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Nachrichten

Mittwoch, 3. September 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

NIKOSIA: Die politischen Vertreter der griechischen und türkischen Zyprer sind zu neuen Gesprächen über die Wiedervereinigung der seit 34 Jahren geteilten Mittelmeeinsel zusammengekommen. Der Präsident der Republik Zypern, Demetris Christofias, und der Führer der türkisch-zyprischen Volksgruppe, Mehmed Ali Talat, trafen sich in einer von den Vereinten Nationen kontrollierten Zone auf dem ehemaligen Flughafen von Nikosia. Beide zeigten sich vor dem Treffen optimistisch im Hinblick auf eine Übereinkunft noch im Laufe des Jahres. Angestrebt wird die Bildung einer Föderation. Zypern gehört seit 2004 zur EU, die international anerkannte Regierung in Nikosia kontrolliert jedoch nur den Süden der Insel. Die Türkische Republik Nordzypern wird allein von der Türkei anerkannt.

KABUL: Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung ist in der afghanischen Hauptstadt mit Präsident Hamid Karsai zusammengetroffen. Zuvor hatte Jung bereits Gespräche mit dem UN-Beauftragten für Afghanistan, Kai Eide, geführt. Nach Angaben des Ministers muss die Bundeswehr vor der in diesem Monat anstehenden Mandatsverlängerung mit weiteren Anschlägen der radikal-islamischen Taliban rechnen. Diese hätten registriert, dass in Deutschland kontrovers über das Thema diskutiert werde. Unterdessen warf der Bundeswehrverband der Regierung in Berlin vor, die Wahrheit über den Einsatz zu verschleiern. Die Bundeswehr befände sich in einem Krieg mit einem zu allem entschlossenen Gegner, sagte Verbandschef Bernhard Gertz. Die Regierung wäre gut beraten, dies in aller Klarheit zu sagen.

ASTANA: Das mit Russland verbündete Kasachstan unterstützt die Haltung der Europäischen Union zur Lösung der Krise im Kaukasus. Nach einem Gespräch mit Bundespräsident Horst Köhler in Astana äußerte der kasachische Präsident Nursultan Nasarbajew einerseits Verständnis für die militärische Intervention Russlands in Georgien. Gleichwohl müsse aber der EU-Plan zur Entschärfung der Krise in allen Punkten erfüllt werden. Köhlers zweitägiger Besuch ist der Auftakt einer Reise des Bundespräsidenten durch mehrere Länder Asiens. Bei seinen Gesprächen in Kasachstan ging es auch um Fragen der Energielieferungen aus Mittelasien an die Europäische Union.

BAKU: US-Vizepräsident Dick Cheney hält sich zu Gesprächen in der früheren Sowjet-Republik Aserbaidschan auf. Mit Präsident Ilcham Alijew will er über Fragen der Energiesicherheit sprechen. Mit der Reise, die Cheney auch in die Ukraine und Georgien führen wird, wollen die Vereinigten Staaten ihren Verbündeten nach der russischen Militäroffensive im Kaukasus den Rücken stärken. Laut Medienberichten plant die US-Regierung ein umfangreiches Wirtschaftshilfepaket für Georgien im Umfang von einer Milliarde Dollar. Damit soll der Wiederaufbau der Infrastruktur finanziert werden, die beim Vormarsch der russischen Armee zerstört wurde.

WASHINGTON: Die USA haben Russland aufgefordert, den Tod des Kreml-kritischen Journalisten Magomed Jewlojew genau zu untersuchen. Der Tod des inguschetischen Journalisten in Polizeigewahrsam sei sehr beunruhigend, hieß es in einer Erklärung des US-Außenministeriums. Jewlojew war der Betreiber der Internetseite 'ingushetiya.ru', eine der meistbesuchten oppositionellen Websites in Russland. Er war am Sonntag in der inguschetischen Hauptstadt Magas festgenommen und auf dem Weg zu einer Polizeiwache durch einen Kopfschuss getroffen worden. Er starb im Krankenhaus. Während die Polizei von einem Unfall sprach, gehen Anhänger Jewlojews davon aus, dass er von Beamten gezielt getötet wurde. Inguschetien ist eine mehrheitlich von Muslimen bewohnte russische Teilrepublik.

ST. PAUL: US-Präsident George W. Bush hat den republikanischen Präsidentschaftsbewerber John McCain als besten Garanten für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten empfohlen. Das Land brauche einen Präsidenten, der die Lektionen des 11. September verstanden habe, sagte Bush in einer Videoansprache für den Wahlparteitag der Republikaner in St. Paul im Bundesstaat Minnesota. Um die USA zu schützen, müssten Angriffe gestoppt werden, bevor sie passierten. Darauf sei McCain durch seine Lebensgeschichte vorbereitet, so Bush weiter. Mit Spannung erwartet wird an diesem Mittwoch die Rede von McCains Vizekandidatin Sarah Palin. Nach ihrer überraschenden Berufung bleibt die 44-jährige Gouverneurin von Alaska weiterhin im Blickpunkt des Interesses. Bei neuen Protesten am Rande des Parteitags kam es zu Ausschreitungen. Die Polizei ging mit Tränengas vor. Mehrere Demontranten wurden festgenommen.

BANGKOK: Ein Streikaufruf von Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes ist in der thailändischen Hauptstadt Bangkok zunächst ohne Wirkung geblieben. Busse und Bahnen fuhren wie üblich. Geschäfte und Restaurants öffneten ebenfalls. Lediglich ein Viertel der Schulen blieb geschlossen. Die Gewerkschaften hatten angekündigt, das öffentliche Leben in der Zehn-Millionen-Metropole lahm legen zu wollen, um den Druck auf Ministerpräsident Samak Sundaravej zu erhöhen. Anhänger der Protestbewegung Volksallianz für Demokratie (PAD) belagern seit voriger Woche dessen Amtssitz, um ihn zum Rücktritt zu zwingen. Dabei war es in den vergangenen Tagen zu blutigen Unruhen gekommen, bei denen ein Mensch getötet wurde. Die Regierung verhängte daraufhin den Ausnahmezustand über die Stadt.

NEU DELHI: In den Überschwemmungsgebieten im Nordosten Indiens sind vermutlich mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen. Bislang wurden die Leichen von fast 60 Opfern gefunden, seit vor etwa zwei Wochen im Bundesstaat Bihar der Fluss Kosi nach anhaltendem Monsun-Regen über die Ufer trat. Rund weitere 50 Menschen werden nach Behördenauskunft noch vermisst. Mindestens 3,5 Millionen Menschen sind von den Wassermassen betroffen. Aus Maschinen der indischen Luftwaffe werden derzeit Wasserkanister, Lebensmittelpakete und Decken abgeworfen. Auch in Bangladesch lösten heftige Regenfälle Überschwemmungen und Erdrutsche aus. Mehrere Menschen starben dort in Schlammlawinen. Nach Einschätzung von Hilfsorganisationen wird sich die Lage auch in den kommenden Wochen nicht verbessern, weil der Monsun in der Regel bis Oktober dauert.

PORT-AU-PRINCE: In Haiti sind mindestens 19 Menschen durch den Tropensturm 'Hanna' ums Leben gekommen. Allein in der Küstenstadt Gonaives ertranken zehn Menschen im Hochwasser. Auch im entwaldeten Gebirge des Inselstaates richteten sintflutartige Regenfälle furchtbare Verwüstungen an. Viele Straßen sind unterbrochen und erschweren somit den Rettungsmannschaften, Hilfe zu leisten. Insgesamt starben in Haiti in den vergangenen zwei Wochen durch drei Stürme mehr als 100 Menschen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Vom Schwarzwald bis zur Ostsee wolkig mit Schauern und Regen. Im Nordwesten und südlich der Donau zunächst überwiegend trocken.

Zuletzt meldeten bei bewölktem Himmel

Hamburg: 13 Grad;

Berlin: 21 Grad;

Dresden: 22 Grad;

Köln/Bonn: 15 Grad;

Frankfurt am Main: 16 Grad und

München: 21 Grad.

Audio und Video zum Thema