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Nachrichten

Mittwoch, 30. April 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

ANKARA: Das türkische Parlament hat einer Reform des Gesetzes zur 'Beleidigung des Türkentums' zugestimmt. 250 Abgeordneten waren dafür, 65 dagegen. Kritiker sehen in dem umstrittenen Artikel 301 des Strafgesetzbuchs eine Einschränkung des Rechts auf Meinungsfreiheit. Nach der Reform steht nicht mehr die 'Beleidigung des Türkentums' unter Strafe, sondern die 'Beleidigung der türkischen Nation'. Auf Grundlage des Paragraphen waren in der Türkei hunderte Intellektuelle wie Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk strafrechtlich verfolgt worden. Die EU hat Ankara wiederholt zur Änderung des Gesetzes aufgefordert. Die Reform ist eine der wesentlichen Voraussetzungen für Fortschritte in den Gesprächen über eine EU-Mitgliedschaft.

LUXEMBURG: Die Spannungen zwischen Russland und der früheren Sowjetrepublik Georgien verschärfen sich. Der russische Außenminister Sergej Lawrow drohte mit Vergeltungsmaßnahmen, falls Georgien in den abtrünnigen Regionen Südossetien und Abchasien militärisch eingreifen sollte. Lawrow sagte in Luxemburg, Russland müsse das Leben seiner Bürger in den Regionen schützen. Die meisten Bewohner dort haben russische Pässe. Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana zeigte sich nach seinem Gespräch mit Lawrow besorgt. Die Ankündigung des russischen Verteidigungsministeriums, die Truppenkontingente in Abchasien und Südossetien aufzustocken, nannte Solana keine weise Maßnahme, wenn man Spannungen abbauen wolle. Die EU stehe hinter der territorialen Eigenständigkeit Georgiens, betonte der Chefdiplomat.

BAGDAD: In der irakischen Hauptstadt gerät die Lage im schiitischen Viertel Sadr-City zunehmend außer Kontrolle. Nach Angaben des US-Militärs wurden dort in der Nacht zum Mittwoch zwei amerikanische Soldaten von Aufständischen getötet. Vorausgegangen waren heftige Kämpfe mit schiitischen Milizen des Predigers Moktada al-Sadr. Nach US-Angaben waren dabei seit Dienstag 34 Milizionäre getötet worden. Bewohner von Sadr-City berichteten von weitaus mehr Opfern, darunter zahlreiche Zivilisten.

KABUL: Drei Tage nach dem Überfall auf eine Militärparade in Kabul sind in der afghanischen Hauptstadt fünf Aufständische getötet worden. Die mutmaßlichen Kämpfer der radikalislamischen Taliban hatten sich nach Angaben der Behörden in einem Haus in der Altstadt Kabuls verschanzt. Beamte der Polizei und des nationalen Sicherheitsdienstes NDS umstellten danach das Gebäude und lieferten sich über Stunden Feuergefechte mit den Rebellen. Dabei sollen auch zwei NDS-Mitarbeiter ums Leben gekommen sein. Außerdem habe es in dem Gebäude eine Explosion gegeben. Die Verschanzten sollen Verbindungen zu den Angreifern vom Sonntag haben. Der afghanische Präsident Hamid Karsai war dem Anschlag auf die Militärparade am Sonntag unverletzt entgangen. Drei Zivilisten und drei Angreifer starben. Zu der Tat bekannten sich die Taliban und eine weitere radikalislamische Gruppe.

NEW YORK: Der Weltsicherheitsrat hat sich angesichts des Machtkampfs in Simbabwe vier Wochen nach den Wahlen mit der Lage dort befasst. Eine gemeinsame Erklärung scheiterte vor allem am Widerstand des Nachbarlandes Südafrika, das den Standpunkt vertritt, die Krise sei eine innere Angelegenheit. Dagegen forderten europäische Staaten, die USA und lateinamerikanische Länder die Entsendung eines UN-Sonderbeauftragten nach Simbabwe. Die UN-Vertreterin Großbritanniens sagte, das Land stecke in der schlimmsten humanitären Krise seit der Unabhängigkeit. 1,5 Millionen Menschen seien auf Lebensmittellieferungen angewiesen. Zur Präsidenten- und Parlamentswahl gibt es noch immer keine offiziellen Ergebnisse. Oppositionsführer Morgan Tsvangirai hat sich bereits zum Sieger erklärt. Dagegen setzt Präsident Robert Mugabe weiter auf eine Stichwahl, um den künftigen Staatschef zu bestimmen.

NÜRNBERG: Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist auf 3,414 Millionen gesunken. Das sind rund 94.000 weniger als im März und 563.000 weniger als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit bekanntgab. Die Quote fiel um 0,3 auf 8,1 Prozent. Experten hatten einen noch stärkeren Rückgang erwartet. Agenturchef Frank-Jürgen Weise sagte, die Zahl der Beschäftigten wachse weiter und die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften bleibe auf hohem Niveau. --- SPD-Chef Kurt Beck und sein Vize Frank-Walter Steinmeier schreiben in einem Beitrag für die "Süddeutsche Zeitung", es gebe gute Chancen, in Deutschland mittelfristig Vollbeschäftigung zu erreichen.

BERN: Albert Hofmann, der Schweizer Entdecker der so genannten Wunderdroge LSD, ist tot. Er starb im Alter von 102 Jahren in seinem Haus in Burg im Kanton Basel-Land, wie eine Sprecherin der Gemeinde mitteilte. Hofmann hatte den Wirkstoff Lysergsäure-Diäthylamid bereits im Jahre 1938 entdeckt, stieß allerdings erst 1943 zufällig auf seine bewußtseinserweiternde Wirkung. Das in den 60er Jahren verbotene LSD ist heute wieder interessant für Ärzte und Psychotherapeuten. Vor zwei Jahren genehmigte die Schweizer Regierung eine Pilotstudie zur Erforschung der Auswirkungen der Substanz bei schweren Erkrankungen. Ziel ist es herauszufinden, ob LSD einen positiven Effekt für die Psychotherapie haben kann und ob die Droge ohne Risiko eingenommen werden kann.

WIEN: Nach Bekanntwerden des Inzest-Verbrechens von Amstetten in Niederösterreich prüfen die Behörden, ob der geständige mutmaßliche Täter Komplizen hatte. Die Ermittler interessieren sich insbesondere für eine elektronisch gesteuerte Stahlbeton-Tür, hinter der der Österreicher seine Tochter 24 Jahre lang einsperrt und sexuell missbraucht hat. Die Polizei versuche herauszufinden, ob ein einzelner Mann diese Tür habe einbauen können, teilte das Landeskriminalamt mit. Dem 73-jährigen Rentner, der mit seiner Tochter sieben Kinder zeugte, droht nach Angaben der Staatsanwaltschaft lebenslange Haft.

ZUM FUßBALL: Manchester United steht im Finale der Champions League. ManU besiegte im Halbfinal-Rückspiel den FC Barcelona mit 1:0. Im rein englischen Endspiel am 21. Mai in Moskau trifft Manchester entweder auf Chelsea oder auf Liverpool.

Das Wetter: Von Westen neue Regenfront :

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Von Westen her eine breite Regenfront, im Osten zunächst noch heiter. Maximal 14 bis 21 Grad.

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