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Nachrichten

Mittwoch, 7. Januar 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

KIEW: Bei eisigen Temperaturen erhält Europa jetzt überhaupt kein Gas mehr über die Ukraine aus Russland. Der russische Monopolist Gazprom habe Mittwochfrüh den Gashahn zugedreht, teilte die staatliche ukrainische Gesellschaft Naftogaz mit. Der russische Energieversorger gab dagegen dem Nachbarland die Schuld. Gazprom-Vizechef Alexander Medwedew erklärte in Berlin, die Ukraine habe alle Transit-Pipelines nach Europa geschlossen. Deutschland, das mehr als ein Drittel seines Gases aus Russland importiert, hatte bereits am Dienstag deutlich weniger geliefert bekommen. Dennoch rechnet Bundeswirtschaftsminister Michael Glos derzeit nicht mit Engpässen und steigenden Energiekosten. Die Bundesrepublik könne mit ihren Reserven ein Vierteljahr durchhalten, sagte Glos im Fernsehen. Russland hatte bereits in den vergangenen Tagen die Lieferungen über die Ukraine immer weiter gedrosselt. Erste Länder hatten schon am Dienstag kein Gas mehr erhalten. In dem Streit zwischen Russland und der Ukraine geht es um neue Lieferkonditionen und unbezahlte Rechnungen.

JERUSALEM: Israels Verteidigungsminister Ehud Barak hat die Öffnung der Grenzübergänge in den Gazastreifen für humanitäre Hilfslieferungen angeordnet. Zuvor hatte die Regierung der Einrichtung eines Versorgungskorridors für die Zivilbevölkerung zugestimmt. Nach israelischen Angaben sollen zunächst Treibstoff und Nahrungsmittel angeliefert werden. Die Armee sagte zu, ihre Angriffe täglich für drei Stunden auszusetzen. Hilfsorganisationen und EU-Vertreter hatten zuvor eindringlich vor einem Kollaps in dem dichtbesiedelten Gebiet gewarnt. Grundnahrungsmittel für die 1,5 Millionen Menschen sind knapp, die Krankenhäuser sind überfüllt, Medikamente fehlen. Seit Beginn der Armeeoffensive am 27. Dezember wurden mehr als 600 Menschen getötet und fast 3.000 verletzt.

GAZA-STADT: Die israelische Armee setzt ihre Angeriffe im Gazastreifen fort. Nach Angaben eines Sprechers wurden 40 Ziele beschossen und bombardiert, insbesondere im Norden des Palästinensergebiets. Getroffen worden seien unter anderem ein Gebäude der radikalen Hamas, Bunker und Raketen-Abschussrampen. Laut Augenzeugen zieht sich das Militär aus der Stadt Chan Junis wieder zurück. Etliche Panzerfahrzeuge und Infanterieeinheiten hätten sich auf die israelische Seite der Sicherheitssperre begeben, hieß es.

NEW YORK/ Kairo: Israel ist grundsätzlich bereit, den Vorschlag Ägyptens für eine Feuerpause im Gazastreifen zu prüfen. UN-Botschafterin Gabriela Schalew sagte am Rande der Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats in New York, ihr Land nehme die Initiative sehr ernst. Ägyptens Präsident Hosni Mubarak hatte eine befristete sofortige Waffenruhe angeregt, um die Bevölkerung zu versorgen. Anschließend sollten Israel und die im Gazastreifen herrschende radikal-islamische Hamas Gespräche über ein Ende der gegenseitigen Angriffe führen.

BERLIN: Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat die Forderung der deutschen Bundesregierung nach einer Waffenruhe im Gazastreifen bekräftigt. Dazu sei es notwendig, mit den beiden Kontrahenten sowie ihren arabischen Nachbarn weiter im Gespräch zu bleiben, sagte Steinmeier im Deutschen Fernsehen. Wichtig sei aber, dass eine Feuerpause nicht erneut zu einer Wiederbewaffnung der Hamas führe. Die Realisierung der angestrebten Zweistaaten-Lösung für Israel und die Palästinenser sei momentan in weiter Ferne, so Steinmeier.

NÜRNBERG: Die Wirtschaftskrise hat zum Jahresende auch den Arbeitsmarkt erreicht. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit stieg die Zahl der Arbeitslosen im Dezember auf 3,1 Millionen. Das waren 114.000 mehr als im November. Die Quote stieg um 0,3 Punkte auf 7,4 Prozent. Der Chef der Bundesagentur, Frank-Jürgen Weise, erwartet, dass sich die Zahl der Kurzarbeiter in den kommenden Monaten erhöhen wird. Bereits jetzt wird die Auftragsflaute von zahlreichen Unternehmen durch Sonderurlaub und den Abbau von Leiharbeitern abgefedert.

BERLIN: Die SPD ist nun doch bereit, Forderungen der Union nach Steuersenkungen zur Ankurbelung der Wirtschaft nachzukommen. SPD-Chef Franz Müntefering sagte, im Zuge einer Kompromisslösung sei seine Partei notfalls zu einem solchen Schritt bereit. Nach Angaben der Partei-Linken, Andrea Nahles, wird zurzeit geprüft, was Steuersenkungen kosten würden. Der Kanzlerkandidat der Partei, Außenminister Frank-Walter Steinmeier, hatte am Vortag Steuersenkungen abgelehnt. In Zeiten mangelnder privater Investoren und Aufträge sei es falsch, dem Staat Geld wegzunehmen, sagte Steinmeier im Deutschen Fernsehen.

BERLIN: Nach der FDP will auch die CSU ihren Kurs für das Wahljahr 2009 abstecken. Bei ihrer traditionellen Winterklausur in Wildbad Kreuth geht es der CSU-Landesgruppe vornehmlich um die Europawahl im Juni und die Bundestagswahl im September. Nach ihrem Debakel bei der Landtagswahl in Bayern und dem Verlust der Alleinregierung vor drei Monaten wollen die Christsozialen mit ihrem neuen Parteichef Horst Seehofer wieder zu alter Stärke zurückfinden. Weitere Themen des Treffens sind die Wirtschafts- und Finanzkrise sowie die Energiepolitik und die Innere Sicherheit.

KABUL: Truppen der US-geführten Koalition haben im Osten Afghanistans nach eigenen Angaben mehr als 30 Kämpfer der Taliban-Milizen getötet. Bei der Militäroperation in der Provinz Laghman östlich der Hauptstadt Kabul seien außerdem zwei größere Lager mit Waffen, Sprengstoff und Material zum Bau von Bomben zerstört worden, teilte ein Sprecher der amerikanischen Soldaten mit. Die Region gilt als Hochburg der Extremisten.

PITTSBURGH: Der US-Aluminiumkonzern Alcoa will wegen der anhaltenden Wirtschaftskrise weltweit 13.500 Arbeitsplätze streichen. Die Stellenkürzungen seien Teil eines umfassenden Plans zur Kosteneinsparung, sagte Alcoa-Vorstandschef Klaus Kleinfeld, der frühere Siemens-Chef in Pittsburgh. Zudem solle die Aluminiumproduktion um mehr als 750.000 Tonnen jährlich wegen der sinkenden Nachfrage gesenkt werden. Auch Werksschließungen seien nicht ausgeschlossen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden und in der Mitte wolkig, gelegentlich Schneefall. Nach Süden hin längere Zeit sonnig und trocken. Höchstwerte zwischen minus zehn und plus vier Grad Celsius.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg: minus 2 Grad, bedeckt;
Berlin: minus 16 Grad, stark bewölkt;
Dresden: minus 18 Grad, wolkenlos;
Köln/Bonn: minus 15 Grad, stark bewölkt;
Frankfurt am Main: minus 15 Grad, wolkenlos und
München: minus 5 Grad, bedeckt.

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