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Nachrichten

Mittwoch, 4. Juni 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

WASHINGTON: US-Senator Barack Obama hat nach weiteren Stimmengewinnen vor allem im Bundesstaat Montana die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten nominell für sich gesichert. Nach Hochrechnungen mehrerer US-Fernsehsender erreichte Obama trotz seiner Niederlage bei der Vorwahl im Bundesstaat South Dakota die Marke von 2118 Delegierten, die zur Nominierung auf dem Parteitag im August nötig ist. Obama erklärte sich zum Sieger des Wettstreits mit seiner parteiinternen Konkurrentin Hillary Clinton. Die ehemalige First Lady gab sich indes offiziell nicht geschlagen, schloss aber eine Kandidatur um das Amt des Vizepräsidenten nicht ausdrücklich aus. Sie werde dies in ihrer Partei beraten. Der republikanische Präsidentschaftskandidat McCain sprach von Obama bereits als einem "beachtlichen Gegner" und griff diesen zugleich scharf an. Die Präsidentschaftswahl findet im November statt.

WASHINGTON: Mit scharfen Worten hat Israels Ministerpräsident Ehud Olmert härtere Sanktionen gegen den Iran gefordert. Die Bedrohung durch das iranische Nuklearprogramm müsse "unter allen Umständen" gestoppt werden, sagte Olmert vor dem Ausschuss für US-israelische Angelegenheiten in Washington. Inzwischen berichtet die israelische Zeitung 'Jediot Achronot', Olmert wolle US-Präsidenten George W. Bush dazu drängen, noch vor Ende seiner Amtszeit militärisch gegen den Iran vorzugehen. Der Westen verdächtigt die Regierung in Teheran, die Entwicklung von Atomwaffen anzustreben und fordert eine Offenlegung des Nuklearprogramms. Vor allem Israel fühlt sich angesichts scharfer Verbalangriffe des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad durch die Nuklearpläne Teherans bedroht.

BERLIN: Das Bundeskabinett hat den Regierungsentwurf zum neuen BKA-Gesetz beschlossen. Das verlautete aus Regierungskreisen in Berlin. Vorgesehen ist, dass das Bundeskriminalamt mehr Kompetenzen im Kampf gegen den Terrorismus erhalten soll. Zudem sollen Fahnder auch präventiv tätig werden dürfen. Strittigster Punkt der Vorlage von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble ist die Online-Durchsuchung von Computern. Hier fanden Union und SPD erst nach langem Streit einen Kompromiss. Die SPD-Fraktion hat aber weiter Vorbehalte. Der Kabinettsbeschluss müsse so umgesetzt werden, dass kein "Schnüffelstaat" entstehe, forderte der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Sebastian Edathy (SPD).

KARLSRUHE: Kommunale Wählervereinigungen müssen ihre Spenden künftig ebenso wie politische Parteien nicht mehr versteuern. Das hat das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe entschieden. Die Richter erklärten, es gebe keinen tragfähigen Grund, Parteispenden steuerfrei zu stellen, während kommunale Wählervereinigungen von ihren oftmals geringen Zuwendungen einen Teil ans Finanzamt abgeben müssten. Der Gesetzgeber muss bis Juni 2009 eine Neuregelung schaffen.

STUTTGART: Im Streit um eine Neuregelung der Altersteilzeit in der Metallindustrie ist die Protestwelle der Gewerkschaft angelaufen. Fast die komplette Nachtschicht des Daimler-Werkes in Esslingen bei Stuttgart trat vorübergehend in den Ausstand. Kurze Zeit später legten beim Autozulieferer Bosch in Stuttgart weitere Metaller ihre Arbeit nieder. Bis Freitag sind über 100.000 Metaller in rund 150 Betrieben zu Warnstreiks aufgerufen. Die IG Metall will den Arbeitgeberverband Südwestmetall dazu bewegen, in der nächsten Gesprächsrunde ein besseres Angebot vorzulegen. Die Verhandlungen werden stellvertretend auch für die anderen deutschen Tarifgebiete geführt. Hauptstreitpunkt ist, wer nach dem Auslaufen der staatlichen Förderung Ende 2009 die Finanzierungslücke schließen soll - Arbeitnehmer oder Arbeitgeber.

BIELEFELD: Die Bundeswehr hat mit dem 17. Kontingent für die internationale Afghanistan-Schutztruppe ISAF erstmals auch einen Kampfverband an den Hindukusch verabschiedet. Unter den 1.200 Soldaten, die in Kürze aus Nordrhein-Westfalen in den Norden Afghanistans aufbrechen, befinden sich auch 200 Mitglieder der Schnellen Eingreiftruppe. Bisher stellte Norwegen im Auftrag der NATO diesen Verband. Die Soldaten sollen unter anderem eingreifen, wenn Wiederaufbauteams militärisch unter Druck geraten. Verteidigungsminister Franz Josef Jung sagte bei der Verabschiedung in Lemgo, die Gefahrenlage in Afghanistan habe sich in der jüngsten Vergangenheit verschärft. Beim feierlichen Appell mit dem Generalinspekteur der Bundeswehr, Wolfgang Schneiderhan, wurde zugleich der 250.000 Bundeswehrsoldat in einen Auslandseinsatz geschickt.

WIESBADEN: Als erstes Bundesland schafft Hessen die umstrittenen Studiengebühren an den staatlichen Hochschulen wieder ab. Der Landtag in Wiesbaden verabschiedete mit der Stimmenmehrheit von SPD, Grünen und Linkspartei eine entsprechende Gesetzesvorlage. CDU und FDP stimmten für die Beibehaltung. Die drei Fraktionen lösten mit der Abschaffung der Studiengebühren eines ihrer zentralen Wahlkampfversprechen ein, gegen den Widerstand der geschäftsführenden Landesregierung von CDU-Ministerpräsident Roland Koch. Im vergangenen Wintersemester mussten die Hochschüler erstmals 500 Euro Studiengebühr zahlen.

BERLIN: Im Konflikt um die Milchpreise ist keine Lösung in Sicht. Der Bauernverband und der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter werfen den Molkereien vor, diese würden sich Verhandlungen verweigern. Die Landwirte setzten ihre Protestaktionen gegen die nach ihrer Ansicht zu niedrigen Erzeugerpreise fort. Sie wollen zwar keine Molkereien mehr blockieren, demonstrierten aber vor den Konzernzentralen verschiedener Handelsketten. Die Kunden bekamen erstmals den Lieferboykott zu spüren. In einigen Supermärkten wurden die Milchprodukte knapp.

JAKARTA: In Indonesien hat die Polizei bei einem Großeinsatz das Hauptquartier einer radikalislamischen Gruppierung durchsucht und fast 60 Männer festgenommen. Sie werden verdächtigt, an einem Angriff auf eine friedliche Kundgebung für religiöse Toleranz am Sonntag beteiligt gewesen zu sein. Dabei waren mehrere hundert Anhänger der Gruppierung 'Islamische Verteidigungsfront' - FPI - mit Schlagstöcken auf Demonstrationsteilnehmer losgegangen. Etliche Menschen wurden verletzt.

WASHINGTON: Aus Sicherheitsgründen wollen die USA von nächstem Jahr an die Einreisebedingungen für Europäer verschärfen. Besucher müssen sich dann spätestens drei Tage vor Reiseantritt beim Heimatschutzministerium online registrieren lassen, wie Minister Michael Chertoff mitteilte. Die Registrierung berechtige zu mehreren Einreisen innerhalb von zwei Jahren. Kritiker befürchten bei dieser Regelung vor allem Probleme bei kurzfristigen Geschäftsreisen. Deutsche und viele andere europäische Touristen brauchen kein Visum für USA-Reisen und müssen bislang lediglich bei der Einreise im Flugzeug ein Formular mit Fragen über ihre Identität ausfüllen. Bei der neuen Online-Registrierung werden US-Medienberichten zufolge dieselben Fragen gestellt.

NEW YORK: Die Vereinten Nationen schicken einen Sondergesandten in das krisengeschüttelte Simbabwe. Generalsekretär Ban Ki Moon hat dafür nach eigenen Angaben den Eritreer Haile Menkerios vorgesehen. Simbabwes umstrittener Staatspräsident Robert Mugabe habe der Mission nach einem Gespräch mit Ban am Rande des UN-Ernährungsgipfels in Rom zugestimmt, heißt es aus New York. Menkerios soll danach mit der Regierung in Harare besprechen, wie die Vereinten Nationen einen fairen Wahlprozess unterstützen können. Am 27. Juni tritt der autokratisch herrschende Mugabe in einer Stichwahl gegen Oppositionsführer Morgan Tsvangirai an.

FRANKFURT AM MAIN: Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geht in diesem Jahr an den deutschen Maler und Bildhauer Anselm Kiefer. Der Stiftungsrat erklärte, mit Kiefer werde ein weltweit anerkannter Künstler geehrt, der seine Zeit mit der störenden moralischen Botschaft vom Ruinösen und Vergänglichen konfrontiere. Der 63-Jährige erhält die Auszeichnung am 19. Oktober während der Frankfurter Buchmesse. Das teilte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels mit. Der Friedenspreis wird seit 1950 vergeben und zählt zu den bedeutendsten Auszeichnungen in Deutschland.

LOS ANGELES: Der amerikanische Schauspieler, Produzent und Regisseur Mel Ferrer ist tot. Er starb mit 90 Jahren im Kreis seiner Familie im kalifornischen Santa Barbara. Dies teilte sein Sohn Mark Ferrer mit. Berühmt wurde Mel Ferrer 1953 als Puppenspieler in dem Spielfilm "Lili". Ein Jahr später heiratete er den Leinwandstar Audrey Hepburn. Die Ehe hielt 14 Jahre. Mit Hepburn spielte er 1956 in der Verfilmung des Romans "Krieg und Frieden" von Leo Tolstoi. Ferrer stand 1981 auch in Rainer Werner Fassbinders "Lili Marleen" vor der Kamera.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Nordöstlich der Elbe weiterhin sonnig und trocken. Ansonsten meist stark bewölkt und häufig Schauer und Gewitter. Am Alpenrand Dauerregen. Höchstwerte 20 bis 29 Grad.

Am Morgen meldeten:

Hamburg: 15 Grad, leicht bewölkt;

Berlin: 17 Grad, leicht bewölkt;

Dresden: 16 Grad, nach Regen;

Köln/Bonn: 16 Grad, bedeckt;

Frankfurt am Main: 17 Grad, wolkig und

München: 17 Grad, wolkig.

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