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Nachrichten

Mittwoch, 30. Juli 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

DEN HAAG: Serbien hat den früheren Präsidenten der bosnischen Serben, Radovan Karadzic, an das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag überstellt. Nach der Landung in Rotterdam wurde er per Hubschrauber ins Gefängnis des Tribunals nach Scheveningen bei Den Haag gebracht. Innerhalb eines Tages soll er dem Haftrichter vorgeführt werden. Karadzic werden Völkermord und Kriegsverbrechen an Moslems und Kroaten im Bosnien-Krieg 1992 bis 1995 vorgeworfen. Er war nach 12-jähriger Flucht am Montag voriger Woche in Belgrad gefasst worden. Am Dienstagabend hatten in Belgrad rund 15.000 Nationalisten gegen eine Auslieferung Karadzics demonstriert. Am Rande der Kundgebung kam es zu schweren Ausschreitungen. Mehrere hundert meist jugendliche Randalierer griffen die Polizei mit Brandsätzen, Steinen und Metallrohren an. Die Polizisten setzten Tränengas und Gummigeschosse ein.

WASHINGTON/PEKING: Mit Enttäuschung haben Regierungen und Wirtschaftsvertreter weltweit das Scheitern der Welthandelsgespräche aufgenommen. Die US-Handelskammer sprach von einer schlechten Nachricht für Unternehmen, Bauern und die Armen. China sieht einen gravierenden Rückschlag für die Weltwirtschaft. Industrie- und Schwellenländer wie China, Indien und Indonesien beschuldigten sich gegenseitig, nicht kompromissbereit genug gewesen zu sein. Die Verhandlungen waren am Dienstagabend nach neun Tagen abgebrochen worden, weil beide Seiten sich im Streit um Agrarzölle und den Schutz von Bauern nicht einigen konnten. Sie sollen möglicherweise im Herbst wieder aufgenommen werden.

KARLSRUHE: Das Bundesverfassungsgericht hat die Nichtraucherschutzgesetze der Bundesländer Baden-Württemberg und Berlin teilweise für verfassungswidrig erklärt. Das absolute Rauchverbot in so genannten Einraumkneipen und Diskotheken verletze die Berufsfreiheit der Betreiber, urteilten die Richter. Zwar wäre ein striktes Rauchverbot ohne jede Ausnahme mit dem Grundgesetz vereinbar. Da die Nichtraucherschutz-Gesetze aber Ausnahmen für größere Gaststätten zuließen, die ein gesondertes Raucherzimmer ausweisen könnten, verstießen die Gesetze gegen den Gleichheitsgrundsatz. Die bestehenden Regelungen könnten bis Ende Dezember 2009 in Kraft bleiben. Allerdings müssten bis dahin für Eckkneipen Übergangsregelungen erlassen werden.

FRANKFURT AM MAIN: Die deutsche Lufthansa muss am dritten Streiktag erstmals auch Interkontinentalflüge streichen. Betroffen sind nach Unternehmensangaben Verbindungen von Frankfurt am Main nach New York, Calgary und Kalkutta, sowie die Strecke München-Chicago. Zudem werden rund 70 Kurzstreckenflüge auf innerdeutschen und europäischen Strecken nicht stattfinden, da weiterhin neun Flugzeuge wegen des Streiks nicht gewartet werde können und deshalb am Boden bleiben müssen. Die Gewerkschaft Verdi verlangt für ihre rund 50.000 Beschäftigten des Boden- und Kabinenpersonals 9,8 Prozent mehr Lohn. Die Lufthansa hatte zuletzt 6,7 Prozent verteilt auf zwei Jahre sowie Einmalzahlungen geboten. Am Dienstag hatte das Unternehmen erste Halbjahreszahlen vorgelegt. Danach stieg der operative Gewinn trotz deutlich höherer Kerosinkosten um 45 Prozent.

WIESBADEN: Erhebliche Preissprünge bei Öl, Benzin und Lebensmitteln halten die Inflation in Deutschland unverändert auf dem höchsten Stand seit 15 Jahren. Auch im Juli betrug die jährliche Teuerungsrate wie bereits im Vormonat 3,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Berechnungen mitteilte. Die Preise für Lebensmittel lagen im Juli um acht Prozent über dem Vorjahresniveau.

WASHINGTON: Wenige Tage vor seiner Reise zur Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Peking ist US-Präsident George W. Bush mit fünf prominenten chinesischen Regimekritikern zusammengetroffen. Thema des Gesprächs sei die Sorge um die Lage der Menschenrechte in der Volksrepublik gewesen, teilte eine Regierungssprecherin in Washington mit. - Zuvor hatte Bush ebenfalls im Weißen Haus mit dem chinesischen Außenminister Yang Jiechi gesprochen. Dabei habe der Präsident deutlich gemacht, dass die Olympischen Spiele für China eine Chance seien, Engagement für Menschenrechte und Freiheit zu demonstrieren, sagte die Regierungssprecherin. - Die Spiele beginnen am Freitag nächster Woche.

NUKU'ALOFA: Auf der Südpazifik-Insel Tonga ist der neue König George Tupou V. auf traditionelle Art 'gekrönt' worden. Rund 200 hochrangige Gäste beschenkten den Monarchen mit Lebensmitteln. Der 60-jährige Monarch hatte bereits seit dem Tod seines Vaters 2006 die Amtsgeschäfte wahrgenommen. Wegen gewaltsamer Proteste gegen die absolute Königsherrschaft wurde die für 2007 vorgesehene Krönung verschoben. Am Montag kündigte Tupou V. an, er werde künftig Parlament und Regierung die Führung des Landes überlassen. Das Inselreich mit der Hauptinsel Tongatapu gehört zu noch ganz wenigen Königreichen weltweit.

KATHMANDU: In Nepal hat Präsident Ram Baran Yadav die Maoisten mit der Bildung einer neuen Regierung beauftragt. Innerhalb einer Woche sollen sie einen Vorschlag für eine Koalition mit anderen Parteien präsentieren. Die Maoisten sind nach der Wahl zur Verfassunggebenden Versammlung im April stärkste Fraktion, verfehlten aber die absolute Mehrheit der Sitze. Sie hatten nach dem Sieg Yadavs, dem Kandidaten der Kongresspartei, bei der Präsidentenstichwahl vor einer Woche angekündigt, in die Opposition zu gehen. Ihr Kandidat hatte gegen Yadav knapp verloren.

NEW YORK: Die Zahl der Aids-Toten weltweit ist rückläufig. Dies geht aus dem Jahresbericht des Aids-Programms der Vereinten Nationen (UNAIDS) hervor. Demnach starben im Jahr 2007 nach Schätzungen zwei Millionen Menschen an den Folgen der Immunschwächekrankheit. Im Jahr zuvor seien es 2,2 Millionen gewesen. Der Bericht spricht von einer Stabilisierung der globalen Aids-Epidemie auf einem inakzeptabel hohen Niveau. Jeden Tag steckten sich rund 7.500 Menschen neu mit dem HI-Virus an. Weltweit seien rund 33 Millionen Menschen infiziert. 67 Prozent aller HIV-Infizierten lebten in Afrika südlich der Sahara. Dort seien 2007 auch 72 Prozent aller Aids-Toten registriert worden, heißt es in dem UN-Report.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Nordwesten und an der Oder heiter und meist trocken. Sonst ein Mix aus Wolken und Sonne und vermehrt Schauer oder Gewitter. Höchstwerte 23 bis 32 Grad.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg: 19°, leichter Regen ;
Berlin: 20°, stark bewölkt
Dresden: 18°, etwas Regen;
Köln/Bonn: 19°, leicht bewölkt;
Frankfurt am Main: 21°, wolkig und
München: 21°, leicht bewölkt.

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