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Nachrichten

Mittwoch, 29. Oktober 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

ISLAMABAD: Bei einem starken Erdbeben der Stärke 6,4 im Südwesten Pakistans sind nach neuen offiziellen Angaben mehr als 160 Menschen ums Leben gekommen, mehrere hundert wurden verletzt. Die Behörden befürchteten, dass die Zahl der Opfer noch ansteigen könnte. Hunderte Lehm-Häuser stürzten ein oder wurden von Erdrutschen verschüttet. Acht Dörfer wurden schwer beschädigt. Besonders betroffen ist die Provinz Baluchistan. Das Epizentrum lag 60 Kilometer nordöstlich der Stadt Quetta.

RIAD: Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat in Saudi-Arabien nochmals um internationale Finanzhilfen für Pakistan geworben. Nur ein Kredit, der binnen einer Woche gewährt werde, könne einen Wirtschaftskollaps noch verhindern, sagte Steinmeier, der zuvor Gespräche in Pakistans Hauptstadt Islamabad geführt hatte. In Riad beriet der Außenminister mit seinem saudischen Kollegen Prinz Saud el Faisal und König Abdallah über eine verstärkte internationale Kooperation, um Finanzkrisen künftig im Vorfeld besser begegnen zu können. - An diesem Mittwoch wird Steinmeier in den Vereinigten Arabischen Emiraten über den Ausbau der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen sprechen. Die Emirate sind für Deutschland einer der wichtigsten Wirtschaftspartner im Nahen Osten.

STUTTGART: Der Autokonzern Porsche will VW-Aktien auf den Markt bringen, um den Börsenkurs von Volkswagen wieder zu stabilisieren. Dieser war in den vergangenen Tagen massiv gestiegen, nachdem Porsche mitgeteilt hatte, man halte 70 Prozent Anteil an VW oder habe eine Option darauf. Nach der Porsche-Ankündigung brach der VW-Kurs im Vergleich zum Dienstag ein. Die Kurskapriolen der vergangenen Tage waren auf eine zu geringe Anzahl verfügbarer Aktien zurückzuführen. Spekulanten, die auf sinkende Kurse gesetzt hatten, mussten ihre ausgeliehenen und dann verkauften Aktien wieder zurückerwerben. Zum Handelsschluss am Dienstag hatten die VW-Aktien einen Anteil von 27 Prozent im Deutschen Aktienindex und verzerrten damit das Börsenbarometer.

FRANKFURT AM MAIN: Als erste Privatbank hat die Hypo Real Estate Geld aus dem 500-Milliarden-Rettungspaket der Bundesregierung beantragt. Zunächst sei ein Bedarf von 15 Milliarden Euro angemeldet worden, um den kurzfristigen Liquiditätsbedarf zu decken, hieß es. Der Immobilienfinanzierer hatte bereits Anfang Oktober eine Kapitalspritze von Staat, Bundesbank und deutschen Banken in Höhe von 50 Milliarden Euro zugesagt bekommen. Die Hypo Real Estate war durch die irische Tochtergesellschaft Depfa in die Schieflage geraten. Diese hatte sich mit Zinswetten verspekuliert und musste im September durch ein milliardenschweres Rettungspaket von Staat und Banken vor der Pleite bewahrt werden.

BERLIN: Die Bundesregierung arbeitet nach dem Milliarden-Hilfspaket für die Banken an einem Paket für Wirtschaft und Arbeitnehmer. Der schwer gebeutelten Autoindustrie soll mit Steueranreizen unter die Arme gegriffen werden. Wirtschaftsminister Michael Glos kündigte eine Umstellung der KFZ-Steuer an und verwies darauf, dass fast jeder sechste Arbeitsplatz in Deutschland von der Autobranche abhänge. Diskutiert werden auch die Förderung von Energiesparmaßnahmen bei der Gebäudesanierung und veränderte Abschreibungsregeln bei Investitionsgütern. Das Kabinett will an diesem Mittwoch weiter über die Hilfen beraten und in der kommenden Woche das Paket zur Stützung der Konjunktur beschließen.

BERLIN: Kanzlerin Angela Merkel hat die Bedeutung der Kultur als einigendes Band für Deutschland hervorgehoben. Bei einem Festakt zum zehnjährigen Bestehen der Position des Kulturstaatsministers sagte sie, Kunst und Kultur seien die geistigen Grundlagen des Landes. Eine Gesellschaft ohne beides führe in letzter Konsequenz zu Barbarei und Unmenschlichkeit. Der Posten, der im Kanzleramt angesiedelt ist, wurde 1998 geschaffen. Mit Bundesmitteln werden unter anderem Stiftungen, Kulturveranstaltungen und Filmschaffende finanziell gefördert. Die FDP forderte wegen der Bedeutung der Kultur auch auf europäischer Ebene, ein eigenes Ministerium zu schaffen.

DAMASKUS: Ein syrisches Gericht hat zwölf Regimekritiker zu jeweils zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. In der Urteilsbegründung hieß es, die Angeklagten hätten das Nationalgefühl geschwächt und falsche Nachrichten verbreitet. Die zwölf Dissidenten hatten 2005 zu den Unterzeichnern einer öffentlichen Erklärung gehört. Darin verlangten sie demokratische Reformen, eine Normalisierung des Verhältnisses zum Nachbarland Libanon und mehr Rechte für die syrischen Kurden. Auf die Forderungen hatte die syrische Führung damals mit einer Verhaftungswelle reagiert.

KINSHASA/GOMA: Aus dem Osten der Demokratischen Republik Kongo werden unvermindert Gefechte zwischen Tutsi-Rebellen und Regierungstruppen gemeldet. Einheiten des Rebellenanführers Laurent Nkunda kämpfen nach Medienberichten weiter um die Kontrolle der Stadt Rutshuru an der Grenze zu Uganda. Zuvor hatten die Rebellen erklärt, sie hätten die Städte Rutshuru und Kiwanja eingenommen. Um den Vormarsch zu stoppen, griffen auch UN-Soldaten auf Seiten der Regierungsarmee in die Gefechte ein. Der Flüchtlingsstrom aus den Kampfgebieten hält unterdessen an. Nach dem Zusammenbruch eines Friedensabkommens im August mussten in der östlichen Provinz Nord-Kivu bereits 250.000 Menschen flüchten.

MALE: Auf den Malediven steht nach drei Jahrzehnten ein Machtwechsel bevor. Oppositionsführer Mohamed Nasheed liegt bei der Präsidentenwahl nach vorläufigem Endergebnis acht Prozent vor Amtsinhaber Maumoon Abdul Gayoom. Dieser gestand nach örtlichen Medienberichten seine Niederlage ein und gratulierte seinem Gegner. Nasheed, ein früherer politischer Gefangener, hat für den Inselstaat demokratische Reformen versprochen. Der 71-jährige Gayoom hatte sich nach 30 Jahren als Präsident um eine siebte Amtszeit beworben.

KOPENHAGEN: Die dänische Billig-Fluglinie Sterling stellt den Insolvenzantrag. Wie die Airline auf ihrer Internet-Seite mitteilte, ist der Schritt nötig geworden, nachdem sich isländische Investoren außer Stande gesehen haben, die Gesellschaft am Leben zu erhalten. Sterling annullierte alle Flüge der Gesellschaft. Die entsprechenden Flugtickets wurden wertlos. Es werde keinerlei Ersatz geleistet, hieß es. Die einst boomende Finanz- und Investitionsbranche Islands ist von der internationalen Bankenkrise in besonders hartem Maße betroffen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Westen und Nordwesten heiter und trocken, sonst viele Wolken, im Süden und Osten auch Regen. Tageswerte zwischen fünf und zehn Grad, im Bergland zwischen null und vier Grad.

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