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Nachrichten

Mittwoch, 7. Mai 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

MOSKAU: In Russland ist der 42-jährige Dmitri Medwedew als neuer Präsident vereidigt worden. Das Staatsfernsehen übertrug die Zeremonie vor 2.000 geladenen Gästen live aus dem Kreml. Der bisherige Vize-Regierungschef tritt damit zwei Monate nach seiner Wahl die Nachfolge von Wladimir Putin an, der nach zwei Amtszeiten in Folge nicht wieder kandidieren durfte. Medwedew hat nun auch das Oberkommando über die russischen Streitkräfte einschließlich der Atomwaffen. In einer kurzen Ansprache nannte er als seine wichtigsten Ziele, die bürgerlichen und wirtschaftlichen Freiheiten zu schützen. Es wird erwartet, dass Medwedew im Tagesverlauf Putin für das laut Verfassung untergeordnete Amt des Regierungschefs vorschlägt. Die Bestätigung durch das Parlament an diesem Donnerstag gilt als sicher.

KARLSRUHE: Der Einsatz von Bundeswehr-Soldaten in Aufklärungsflugzeugen über der Türkei im Jahr 2003 hätte vom Bundestag gebilligt werden müssen. Das entschied das Bundesverfassungsgericht nach einer Klage der FDP-Fraktion. Die Zustimmung des Parlaments müsse immer dann eingeholt werden, wenn es konkrete Anhaltspunkte dafür gebe, dass Bundeswehrsoldaten in bewaffnete Auseinandersetzungen verwickelt werden könnten. Dies sei mit dem Irak-Krieg, der im März 2003 ausgebrochen sei, gegeben gewesen. Die damalige rot-grüne Bundesregierung hatte eine Zustimmung des Bundestags mit der Begründung abgelehnt, man handele im Rahmen der Nato-Bündnisverpflichtungen. Die Aufklärungsflugzeuge waren von Februar bis April 2003 zum Schutz der Türkei im Einsatz gewesen.

BERLIN: Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hat zwei rechtsextremistische Vereine verboten. Das 'Collegium Humanum' sowie der 'Verein zur Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holocaust Verfolgten' seien, so Schäuble, Sammelbecken organisierter Holocaustleugner. Sie verstießen gegen die Verfassung der Bundesrepublik und bildeten einen Nährboden für letztlich auch rassistisch motivierte Gewalt im Lande. Seit dem frühen Morgen würden bundesweit Objekte der Vereine vor allem in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen durchsucht. Die Vereine dürfen sich ab sofort weder betätigen noch Ersatzorganisationen bilden.

BERLIN: Das Bundeskabinett will an diesem Mittwoch eine Besoldungserhöhung für Beamte beschließen, die auch mehr Geld für Bundestagsabgeordnete und Regierungsmitglieder bedeutet. Grundlage ist der Tarifabschluss für Angestellte im öffentlichen Dienst. Nach einem Bericht der 'Stuttgarter Zeitung' sollen die monatlichen Gehälter der Kanzlerin, der Minister und der Staatssekretäre in diesem Jahr um 3,1 Prozent und dann 2009 nochmals um 2,8 Prozent erhöht werden. Am Dienstag hatten die Fraktionen von Union und SPD trotz heftiger Kritik von Opposition und Verbänden der Diätenerhöhung mit deutlicher Mehrheit zugestimmt.

RANGUN: Die internationale Hilfe für die Opfer des Zyklons 'Nargis' kommt langsam ins Rollen. Mitarbeiter des Welternährungsprogramms verteilten erste Lebensmittellieferungen in der fünf-Millionen-Stadt Rangun. Viele Helfer sitzen allerdings noch im Nachbarland Thailand fest und warten auf eine Einreise-Genehmigung. Die Vereinten Nationen appellierten eindringlich an die Militärführung, die Visa-Bestimmungen zu lockern. Das Ausmaß der Zerstörung ist immer noch nicht zu überschauen. Gebiete an der Küste konnten wegen Überschwemmungen bisher nicht erreicht werden. Nach UN-Schätzungen sind 24 Millionen Menschen, rund die Hälfte der Bevölkerung, von der Katastrophe betroffen. Der staatliche Rundfunk Birmas spricht derzeit von 22.000 Todesopfern, mehr als 40.000 Menschen werden vermisst.

TOKIO: Japan und China wollen das gegenseitige Vertrauen stärken und streben eine strategische Partnerschaft an. Der chinesische Staats- und Parteichef Hu Jintao und Japans Regierungschef Yasuo Fukuda vereinbarten bei ihrem Gespräch in Tokio jährliche Gipfeltreffen der Regierungen. Ferner wollen beide Länder bei der Bewältigung internationaler Konflikte künftig enger zusammenarbeiten, wie die Politiker anschließend in einer gemeinsamen Pressekonferenz mitteilten. Fukuda ermunterte seinen Gast, den in der vergangenen Woche wieder aufgenommenen Dialog mit dem Dalai Lama, dem geistlichen Oberhaupt der Tibeter, fortzusetzen. Der chinesische Präsident war am Dienstag zu einem fünftägigen Besuch eingetroffen.

NEU DELHI: Die indischen Streitkräfte haben eine atomwaffenfähige Rakete getestet, die Ziele in China erreichen kann. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums wurde die Rakete vom Typ Agni III von einer mobilen Abschussrampe auf einer Insel vor der ostindischen Küste abgefeuert. Sie fliegt 3.000 Kilometer weit und kann mit einem 1,5 Tonnen schweren Sprengkopf bestückt werden. Es war der dritte Test der Agni innerhalb von zwei Jahren.

WASHINGTON: Mit einem klaren Sieg bei der Vorwahl im US-Staat North Carolina hat der demokratische Senator Barack Obama seinen Anspruch auf die Präsidentschaftskandidatur gefestigt. Allerdings hält auch seine parteiinterne Rivalin, Senatorin Hillary Clinton, an ihren Ambitionen fest. Sie gewann die gleichzeitig stattfindende Vorwahl im Staat Indiana knapp vor Obama. Wen die Demokraten gegen den Republikaner John McCain ins Rennen ums Weiße Haus schicken, entscheidet sich vermutlich erst Ende August beim Nominierungsparteitag in Denver. Dabei hat Obama, was die Zahl der Delegiertenstimmen angeht, derzeit die besseren Karten.

WASHINGTON: Zum ersten Mal seit einem inoffiziellen Moratorium ist in den USA eine Todesstrafe vollstreckt worden. Im Bundesstaat Georgia wurde ein wegen Mordes an seiner Freundin verurteilter Mann hingerichtet. Im April hatte das Oberste Gericht entschieden, dass die Verwendung der Giftspritze nicht gegen die Verfassung verstößt. Anwälte von Todeskandidaten hatten angeführt, dass den Delinquenten durch die Giftspritze starke Schmerzen zugefügt werden könnten. Vor dem Urteil waren monatelang keine Exekutionen ausgeführt worden.

BEIRUT: Das öffentliche Leben in der libanesischen Hauptstadt ist durch einen Generalstreik lahmgelegt worden. Anhänger der Opposition unter Führung der pro-iranischen Hisbollah folgten den Gewerkschaften, die wegen der steigenden Lebensmittelpreise zu Protesten aufgerufen hatten. Hisbollah-Sympathisanten errichteten brennende Blockaden und lieferten sich Auseinandersetzungen mit Anhängern der pro-westlichen Regierung unter Ministerpräsident Fuad Siniora. Mehrere Menschen wurden verletzt. Die Gewerkschaften sagten daraufhin ihre Aktionen ab und erklärten, sie wollten vermeiden, dass ihr Anliegen für parteipolitische Zwecke ausgeschlachtet werde.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Weiter meist sonnig und warm, gebietsweise lockere Wolkenfelder. Gegen Osten wolkiger mit Schauerneigung. Tageswerte zwischen 18 und 24 Grad.

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