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Nachrichten

Mittwoch, 31. Dezember 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

TEL AVIV/ PARIS: Die internationalen diplomatischen Bemühungen um einen Waffenstillstand im palästinensischen Gazastreifen sind verstärkt worden, aber zunächst erfolglos geblieben. Das israelische Sicherheitskabinett wies auch Vorschläge Frankreichs zu einer einseitigen 48-stündigen Waffenruhe zurück. Dies sei "unrealistisch" und könne kein Ende des Raketenbeschusses und des Terrors durch die Hamas garantieren, hieß es aus dem Außenministerium. Regierung und Militärs hatten schon zuvor Bedenken geltend gemacht, durch eine Feuerpause verliere die Offensive an Schlagkraft und eröffne der radikal-islamischen Hamas die Chance, sich neu zu bewaffnen. Auch die Außenminister der Europäischen Union hatten eine sofortige und dauerhafte Waffenruhe sowie humanitäre Hilfe gefordert.

TEL AVIV: Ungeachtet internationaler Forderungen nach einer Waffenruhe setzt Israel die Luftangriffe im Gazastreifen unvermindert fort. Den fünften Tag in Folge griff die Luftwaffe Ziele der radikal-islamischen Hamas an. Insgesamt seien seit Mitternacht 35 Angriffe geflogen worden, sagte ein israelischer Armeesprecher. Auch militante Palästinenser setzten ihre Angriffe auf Israel fort. Zehn Raketen schlugen im Grenzgebiet ein. In der Wüstenstadt Beerschewa explodierten zwei Raketen, eine davon in einem leeren Schulgebäude.--Seit Beginn der Offensive sind nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Gaza mehr als 380 Palästinenser getötet worden. Auf israelischer Seite starben vier Menschen.

DHAKA: Nach der Parlamentswahl in Bangladesh haben internationale Beobachter die Abstimmung als fair gewürdigt. Entsprechend äußerten sich Vertreter des Commonwealth und der Europäischen Union. Die bei der Parlamentswahl unterlegene frühere Ministerpräsidentin Khaleda Zia will das Ergebnis aber nicht anerkennen. Die Abstimmung sei lächerlich gewesen, das Ergebnis spiegele nicht den Willen des Volkes wider, erklärte Zia.-- Wahlsiegerin Sheik Hasina Wajed von der Awami-Liga bot der unterlegenen Rivalin eine Zusammenarbeit an. Hasinas linksgerichtete Partei hatte sich bei der Wahl eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament gesichert.

MOSKAU: Im Gasstreit mit Russland reist die ukrainische Regierungschefin Julia Timoschenko noch am letzten Tag des Jahres zu Verhandlungen nach Moskau. Das bestätigte die ukrainische Botschaft der Agentur Interfax. Die Regierung der Ukraine hatte erklärt, man habe Schulden von 1,5 Milliarden Euro bei dem russischen Gasmonopolisten Gazprom bezahlt. Allerdings wurde in Moskau die Zahlung nicht bestätigt. Zudem gibt es Differenzen über die Höhe der Schulden. Auch ist strittig, wieviel die Ukraine künftig für Erdgas zahlen soll. Der Streit betrifft auch Westeuropa. Sollte Gazprom den Gashahn zudrehen, könnte es Lieferengpässe geben.

BERLIN: Die internationale Finanzkrise bietet nach Ansicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel auch die Chance zur Weiterentwicklung der deutschen Wirtschaft. Mit Zukunftsinvestitionen und Entlastungen für die Bürger wolle man aus der Krise "stärker herausgehen, als man hineingekommen" sei, sagte Merkel in ihrer jetzt veröffentlichten Neujahrsansprache. Die CDU-Chefin beschwört dazu den "Gemeinsinn" der Deutschen. Deutliche Kritik übt sie an "finanziellen Exzessen ohne soziales Verantwortungsbewußtsein" sowie Bankern und Managern "ohne Maß und Mitte". Nun müsse wieder der Staat "Hüter der sozialen und wirtschaftlichen Ordnung" sein.

BERLIN: Die anstehenden Prozesse um Steuerbetrug in Liechtenstein werden nach Ansicht von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück die Steuermoral in Deutschland fördern. Die Verfahren würden deutlich machen, dass "der Ehrliche nicht der Dumme" sein müsse, sagte Steinbrück der Nachrichtenagentur Agence France Presse (afp). Keiner dieser "Kriminellen" - so der SPD-Politiker - solle sicher sein, dass man nicht auch an seine Daten komme. Am 22. Januar beginnt der wohl spektakulärste Prozess um Steuerbetrug in Liechtenstein: Dann steht Ex-Deutsche-Post-Chef Klaus Zumwinkel erstmals vor Gericht.

SHANGHAI: Chinas Börse hat dieses Jahr den größten Kursverlust ihrer 18-jährigen Geschichte erlitten. Der Aktienmarkt in Shanghai schloss am Mittwoch erneut schwächer und brach auf das Gesamtjahr gesehen um 65 Prozent ein. Auch an den anderen großen Börsen im asiatisch-pazifischen Raum gab es massive Verluste. Die Aktienmärkte in Tokio, Seoul und Sydney meldeten durchgängig Kurseinbrüche von mehr als 40 Prozent für das zu Ende gehende Jahr.

PEKING: Im Skandal um Melamin-verseuchte Babynahrung in China müssen sich jetzt auch vier ranghohe Manager des Herstellers "Sanlu" vor Gericht verantworten. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, ist unter ihnen die ehemalige Vorstandschefin des Konzerns, Tian Wenhua. Allen Angeklagten droht bei einem Schuldspruch die Todesstrafe. Tian gab vor Gericht zu, sie habe bereits im Mai Tests über die Qualität der Milch eingeleitet, die Behörden aber erst Anfang August informiert. --- In den vergangenen Tagen begannen laut Xinhua bereits Prozesse gegen 17 weitere Verdächtige. Die Hersteller des Milchpulvers boten den betroffenen Familien Entschädigungen in einer Gesamthöhe von umgerechnet etwa 112 Millionen Euro an. Anwälte der Kläger lehnten dies als zu niedrig ab.

NEW YORK: Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki Moon, hat die jüngsten Gewalttaten im Nordosten des Kongo durch Rebellen der so genannten 'Lord's Resistance Army' verurteilt. Er forderte diese auf, sich an das internationale Recht zu halten. Die Aufständischen sollen nach Angaben der katholischen Kirche an den Weihnachtstagen ein Massaker an mehr als 400 Zivilisten in der Region verübt haben. Die Rebellen sind seit Jahren im Grenzgebiet der Demokratischen Republik Kongo und Ugandas aktiv. Ihr Chef, Joseph Kony, wird mit Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofes in Den Haag gesucht.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Südwesten etwas Niederschlag, meist als Schnee. Sonst vielfach freundlicher mit Sonnenschein. Maximal minus drei bis plus drei Grad.

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