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Nachrichten

Mittwoch, 4. Oktober 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch.

NEW YORK: Der von Nordkorea angekündigte Atomwaffentest hat international große Besorgnis ausgelöst. Ein solcher Test würde die Spannungen in der Region weiter verschärfen, erklärte UN-Generalsekretär Kofi Annan. Der Weltsicherheitsrat will sich noch an diesem Mittwoch mit dem Vorhaben Nordkoreas befassen. Auch die USA, die Europäische Union, Japan und Südkorea warnten die Führung in Pjöngjang. China, ein wichtiger Verbündeter Nordkoreas, rief das kommunistische Land zur Mäßigung auf. Der Atomstreit müsse am Verhandlungstisch gelöst werden, hieß es aus Peking. Nordkorea hatte die Atomtest-Ankündigung unter anderem mit einer angeblichen Bedrohung durch die USA begründet.

NIKOSIA: Die ersten Einheiten der Bundesmarine für den Libanon-Einsatz haben die deutsche Logistikbasis in der Hafenstadt Limassol auf Zypern erreicht. Bei dem Zwischenstopp sollen letzte Vorbereitungen für den Überwachungseinsatz vor der libanesischen Küste getroffen werden, wie das Verteidigungsministerium mitteilte. Bis Mitte des Monats werde die Bundesmarine das Kommando in dem Einsatz vollständig übernehmen. Die deutschen Soldaten sollen Waffenschmuggel für die radikal-islamische Hisbollah verhindern.

LONDON: Mehr als 100 frühere Staats- und Regierungschefs, Außenminister, Diplomaten und religiöse Führer haben in einem offenen Brief ein Ende des Nahost-Konflikts gefordert. Solange der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern andauere, werde er Instabilität und Gewalt in der gesamten Region hervorbringen. Es müsse schnell gehandelt werden, heißt es in dem Brief. Zu den Unterzeichnern gehören auch der ehemalige US-Präsident Carter und der frühere sowjetische Staatschef Gorbatschow.

RAMALLAH: Bewaffnete Männer haben im Westjordanland einen Anführer der radikal-islamischen Hamas-Bewegung getötet. Augenzeugen berichteten, der 37-Jährige sei in der Nähe von Kalkilia erschossen worden. Hintergrund des Anschlags könnte der Machtkampf zwischen rivalisierenden Palästinensergruppen sein. Die militanten Al-Aksa-Brigaden hatten mit der Ermordung von Hamas-Anführern gedroht, die sie für blutige Zusammenstöße in den vergangenen Tagen verantwortlich machen.

ROM: Die Entführung eines türkischen Passagierflugzeugs ist unblutig zu Ende gegangen. Der unbewaffnete Luftpirat ergab sich im italienischen Brindisi der Polizei. Der Türke hatte die Maschine mit 113 Menschen an Bord auf dem Flug von Tirana nach Istanbul unter seine Kontrolle gebracht und zur Landung in Süditalien gezwungen. Inzwischen bat der 28-jährige Entführer um politisches Asyl. Angeblich wollte er mit der Tat dem Militärdienst in der türkischen Armee entgehen. In seiner Heimat drohte ihm als Deserteur eine langjährige Haftstrafe.

MOSKAU: Russland hat Forderungen der USA und der Europäischen Union zurückgewiesen, die Sanktionen gegen Georgien wieder aufzuheben. Die Beschränkungen blieben bis auf weiteres bestehen, teilte das Außenministerium in Moskau mit. Seit Dienstag blockiert Russland alle Verkehrsverbindungen und den Postverkehr in die Kaukasus- Republik. Hintergrund sind Spionagevorwürfe gegen Offiziere der russischen Armee. Die Beziehungen zwischen den beiden Staaten sind bereits seit längerem angespannt. Russland fürchtet an Einfluss in der Kaukasusregion zu verlieren, da Georgien eine Aufnahme in die NATO und eine Anbindung an die Europäische Union anstrebt.

LAGOS: In Nigeria sind erneut ausländische Ölarbeiter verschleppt worden. Nach Angaben der Polizei wurden im Süden des Landes bis zu sieben Ausländer entführt, unter ihnen mehrere Briten. Ob Lösegeld-Forderungen gestellt wurden, ist nicht bekannt.

BERLIN: Führende Wirtschaftspolitiker haben den Airbus-Mutterkonzern EADS vor Produktionsverlagerungen ins Ausland gewarnt. Das könne die Politik nicht widerstandslos hinnehmen, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Meyer, der 'Bild'-Zeitung. SPD-Wirtschaftsexperte Wend erklärte, dem Konzern müsse klar gemacht werden, wie sehr er von Deutschland profitiere. Unter Berufung auf Regierungskreise berichtet das Blatt, EADS erwäge, das Großraumflugzeug A380 in Toulouse und nicht wie geplant in Hamburg auszuliefern. Der Konzern hatte am Dienstag ein milliardenschweres Sparpaket und weitere Lieferverzögerungen beim A380 angekündigt. Für Donnerstag ist ein Krisengespräch geplant, an dem auch Wirtschaftsminister Glos teilnehmen wird.

BERLIN: Politiker von Union und SPD haben sich vor der Spitzenrunde zur Gesundheitsreform optimistisch geäußert. Nach monatelangen Querelen wollen die Parteispitzen den Streit um das Reformpaket an diesem Mittwoch bei einem Treffen im Kanzleramt beilegen. Als Grundlage dient ein Kompromiss der Gesundheitsexperten von Union und SPD. Sie hatten sich am Montag auf neue Regeln für den Finanzausgleich zwischen den gesetzlichen Kassen sowie Änderungen bei der Privatversicherung verständigt. CSU-Chef Stoiber äußerte Bedenken. Kritik kam auch aus dem linken Flügel der SPD.

BERLIN: Im Kampf um Arbeitsplatzgarantien haben Beschäftigte der Bahn erneut den Schienenverkehr in Teilen Deutschlands lahmgelegt. Betroffen von den Warnstreiks ist vor allem der Großraum Berlin. Mitarbeiter von Leitstellen und ICE-Werken legten die Arbeit vorübergehend nieder. Die Gewerkschaften wollen erreichen, dass die Arbeitsplätze bei der Bahn auch nach dem geplanten Börsengang sicher bleiben.

FRANKFURT AM MAIN: Mit einer Rekordzahl von Ausstellern hat die diesjährige Frankfurter Buchmesse begonnen. Tausende Fachbesucher drängten sich bereits kurz nach Öffnung der Tore in den Messehallen. Gastland der weltgrößten Bücherschau ist in diesem Jahr Indien, das sich mit 70 Autoren und rund 200 Verlagen präsentiert. Bei der Eröffnungsfeier mahnte Bundesaußenminister Steinmeier ein friedliches Miteinander der Kulturen an.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wechselnd bewölkt mit Schauern, örtlich auch Gewitter. Tagestemperaturen zwischen 12 und 17 Grad Celsius.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg: 13 Grad, bedeckt; Berlin: 13 Grad, Regen; Dresden: 12 Grad, Regen; Köln/Bonn: 12 Grad, wolkig; Frankfurt am Main: 11 Grad, wolkig und München: 12 Grad, stark bewölkt.

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