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Nachrichten

Mittwoch, 30. August 2006

Hier finden sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch.

BERLIN: Unter dem Motto 'Mehr Demokratie in der Wirtschaft' feiert der Deutsche Gewerkschaftsbund das 30jährige Bestehen des Mitbestimmungsgesetzes in Deutschland. Die Festrede beim Jubiläumskongress in Berlin hält Bundeskanzlerin Angela Merkel. Das Gesetz regelt die Mitgliedschaft von Vertretern der Beschäftigten im Aufsichtsrat von Kapitalgesellschaften mit mehr als 2.000 Mitarbeitern. Beschäftigte und Kapitaleigner sind dort jeweils zur Hälfte vertreten. Während die Wirtschaft die Rechte von Arbeitnehmervertretern in Aufsichtsräten will, sprechen sich Gewerkschafter für eine Stärkung des bestehenden deutschen Modells aus. Bundeskanzlerin Merkel hatte sich zuletzt ausdrücklich zur Mitbestimmung im europäischen Unternehmensrecht bekannt.

JERUSALEM: UN-Generalsekretär Kofi Annan hat Israel nochmals aufgefordert, die See- und Luftblockade des Libanon zu beenden. Nur so könne sich die Wirtschaft nach dem Krieg erholen, betonte Annan in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem israelischen Regierungschef Ehud Olmert in Jerusalem. Beide hatten sich zuvor in Olmerts privater Residenz getroffen. Olmert sagte, er hoffe auf eine weitere Entspannung der Lage, damit erstmals auch direkte Kontakte zwischen den Regierungen in Israel und im Libanon möglich seien. Am Dienstag hatte Israels Verteidigungsminister Amir Perez im Gespräch mit Annan deutlich gemacht, die See- und Luftblockade bleibe so lange aufrecht, bis UN-Truppen und libanesische Armee den Waffennachschub der schiitische Hisbollah unterbunden hätten.

BAGDAD: Im Irak ist ein Ende der Gewalt nicht in Sicht. Bei einem Bombenanschlag auf einem belebten Markt in Bagdad sind nach ersten Berichten 24 Menschen getötet und 35 verletzt worden. Zuvor war in der Schiitenstadt Hilla ein Sprengsatz vor einem Rekrutierungsbüro der Armee detoniert. Der Attentäter hatte die Bombe an einem Fahrrad angebracht. Mindestens 12 Menschen wurden getötet, knapp 40 verletzt.

TEHERAN: Iran hat einen Tag nach seinem Nein zur Forderung des Weltsicherheitsrats Verhandlungen als einzigen Weg zur Lösung des Atomstreits bezeichnet. Das Problem müsse diplomatisch gelöst werden, erklärten der iranische Vize-Außenminister Abbas Araghchi und Chinas Außenminister Li Zhaoxing in Peking. Iran ist ein wichtiger Handelspartner der Veto-Macht China. Der UN-Sicherheitsrat fordert von der Führung in Teheran in einer Resolution, bis Donnerstag das Atomprogramm einschließlich der Uran-Anreicherung auszusetzen. Dies lehnte Präsident Mahmud Ahmadinedschad am Dienstag nochmals kategorisch ab und bekräftigte, Iran habe das Recht auf eine friedliche Nutzung der Atomkraft. - Nach Erkenntnissen der 'Washington Post' begannen iranische Wissenschaftler mit der Anreicherung einer neuen Ladung Uran.

KAIRO: Im Alter von 94 Jahren ist der ägyptische Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Nagib Mahfus gestorben. Das teilte sein behandelnder Arzt in einem Krankenhaus in Kairo mit. Der auch als 'Vater des arabischen Romans' bezeichnete Mahfus griff in seinen Werken fast alle Stilrichtungen vom Symbolismus bis zum Expressionismus und zur Allegorie auf. Er verfasste auch Theaterstücke und Kurzgeschichten. 1988 erhielt Mahfus den Nobelpreis. In Deutschland wurde er mit Werken wie 'Die Moschee in der Gasse', 'Miramar' und der 'Kairo-Trilogie' bekannt. 1994 wurde Mahfus von zwei islamischen Fundamentalisten niedergestochen und schwer verletzt. Seitdem verließ er kaum noch sein Haus.

ANKARA: Nach dem Terroranschlag in der türkischen Stadt Antalya sucht die Polizei intensiv nach den Bombenlegern. Gefahndet wird vor allem nach zwei Männern, die sich nach der Explosion im Stadtzentrum rasch entfernt hatten. Bei dem Anschlag waren am Montag drei Menschen getötet worden. Wie bereits nach der Bombenserie in Marmaris bekannte sich die Extremistengruppe 'Freiheitsfalken Kurdistans' auch zu dem Anschlag in Antalya. Trotz der Anschläge meldeten deutsche Reiseveranstalter nur wenige Umbuchungen.

SAO PAULO: Die Restrukturierungspläne von Volkswagen in Brasilien kosten bis Ende November 1.800 Stellen. Wie das Unternehmen bekannt gab, ist davon vor allem das Produktionswerk Sao Bernardo do Campo im Bundesland Sao Paulo betroffen. In der ältesten und größten VW-Produktionsstätte in Brasilien legten die Beschäftigten auf diese Ankündigung hin ihre Arbeit nieder. Der Streik sei unbefristet und eine direkte Reaktion auf den Stellenabbau, erklärte die Gewerkschaft. VW, das fünf Werke mit rund 22.000 Mitarbeitern in Brasilien betreibt, hatte seine Umbaupläne im Mai bekannt gegeben.

KATHMANDU: Durch Schlammlawinen und Überschwemmungen nach heftigen Monsunregenfällen sind im Nordwesten Nepals fast 40 Menschen ums Leben gekommen. Tausende Bewohner der Region 500 Kilometer westlich der Hauptstadt Kathmandu wurden obdachlos. Meteorologen rechnen damit, dass die schweren Regenfälle in den nächsten drei Wochen anhalten. - Auch aus dem nordindischen Unionsstaat Uttar Pradesch werden nach heftigem Monsunregen Überflutungen gemeldet. Mehr als 100 Dörfer stehen unter Wasser.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wechselhaft mit Schauern und einzelnen Gewittern, im Osten und am Alpenrand regnerisch. Die Höchstwerte liegen zwischen zwölf und 19 Grad im Norden.

Zuletzt meldeten:

Hamburg: 12 Grad, regnerisch,
Berlin: 12 Grad, regnerisch,
Dresden: 11 Grad, wolkig,
Köln/Bonn: 10 Grad, leicht bewölkt,
Frankfurt am Main: 10 Grad, wolkig und
München: 9 Grad, bedeckt.

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