseits die steigenden Ausgaben für Arzthonorare, Klinikaufenthalte und Medikamente. Die Kassen forderten von der neuen Bundesregierung ein Sparpaket. Verbandschefin Doris Pfeiffer verlangte, entweder den Beitragssatz von derzeit 14,9 Prozent anzuheben oder den Steuerzuschuss zu erhöhen. Andernfalls müssten zahlreiche Krankenkassen 2010 Zusatzbeiträge erheben. --- Bei den Berliner Koalitionsverhandlungen geht es an diesem Mittwoch auch um den Gesundheitsfonds, dessen komplette Abschaffung die FDP anstrebt.

ROM: Im Prozess gegen den ehemaligen Vorsitzenden der deutschen Hilfsorganisation Cap Anamur, Elias Bierdel, in Italien wird an diesem Mittwoch das Urteil erwartet. Die Staatsanwaltschaft im sizilianischen Agrigent wirft Bierdel und dem Kapitän der "Cap Anamur II" Beihilfe zur illegalen Einwanderung in einem besonders schweren Fall vor. Die Männer hatten im Sommer 2004 afrikanische Bootsflüchtlinge geborgen und gegen den Willen Italiens in Sizilien an Land gebracht. Italien argumentiert, die Flüchtlinge hätten nach Malta gebracht werden müssen, da sie in dessen Hoheitsgewässern gerettet worden seien. Die Anklage fordert jeweils vier Jahre Haft ohne Bewährung sowie eine Geldstrafe von 400.000 Euro. --- Die Organisation Cap Anamur war 1979 vom Journalisten Rupert Neudeck gegründet worden. Bekannt wurde sie vor allem in den 80er Jahren durch die Rettung tausender Vietnam-Flüchtlinge im Südchinesischen Meer.

MÜNCHEN: Zwei Monate vor dem Weltklimagipfel hat die Internationale Energieagentur die Industriestaaten ermahnt, noch mehr für den Klimaschutz zu tun. Die USA und Europa müssten ihre Kohlendioxid-Emissionen bis 2020 deutlich stärker reduzieren als derzeit geplant, sagte der Chefökonom der in Paris ansässigen Agentur, Fatih Birol, der "Süddeutschen Zeitung". Die Entwicklung in China sieht Birol dagegen auf gutem Weg. Zur Begründung verwies er auf die Konzepte Pekings, Strom aus erneuerbaren Quellen sowie aus Atomkraft zu gewinnen und Effizienzstandards zu verschärfen. Das Land könnte 2020 zum Spitzenreiter im internationalen Klimaschutz werden, ergänzte Birol.

KAMPALA: In Uganda ist der somalische Verteidigungsminister Yusuf Mohammed Siad vorübergehend festgenommen worden. Die Sicherheitskräfte hätten die Festnahme damit begründet, dass Siad seine private Reise den ugandischen Behörden nicht gemeldet habe, berichtet der britische Rundfunksender BBC. Er sei daher für eine Befragung festgehalten worden. Zuvor war sogar von einer Entführung Siads die Rede gewesen. - Uganda stellt rund die Hälfte der Friedenssoldaten der Afrikanischen Union in Somalia. - Das ostafrikanische Somalia hat seit dem Sturz des Diktators Siad Barre 1991 keine funktionierende Regierung mehr. Seit Jahren herrscht ein Bürgerkrieg zwischen rivalisierenden islamistischen Milizen.

TOKIO: Mit schweren Regenfällen und Windgeschwindigkeiten von über 200 Stundenkilometern steuert der Taifun "Melor" auf die japanische Hauptinsel Honshu zu. Dabei richtete er nach Behördenangaben auf mehreren entlegenen Inseln im Südwesten des Landes erste Schäden an. -Meteorologen warnten vor kräftigen Böen, Starkregen und hohen Wellen im mittleren und südlichen Teil Japans. --- Im August waren in Japan durch den Taifun "Etau" 25 Menschen ums Leben gekommen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Südlich des Mains teils heiter, sonst bewölkt und regnerisch. Maximal 16 bis 28 Grad.

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