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Nachrichten

Mittwoch, 6. Januar 2010

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

WASHINGTON: Nach dem gescheiterten Flugzeuganschlag an Weihnachten bei Detroit hat US-Präsident Barack Obama den Geheimdiensten desaströses Versagen vorgeworfen. Nach einem Treffen mit seinen Geheimdienstchefs und ranghohen Sicherheitsberatern sagte Obama, dass der Täter überhaupt bis in das Flugzeug gelangen konnte habe an der nicht vorhandenen Verknüpfung und Analyse der über den Nigerianer vorliegenden Informationen gelegen. Nach Faktenlage hätte dieser niemals ein US-Flugzeug besteigen dürfen. Wie Obama in Washington bestätigte, werden die USA als Konsequenz aus dem Anschlagsversuch vorerst keine Guantanamo-Häftlinge aus dem Jemen mehr in ihre Heimat zurückschicken. Im Jemen soll der verhinderte Attentäter von Terroreinheiten des El Kaida-Netzwerks ausgebildet worden sein. Obama bekräftigte allerdings auch seine Absicht, das umstrittene Gefangenenlager auf Kuba so rasch wie möglich zu schließen.

ISLAMABAD: Ein Selbstmordattentäter hat sich vor einer Kaserne im pakistanischen Teil Kaschmirs in die Luft gesprengt und mindestens drei Soldaten mit in den Tod gerissen. Mehrere der bei dem Anschlag in Tarar Khal verletzten Soldaten befinden sich nach Angaben der Polizei in einem kritischen Zustand. Seit Beginn der jüngsten Großoffensive der pakistanischen Armee gegen Taliban und El Kaida in der Region Süd-Wasiristan gibt es in Pakistan fast täglich Anschläge.

KAIRO: Bei Zusammenstößen zwischen pro-palästinensischen Aktivisten und der ägyptischen Polizei sind an der Grenze zum Gazastreifen bei Rafah mindestens 50 Menschen verletzt worden. Rund 2.000 Beamte gingen mit Wasserwerfern gegen die Friedensaktivisten vor und schlugen auf sie ein, wie Augenzeugen berichteten. Mehr als 500 Mitglieder der britischen Organisation "Viva Palestina" wollten mit fast 200 Lastwagen mehrere hundert Tonnen Lebensmittel und Medikamente nach Gaza bringen. Die ägyptischen Behörden verweigerten aber die Einfuhrgenehmiung. Sie vertraten den Standpunkt, dass es sich um kommerzielle Waren handle, die nur von Israel aus nach Gaza eingeführt werden dürften.

MOSKAU: In der russischen Kaukasusrepublik Dagestan sind bei einem neuerlichen Überfall auf Sicherheitskräfte mindestens sechs Polizisten getötet und mehr als 15 verletzt worden. Der Täter brachte sein mit Sprengstoff gefülltes Auto in der Einfahrt einer Polizeiwache in der Hauptstadt Machatschkala zur Explosion. Große Teile des Gebäudes wurden durch die Detonation zerstört, wie die Sicherheitskräfte mitteilten. In Dagestan, wie auch in den benachbarten Kaukasusrepubliken Inguschetien und Tschetschenien, hat die Gewalt gegen die russische Staatsmacht aber auch gegen die Bevölkerung in den vergangenen Monaten stark zugenommen. Fundamentalisten kämpfen für einen von Russland unabhängigen Kaukasus.

BERLIN: Die Bundesregierung will auf der internationalen Afghanistan-Konferenz Ende Januar in London ein eignes Konzept vorlegen. Dieses werde nicht nur einen Vorschlag über die künftige deutsche Truppenstärke beinhalten, sagte Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg der "Leipziger Volkszeitung". Entscheidend werde die Konzentration auf zivile Maßnahmen sein. Der deutsche Grundsatz laute, eine sichere Zukunft Afghanistans sei nicht allein militärisch zu gewinnen, so der Minister. Nach Informationen der "Rheinischen Post" hat Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Vorbereitung der Afghanistan-Konferenz einen Kabinettsausschuss bestehend aus Außenminister Guido Westerwelle, Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel, Verteidigungsminister Guttenberg, Innenminister Thomas de Maizière und Kanzleramtsminister Ronald Pofalla eingerichtet.

STUTTGART: In der baden-württembergischen Landeshauptstadt hat das traditionelle Dreikönigstreffen der FDP begonnen. Bei der Kundgebung wird Parteichef Guido Westerwelle eine Grundsatzrede halten. Es wird erwartet, dass er dabei die Steuersenkungspolitik seiner Partei bekräftigen wird. Zu den Themen wird auch die Kontroverse um die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen, Erika Steinbach, gehören. Sie hatte am Dienstag Bedingungen für einen Verzicht auf ihren Platz im Rat der Stiftung "Flucht, Vertreibung, Aussöhnung" gestellt. Neben Westerwelle werden auch die Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Birgit Homburger, und der neue Generalsekretär Christian Lindner zu den Liberalen sprechen.

BERLIN: Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag erwartet noch in diesem Jahr eine Trendwende am Arbeitsmarkt in Deutschland. Noch lägen die Beschäftigungspläne der Unternehmen zwar im negativen Bereich, hätten sich aber in den vergangenen Monaten deutlich verbessert, sagte der Chefvolkswirt des Verbandes, Volker Treier, der "Berliner Zeitung". Das mache Hoffnung, dass schon im zweiten Halbjahr der Beschäftigungsaufbau den Stellenabbau wieder ausgleichen könne. Dagegen rechnet die Bundesagentur für Arbeit mit einem stärkeren Stellenabbau in diesem Jahr. Bereits im Herbst könne die Zahl der Arbeitslosen die Vier-Millionen-Marke überschreiten, sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise am Dienstag in Nürnberg. Der Höhepunkt der Jobkrise werde wohl im Winter 2010/2011 erreicht.

SANTIAGO: In Chile haben die Arbeiter des weltgrößten Kupferkonzerns ihren Streik in einem Minenkomplex im Norden des Landes beendet. Die Arbeit in den Minen Chuquicamata und Mina Sur des Staatskonzerns Codelco sei wieder aufgenommen worden, nachdem der Konzern zugestimmt habe, die Löhne um vier Prozent zu erhöhen und Sonderzahlungen zu leisten, teilten Gewerkschaftsvertreter mit. Gefordert hatten die Kumpel 7,5 Prozent mehr Lohn und dies mit den hohen Preisen begründet, zu denen Kupfer am Weltmarkt gehandelt wird. - In den beiden Minen werden rund vier Prozent des weltweiten Kupferbedarfs gefördert.

SYDNEY: Nach der Kollision mit einem japanischen Walfänger ist das Schnellboot einer Tierschutzgruppe im eisigen Wasser der Antarktis gesunken. Die sechs Besatzungsmitglieder wurden gerettet. Die Umweltaktivisten von der Gruppe Sea Shepherd hatten versucht das Walfangschiff zu stoppen, um die Meeressäuger zu schützen. - Ungeachtet des seit Jahrzehnten bestehenden Moratoriums zum Walfang, das eine Gefährdung der Walbestände durch Überfischung vermeiden soll, hält Japan an der Jagd auf Wale fest. Diese dient nach offizieller Darstellung aus Tokio ausschließlich erlaubten wissenschaftlichen Zwecken. Umweltschützer bezweifeln dies, da Walfleisch in Japan als Delikatesse gilt.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wolkig und vereinzelt Schnee, zwischen Niederrhein und dem Rhein-Main-Gebiet sowie im Harz auch sonnige Abschnitte. Höchstwerte zwischen minus neun und plus zwei Grad.

Zuletzt meldeten:

Hamburg: minus 8°, wolkig;

Berlin: minus 8°, dunstig;

Dresden: minus 8°, nach Eisregen;

Köln/Bonn: minus 7°, dunstig;

Frankfurt am Main: minus 9°, nach Schneefall und

München: minus 6°, nach Schneefall.

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