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Nachrichten

Mittwoch, 7. November 2007

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

TIFLIS: Trotz eines massiven Polizeieinsatzes hält die Opposition in Georgien an ihrem Dauerprotest gegen die Regierung fest. In der Hauptstadt Tiflis ging die Polizei mit Wasserkanonen und Tränengas gegen mehr als tausend Demonstranten vor, die den Rücktritt von Präsident Michail Saakaschwili forderten. Bereits am Morgen hatten Einsatzkräfte mehr als 100 Demonstranten vertrieben, die die ganze Nacht vor dem Parlamentsgebäude ausgeharrt hatten. Wenige Stunden später kehrten die Menschen jedoch zurück, unterstützt von etlichen weiteren Demonstranten. Die Proteste gegen die Regierung halten bereits seit knapp einer Woche an. Seine Gegner legen Saakaschwili eine verfehlte Wirtschaftspolitik und Amtsmissbrauch zur Last. Der Präsident hatte seinen Gegnern vorgeworfen, sie würden von Kräften aus Russland unterstützt.

KABUL: Nach dem bislang schwersten Selbstmordanschlag in Afghanistan gedenkt das Land mit einer dreitägigen Staatstrauer der Opfer. Nach Angaben des Provinz-Gouverneurs Mohammed Alam Ischaaksai wurden bei dem Attentat am Dienstag im vergleichsweise ruhigen Nordafghanistan 41 Menschen getötet und 81 verletzt. Bei den Toten und Verwundeten handele es sind zumeist um Kinder, sagte ein Arzt eines Krankenhauses in Baghlan, wo sich der Anschlag auf eine Delegation von Parlamentariern ereignete. Die Abgeordneten besuchten eine von Deutschland geförderte Zuckerfabrik. Dort wurden sie von einer Kindergruppe begrüßt.

ISLAMABAD: In Pakistan will die Polizei eine für Freitag geplante Kundgebung der früheren Regierungschefin Benazir Bhutto verhindern. Es werde alles getan, um das Versammlungsverbot durchzusetzen, hieß es. Ungeachtet der Ankündigung erklärten ranghohe Funktionäre von Bhuttos Partei, man werde an der geplanten Versammlung festhalten. Unterdessen deutete ein Vertreter von Musharrafs Regierungspartei an, der Ausnahmezustand könnte in zwei bis drei Wochen wieder aufgehoben werden. In einem Zeitungsinterview forderte Bhutto nochmals Militärmachthaber Musharraf auf, den Ausnahmezustand zu beenden und seinen Posten als Armeechef zurückzugeben. In der 'Bild'-Zeitung warnte sie vor dem Einfluss extremistischer Kräfte auf Staat und Armee in ihrem Land.

TEHERAN: Der Iran hat nach den Worten seines Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad die für den Atombombenbau entscheidende Schwelle bei der Zahl der Zentrifugen erreicht. Das Land verfüge jetzt über 3.000 Zentrifugen, sagte Ahmadinedschad im staatlichen Fernsehen. Nach Medienberichten reichen diese Zentrifugen theoretisch aus, um in weniger als einem Jahr ausreichend atomwaffenfähiges Uran anzureichern. - Mitte November will die Internationale Atomenergiebehörde einen Bericht über die Kooperationsbereitschaft des Iran im Atomstreit vorlegen. Die fünf Veto-Mächte im UN-Sicherheitsrat und Deutschland hatten sich darauf geeinigt, dass das Gremium vorher nicht über neue Sanktionen gegen Teheran berät.

RANGUN: Die Militärregierung in Birma hat einem Dreiergespräch mit der Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi und dem UN-Sondergesandten Ibrahim Gambari eine Absage erteilt. Ein solches Treffen, wie es Gambari vorgeschlagen hatte, sei derzeit nicht möglich, sagte Informationsminister Kyaw Hsan. Die Regierung werde eine Einmischung in ihre Souveränität nicht hinnehmen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich besorgt über das Ausbleiben von Fortschritten bei den Gesprächen seines Sondergesandten in Birma. Nach der blutigen Niederschlagung der Demokratie-Bewegung in dem asiatischen Land Ende September hatten die Militärs aus ihren Reihen einen Kontaktmann für die Oppositionsführerin ernannt, der aber seitdem erst einmal mit Suu Kyi zusammentraf.

DEN HAAG: Vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal für Ex-Jugoslawien in Den Haag hat der Prozess gegen den serbischen Nationalisten Vojislav Seselj begonnen. Seselj werden Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Last gelegt. Die Anklage wirft ihm vor, gemeinsam mit dem verstorbenen jugoslawischen Ex-Präsidenten Slobodan Milosevic die damals so genannte ethnische Säuberung in Regionen von Bosnien, Kroatien und Serbien zugunsten eines "Großserbischen Staats" angestrebt zu haben. Mit einem Hungerstreik hatte der Chef der Serbischen Radikalen Partei zuvor durchgesetzt, dass er sich selbst verteidigen darf. Seselj sitzt seit mehr als drei Jahren im Gefängnis des UN-Tribunals. Er hatte sich im Februar 2003 freiwillig gestellt.

MOSKAU: Das russische Unterhaus, die Staatsduma, hat dem Dekret von Präsident Wladimir Putin zugestimmt, den KSE-Vertrag auszusetzen. Die Vorlage wurde ohne jede Gegenstimme oder Enthaltung angenommen. Putin hatte im Juli angekündigt, den KSE-Vertrag von 1990 ab Mitte Dezember auszusetzen, um so gegen die Errichtung eines neuen US-Raketenabwehrsystems in Tschechien und Polen zu protestieren. Der KSE-Vertrag begrenzt die Zahl von Panzern, Flugzeugen und anderen konventionellen Waffen in Europa.

WASHINGTON: Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy hat bei seinem ersten offiziellen Staatsbesuch bei US-Präsident George W. Bush in Washington seinen Willen bekräftigt, die Freundschaft zu den USA zu erneuern. Mit Blick auf die Auseinandersetzung um den Irak-Krieg erklärte Sarkozy, er habe den Streit zwischen beiden Ländern nie ganz verstanden. Dass Europa heute in Frieden lebe, verdanke es den Vereinigten Staaten. Bush bezeichnete das französische Volk als ältesten Freund der USA. Auch im Atomstreit mit dem Iran demonstrierte der französische Staatschef Einigkeit mit der Führung in Washington. Er setze auf weitere Verhandlungen mit Teheran, notfalls auf internationale Strafmaßnahmen. Sarkozy wird während seines Besuches auch bei einer gemeinsamen Sitzung der beiden Häuser des US-Kongresses sprechen.

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Forderung von Bahnchef Hartmut Mehdorn zurückgewiesen, in den Tarifkonflikt zwischen Bahn und Lokführergewerkschaft GDL einzugreifen. Obwohl die Bahn zu hundert Prozent im Besitz des Bundes sei, müsse sie als Wirtschaftsunternehmen handeln, sagte Merkel der "Berliner Zeitung". Es gilt als wahrscheinlich, dass sich der GDL-Vorstand heute mehrheitlich dafür aussprechen wird, den Güterverkehr mit Streiks lahmzulegen. Weitere Arbeitsniederlegungen im Nah- und Regionalverkehr sind vorerst nicht zu erwarten. In dem seit Monaten festgefahrenen Streit beharrt die GDL weiterhin auf einem eigenständigen Tarifvertrag, was die Bahn ablehnt.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Viele Wolken, gebietsweise leichter oder kräftiger Regen, vor allem im Süden. Tageswerte zwischen fünf und zwölf Grad.

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