1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Mittwoch, 5. Dezember 2007

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die 11-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

DENPASAR: Internationale Umwelt-Organisationen haben den USA, Japan und Kanada vorgehalten, Fortschritte beim Klimaschutz zu blockieren. Sprecher der Organisationen wiesen bei der Weltklima-Konferenz auf der indonesischen Insel Bali darauf hin, die drei Länder hätten bisher in allen Verhandlungsrunden versucht, ehrgeizige Klima-Ziele und konkrete Zusagen abzuwürgen. Sie kritisierten auch, dass die bereits vor Jahren gemachten Zusagen einiger Industriestaaten, Schwellen- und Entwicklungsländer mit sauberen Technologien zur Energienutzung zu versorgen, bis heute nicht umgesetzt worden seien. Bei der bis zum 14. Dezember dauernden Klima-Konferenz auf Bali sollen die Weichen für ein Folge-Abkommen zum Kyoto-Protokoll gestellt werden.

BERLIN: Das Bundeskabinett will an diesem Mittwoch ein umfangreiches Klimaschutzprogramm auf den Weg bringen. Zunächst 14 Gesetze und Verordnungen sollen Deutschland dem Ziel näher bringen, den klimaschädlichen Kohlendioxid-Ausstoß bis 2020 um 40 Prozent zu senken. Unter anderem ist geplant, das Heizen mit erneuerbaren Energien durch staatliche Zuschüsse zu fördern. Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee verteidigte das Programm im deutschen Fernsehen. Das Ziel sei ehrgeizig und schwer zu erreichen. Aber beim Klimaschutz sei es bereits fünf n a c h zwölf.

DÜSSELDORF: Nach eineinhalbjähriger Dauer ist der Prozess gegen drei El-Kaida-Anhänger mit der Verhängung mehrjähriger Haftstrafen zuende gegangen. Zwei der Angeklagten müssen für sechs beziehungsweise sieben Jahre ins Gefängnis, ein dritter für dreieinhalb Jahre. Das Düsseldorfer Oberlandesgericht sah es als erwiesen an, dass die Angeklagten syrischer und palästinensischer Herkunft das Terrornetzwerk unterstützt und durch einen groß angelegten Versicherungsbetrug versucht hatten, Geld für El Kaida zu beschaffen. Die Angeklagten waren 2005 nach umfangreichen Überwachungsmaßnahmen von Wohnräumen festgenommen worden.

BERLIN: Die Ankündigung des privaten Postdienstleisters PIN, wegen des geplanten Mindestlohngesetzes für Briefzusteller bis zu 1.000 Mitarbeiter zu entlassen, hat die Debatte über das Thema neu entfacht. Kanzlerin Angela Merkel sagte, sie sehe ihre Vorbehalte gegen überhöhte Mindestlöhne bestätigt. Die Entwicklung werde sorgsam auch mit Blick auf die Einführung in anderen Branchen beobachtet. Vize-SPD-Chefin Andrea Nahles warf PIN vor, Druck auszuüben. Dumpinglöhne seien nicht akzeptabel. PIN zahlt nach eigenen Angaben durchschnittlich 7 Euro 50 die Stunde. Der Mindestlohn für Briefzusteller soll ab 1. Januar 2008 zwischen acht und neun Euro 80 liegen. Dann fällt auch das Brief-Monopol der Deutschen Post.

ADDIS ABEBA: US-Außenministerin Condoleezza Rice erörtert mit Vertretern der Afrikanischen Union die Konflikte in Krisenstaaten wie Somalia und Sudan. Die Beratungen finden in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba statt. Die dortige Regierung gilt als enger Verbündeter des Weißen Hauses in Washington. - Die Vereinten Nationen warfen der politischen Führung im Sudan nochmals vor, Zivilisten in der Krisenprovinz Darfur nicht vor den Kämpfen zwischen Rebellen, Regierungstruppen und den von der Regierung unterstützten Milizen zu schützen. Zudem gebe es willkürliche Festnahmen, Folter, Vergewaltigungen und Hinrichtungen, heißt es in dem in Genf veröffentlichten Bericht. Seit 2003 sind in Darfur weit mehr als 200.000 Menschen getötet worden.

WIEN: Über ein internationales Verbot der umstrittenen Streumunition beraten in der österreichischen Hauptstadt Delegationen aus 127 Ländern. Auf der dreitägigen Konferenz in Wien soll auch über den Text für eine internationale Ächtung von Streubomben diskutiert werden. Die Gegner dieser Waffen hoffen, bis Ende 2008 ein entsprechendes Verbot erreichen zu können. Eine Streubombe besteht aus hunderten kleiner Sprengkörper. Bei zehn Prozent dieser Waffen versagt der Zündmechanismus, wodurch sie zu lebensgefährlichen Blindgängern werden. Die meisten Opfer sind Zivilisten. In jüngster Zeit wurde diese Munition vor allem von Israel im Libanon und den USA im Irak eingesetzt.

KABUL: Bei einem weiteren Selbstmordanschlag in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind mindestens 14 Menschen getötet und mehrere verletzt worden. Der Attentäter steuerte sein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug in einen Kleinbus mit Soldaten. Unter den Todesopfern sind sieben Zivilisten. Am Dienstag hatte sich während des Afghanistan-Besuchs von US-Verteidigungsminister Robert Gates ein Selbstmordattentäter in Kabul in die Luft gesprengt und 22 Menschen verletzt. Gates sagte nach einem Gespräch mit Präsident Hamid Karsai, er wolle Druck auf die europäischen Verbündeten ausüben, dass sie ihr Engagement in Afghanistan nochmals ausweiteten. Die Sicherheit in Europa und in den USA sei von der in Afghanistan abhängig.

WASHINGTON: Trotz der neuen Erkenntnisse der amerikanischen Geheimdienste über das Atomprogramm des Iran sieht US-Präsident George W. Bush das Land weiter als Bedrohung an. Der Iran sei und bleibe gefährlich, wenn er das Wissen zum Bau von Atomwaffen habe, sagte Bush in Washington. Nach einem gemeinsamen Bericht aller 16 US-Geheimdienste hat der Iran ein Atomwaffenprogramm im Jahr 2003 gestoppt.

ABU DHABI: Das OPEC-Kartell lässt die Rohöl-Förderquote vorerst unverändert. Das wurde nach der Sitzung der Ölminister der 13 Mitgliedstaaten in Abu Dhabi bekannt. Angesichts der hohen Ölpreise will die OPEC allerdings schon im Januar nochmals über die Fördermenge beraten und nicht erst bei ihrem regulären Treffen im März. Derzeit produziert das Kartell ohne den Irak rund 27,3 Millionen Barrel pro Tag. Das entspricht knapp 40 Prozent des Weltmarktes.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wolkig mit Auflockerungen und meist trocken. Im Tagesverlauf im Westen aufkommender Regen. Tageswerte zwischen acht und 13 Grad.

Audio und Video zum Thema