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Nachrichten

Mittwoch, 31. Mai 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch.

NÜRNBERG: Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Mai um rund 250 000 auf 4,53 Millionen gesunken. Das waren 350 000 weniger als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg bekannt gab. Die Arbeitslosenquote ging um 0,7 Punkte auf 10,8 Prozent zurück.

KABUL/BERLIN: Ungeachtet zunehmender Taliban-Angriffe und heftiger antiamerikanischer Ausschreitungen in Afghanistan hat sich Verteidigungsminister Franz Josef Jung für einen Verbleib der Bundeswehr in dem Land ausgesprochen. Eine konkrete Zeitangabe machte er aber nicht. Entscheidend sei, dass die internationale Friedenstruppe für Stabilisierung sorge, sagte der Minister im Deutschen Fernsehen. Die Bundeswehr übernimmt am Donnerstag das Kommando über die Internationale Schutztruppe ISAF in Nordafghanistan. Nahezu täglich werden aus dem Land Anschläge gemeldet. Am Montag hatte es in der Hauptstadt Kabul die schwersten anti-amerikanischen Ausschreitungen seit dem Sturz der radikal-islamischen Taliban vor bald fünf Jahren gegeben. Die Polizei nahm mehr als hundert Menschen fest.

BAGDAD: Irakische Rebellen haben bei drei Bombenanschlägen im Irak nach Polizeiangaben mindestens 53 Menschen getötet. Mehr als hundert Menschen wurden verletzt. Am Dienstagabend detonierten nur wenige Stunden nacheinander Sprengsätze zunächst in Hilla und dann zwei weitere in Bagdad. Eine der Bomben explodierte auf einem Gemüsemarkt in der Hauptstadt. Allein dort wurden 25 Menschen getötet und 65 verletzt.

BAGDAD: Der irakische Regierungschef Nuri al-Maliki hat schwere Vorwürfe gegen die US-Truppen in seinem Land erhoben. Er bezog sich auf den jüngst bekannt gewordenen Vorfall in der Stadt Haditha, wo US-Soldaten in einem Racheakt 24 Zivilisten getötet haben sollen. Al-Maliki betonte, der Tod einer Familie sei auch dann nicht zu rechtfertigen, wenn gegen Terroristen gekämpft werde. Er sei besorgt darüber, dass amerikanische Soldaten zunehmend Fehler machten. Der neue irakische Botschafter in den USA, Samir al-Sumaidaie, ergänzte, es gebe viele Hinweise, nach denen US-Soldaten wehrlose Zivilisten absichtlich getötet hätten. Das US-Verteidigungsministerium hatte kürzlich nochmals versprochen, den Vorfall vom November in Haditha umfassend aufzuklären.

JAKARTA: Vier Tage nach dem großen Erdbeben auf der indonesischen Hauptinsel Java steigt die Zahl der Todesopfer weiter an. Das indonesische Innenministerium spricht jetzt von mehr als 5.800 Toten. Die weitaus meisten Opfer gibt es im Distrikt Bantul südlich von Yogyakarta, wo Tausende Häuser zerstört sind. Geschätzt wird, dass bis zu 200.000 Menschen obdachlos sind. Ausländische Hilfslieferungen treffen weiterhin in großem Umfang in dem Erdbebengebiet ein. Das Hauptproblem für die Menschen dort ist der Mangel an sauberem Trinkwasser. Die Aktion 'Deutschland Hilft' spricht auch von einer katastrophalen medizinischen Versorgung.

JERUSALEM: Vom Gazastreifen aus haben radikale Palästinenser drei Raketen auf israelisches Gebiet abgeschossen. Eine der Raketen schlug in der Ortschaft Sderot beim Haus von Verteidigungsminister Amir Perez ein. Wie die Armee mitteilte, wurde bei den Angriffen niemand verletzt. Es sei aber größerer Sachschaden entstanden. Der israelische Rundfunk berichtete, die Armee wolle im Gazastreifen ihre Einsätze gegen militante Palästinenser wieder verstärken.

SANTIAGO DE CHILE: Mit Tränengas und Wasserwerfern ist die Polizei in Chiles Hauptstadt gegen zehntausende demonstrierende Schüler vorgegangen. Sie hatten friedlich in Santiago de Chile gegen die schlechte Ausstattung der Schulen protestiert. Bei Straßenschlachten mit der Polizei wurden fast 30 Menschen verletzt. Im ganzen Land gab es mindestens 725 Menschen Festnahmen.

DILI: Die tagelangen Ausschreitungen in Osttimor treiben immer mehr Menschen in die Flucht. Nach Schätzungen von Hilfsorganisationen haben allein in der Hauptstadt Dili bislang etwa 70.000 Menschen aus Angst vor rivalisierenden Banden ihre Häuser verlassen. Das ist rund die Hälfte der Bevölkerung dort. Augenzeugen berichteten trotz der Stationierung einer internationalen Eingreiftruppe aus rund 2.500 Mann von Brandstiftungen und Plünderungen in Dili.

NEW YORK: Die Ausbreitung der Immunschwächekrankheit Aids hat sich nach Angaben der Vereinten Nationen erstmals im vorigen Jahr verlangsamt. Die Aids-Behörde der UN warnte bei der Vorlage ihres Jahresberichts aber vor verfrühtem Optimismus und verwies auf zahlreiche Probleme, die es bei Behandlung und Vorbeugung gebe. Weltweit steckten sich im vergangenen Jahr 4,1 Millionen Menschen mit dem HI-Virus an. Besonders dramatisch ist der Kampf gegen Aids im südlich der Sahara gelegenen Afrika. Dort leben nur etwa zehn Prozent der Weltbevölkerung, aber mit knapp 26 Millionen Infizierten etwa 60 Prozent aller weltweit Infizierten.

BERLIN: Union und SPD haben sich einem Zeitungsbericht zufolge im Hartz-IV-Streit auf schärfere Sanktionen gegen arbeitsunwillige Langzeitarbeitslose geeinigt als zunächst vom Bundesarbeitsministerium vorgesehen. Langzeitarbeitslosen soll die staatliche Unterstützung demnach künftig auch komplett gestrichen werden können, wenn sie mehrere Jobangebote ablehnten, schreibt die 'Berliner Zeitung' unter Berufung auf einen ihr vorliegenden Änderungsantrag der Koalitionsfraktionen. - SPD und Union hatten sich am Dienstag darauf geeinigt, trotz kräftig steigender Ausgaben beim Arbeitslosengeld II Regelsätze und Zuschläge in diesem Jahr nicht weiter einzuschränken. Für den Herbst ist eine weitere Überarbeitung der Arbeitsmarktreform Hartz IV vorgesehen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: wechselnd bis stark bewölkt und wiederholt Schauer, örtlich kurze Gewitter. Höchstwerte 10 bis 16 Grad.

  • Datum 31.05.2006
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  • Permalink http://p.dw.com/p/8XwF
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