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Nachrichten

Mittwoch, 5. November 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

WASHINGTON: Der Demokrat Barack Obama wird als erster Afro-Amerikaner ins Weiße Haus einziehen. Der 47-Jährige vereinte bei der Präsidentschaftswahl weit mehr als die 270 notwendigen Wahlmänner hinter sich: In mindestens 28 US-Staaten sammelte er 349 Wahlmännerstimmen. Der Kandidat der Republikaner, John McCain, gratulierte Obama und gestand seine eigene Niederlage ein. Vor mehr als hunderttausend Anhängern in Chicago stimmte Obama die Öffentlichkeit auf einen schwierigen Weg ein. Der Wandel sei da, seine Regierung beginne aber in einer Zeit immenser Herausforderungen. Obama kündigte an, er wolle Gegensätze in der US-Gesellschaft überwinden und sich für die nationale Einheit einsetzen. McCain forderte seinerseits in einer Rede in Phoenix im Bundesstaat Arizona seine enttäuschten Anhänger auf, dem künftigen Präsidenten dabei zu helfen, notwendige Kompromisse zu schließen.

BERLIN: Staats- und Regierungschefs aus aller Welt haben den Wahlsieg Barack Obamas begrüßt und damit die Hoffnung auf bessere Beziehungen zu den USA verbunden. Bundeskanzlerin Angela Merkel sicherte dem künftigen Präsidenten eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zu. Außenminister Frank-Walter Steinmeier geht von einem Kurswechsel in der US-Außenpolitik aus. Amerika habe den Wechsel gewählt, innenpolitisch wie außenpolitisch, sagte der SPD-Kanzlerkandidat. EU-Kommissionspräsident Manuel Barroso erklärte, er hoffe, dass sich die USA mit Europa verbündeten und die Welt zu einem 'New Deal' führten. Auch Chinas Präsident Hu Jintao stellte Obama einen erweiterten Dialog in Aussicht. Der Iran bewertete die Wahl Obamas als Triumph über die Politik von Amtsinhaber George W. Bush. Damit seien die Kriege im Irak und in Afghanistan als Desaster bloßgestellt worden, schrieb die staatliche Zeitung 'Iran'.

WASHINGTON: Auch bei den Kongresswahlen waren die Demokraten erfolgreich. Im Repräsentantenhaus gewannen sie mindestens 16 Sitze hinzu und erreichten erneut eine absolute Mehrheit. Auch im US-Senat, der zweiten Kammer des Parlaments, errang die Demokratische Partei die Mehrheit. Hier konnte sie den Republikanern schon fünf Sitze abnehmen und stellt damit künftig mindestens 56 von insgesamt 100 Senatoren. Damit kann der gewählte Präsident Barack Obama auf den Rückhalt einer breiten Unterstützung im Kongress bauen.

NEW YORK: Die Finanz- und Wirtschaftskrise ist für die Bürger in den USA der mit Abstand wichtigste Faktor bei ihrer Wahlentscheidung gewesen. Sechs von zehn Wählern nannten die Sorge um Einkommen und Arbeitsplätze als ausschlaggebend bei ihrer Stimmabgabe, berichteten der Sender CNN und die Nachrichtenagentur AP. Nur zehn Prozent bezogen sich auf den Irak-Krieg, noch weniger auf den Terrorismus oder das Gesundheitssystem. Die AP-Befragung ergab zudem, dass die große Mehrheit der Erstwähler - immerhin rund zehn Prozent aller Wähler - sich für den Demokraten Barack Obama ausgesprochen hat.

HANNOVER: Bei dem schwersten Busunglück in Deutschland seit 16 Jahren sind nahe Hannover 20 Menschen ums Leben gekommen. Ihr Reisebus ging auf der Autobahn A2 in Flammen auf, viele ältere Fahrgäste konnten sich nicht mehr rechtzeitig in Sicherheit bringen. Zwölf Menschen - darunter der Fahrer - wurden verletzt. Der Brand brach in der Toilette des Busses aus und wurde möglicherweise durch eine brennende Zigarette verursacht. Der Bus mit mehr als 30 Senioren war auf dem Rückweg von einer Kaffeefahrt im Münsterland gewesen.

MEXIKO-CITY: Der mexikanische Innenminister Juan Camilo Mourino ist bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen. Dies teilte der Bürgermeister von Mexiko-City mit. Der Politiker war Passagier in einem Kleinflugzeug, das im Zentrum der mexikanischen Hauptstadt abstürzte. Nach Behördenangaben kamen insgesamt neun Menschen ums Leben, rund 40 Menschen erlitten Verletzungen .

GAZA-STADT: Erstmals seit der Waffenstillstandsvereinbarung vom Juni sind nach mehreren israelischen Militäreinsätzen im Gazastreifen von dem Gebiet aus etliche Raketen in Richtung Israel abgefeuert worden. Wie ein israelischer Armeesprecher sagte, schlugen in der Nacht zu Mittwoch mehr als 40 Geschosse auf israelischem Boden ein. Angaben zu Schäden oder Verletzten liegen nicht vor. Der intensive Raketenbeschuss ereignete sich nach einer Schießerei und zwei Luftangriffen der israelischen Armee im Gazastreifen. Dabei wurden fünf Palästinenser getötet.

BERLIN: Das Bundeskabinett will an diesem Mittwoch ein milliardenschweres Hilfspaket zur Konjunkturbelebung beschließen. Es soll in den nächsten zwei Jahren bis zu 50 Milliarden Euro an Investitionen auslösen und eine Million Arbeitsplätze sichern. Der Absturz in die Rezession soll somit verhindert werden. Geplant sind zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten für kleine und mittlere Firmen in Höhe von 15 Milliarden Euro. Zudem ist eine befristete Aussetzung der Kfz-Steuer für Neuwagen vorgesehen. Angesichts der Wirtschaftsflaute hat Bundeskanzlerin Angela Merkel das zentrale Sparziel der Regierung, einen ausgeglichenen Haushalt, auf spätestens 2013 verschoben.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Südlich des Mains oft sonnig. Sonst regnerisch-trüb. Tageshöchstwerte neun bis 19 Grad.

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