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Nachrichten

Mittwoch, 29. März 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch.

JERUSALEM: In Israel hat die Kadima-Partei des amtierenden Ministerpräsidenten Ehud Olmert die Parlamentswahl gewonnen. Das Ergebnis fiel jedoch geringer aus als erwartet, so dass Olmert auf Koalitionspartner angewiesen ist. Nach Auszählung fast aller abgegebenen Stimmen erhält die Kadima-Partei 28 der insgesamt 120 Sitze in der Knesset. Zweitstärkste Kraft und wahrscheinlicher Koalitionspartner wurde die Arbeitspartei mit ihrem neuen Führer Amir Perez, die 20 Sitze erhält. Die drittstärkste Fraktion im neuen israelischen Parlament stellt mit 13 Mandaten die ultraorthodoxe Schas-Partei vor der Partei des ultra-nationalen Avigdor Liebermann mit 12. Der Likud-Block von Benjamin Netanjahu verzeichnete mit 11 Sitzen sein schlechtestes Ergebnis.

KHARTUM: Nach dem Sieg der Kadima-Partei bei der Wahl in Israel hat der palästinensische Präsident Mahmud Abbas den amtierenden Regierungschef Ehud Olmert zu einer Änderung seiner Politik aufgefordert. Das Wahlergebnis ändere nichts, wenn Olmert nicht seine einseitigen Ideen aufgebe, sagte Abbas am Rande eines Gipfeltreffens der Arabischen Liga in der sudanesischen Hauptstadt Khartum. Olmert hatte nach seinem Wahlsieg erklärt, er werde darauf hin arbeiten, die endgültigen Grenzen des Staates Israels festzulegen: notfalls auch im Alleingang, falls sich die Palästinenser nicht kompromissbereit zeigten.

KABUL: Bei einem Überfall der radikal-islamischen Taliban auf einen Militärstützpunkt sind in Afghanistan zwei Soldaten der internationalen Schutztruppe ums Leben gekommen. Mindestens zwölf Angreifer seien bei dem anschließenden Feuergefecht getötet worden, teilte das US-Militär mit. Der Vorfall ereignete sich in der südafghanischen Provinz Helmand, einer Hochburg der 2001 gestürzten Taliban-Regierung. Die moslemischen Extremisten führen seitdem einen Guerillakrieg gegen ausländische Soldaten sowie einheimische Sicherheitskräfte.

BERLIN: In der deutschen Metall- und Elektroindustrie haben in der Nacht zum Mittwoch erste Warnstreiks begonnen. Bereits kurz nach Mitternacht legten Beschäftigte in zahlreichen Werken vorübergehend die Arbeit nieder. Betroffen waren unter anderem das Ford-Werk in Saarlouis, DaimlerChrysler in Rastatt und Opel in Eisenach. Die Aktion ist Auftakt für eine bundesweite Streikwelle, zu der die Gewerkschaft im Lauf des Tages zehntausende Teilnehmer erwartet. Schwerpunkt ist traditionell die Autoindustrie. Die Gewerkschaft fordert fünf Prozent mehr Lohn. Die Arbeitgeber haben bislang 1,2 Prozent angeboten.

BERLIN: Bundeswirtschaftsminister Michael Glos hält längere Laufzeiten für die deutschen Atomkraftwerke derzeit nicht für durchsetzbar. Der CSU-Politiker sagte dem 'Handelsblatt', der Atomausstieg sei gesetzlich geregelt. Gegenwärtig sehe er keine Mehrheit im deutschen Bundestag dafür, die Ausstiegsvereinbarung zu verändern. Jedoch glaube er nicht, dass Deutschland als großes Industrieland mittelfristig ohne die Nutzung der Atomkraft bestehen könne.

PARIS: Nach dem landesweiten Protesttag in Frankreich gegen die Arbeitsmarktreform hat der Vorsitzende der Regierungspartei UMP, Nicolas Sarkozy, Verhandlungen ohne Vorbedingungen gefordert. Wenn Missverständnisse vorlägen, müsse man Kompromisse eingehen, sagte der Innenminister in einem Zeitungsinterview. Sarkozy war bereits in den vergangenen Tagen auf Distanz zu Premierminister Dominique de Villepin gegangen. Dieser hatte wiederholt die Forderung der Gewerkschaften zurückgewiesen, das umstrittene Gesetz zur Lockerung des Kündigungsschutzes für Berufsanfänger zurückzunehmen. Aus Protest waren am Dienstag landesweit Millionen von Menschen auf die Straße gegangen.

NEW YORK: Nach dem Verschwinden des wegen Menschenrechtsverbrechen angeklagten früheren liberianischen Präsidenten Charles Taylor hat UN-Generalsekretär Kofi Annan die Staaten der Region aufgefordert, dem Gesuchten kein Asyl zu gewähren. Der Ex-Präsident solle dem UN-Tribunal überstellt werden, so Annan. Taylor war am Montag in seinem Exil in Nigeria untergetaucht, nachdem es Anzeichen für seine bevorstehende Auslieferung an das Tribunal gegeben hatte. Ihm wird vorgeworfen, während seiner Amtszeit in Liberia für Morde, Folter und Plünderungen verantwortlich gewesen zu sein.

MINSK: In Weißrussland sind mehrere inhaftierte Oppositionelle nach Berichten örtlicher Menschenrechtsaktivisten in den Hungerstreik getreten. Hunderte Demonstranten, die bei Protesten gegen die umstrittene Wahl von Präsident Alexander Lukaschenko festgenommen worden seien, litten in Gefängnissen der Hauptstadt Minsk unter schlimmen Haftbedingungen, heißt es. - Die für Freitag geplante umstrittene Amtseinführung Lukaschenkos wurde nach Angaben der Wahlkommission auf die erste Aprilhälfte verschoben. Eine Begründung nannte die Kommission nicht. - Bundeskanzlerin Angela Merkel signalisierte aus Berlin Hilfe für die Opposition.

CANBERRA: Gut eine Woche nach dem verheerenden Zyklon 'Larry' bedroht ein weiterer Wirbelsturm die Nordwestküste Australiens. Der Hafen von Dampier, wo Eisenerz verschifft wird, wurde vorsorglich geschlossen. Meteorologen erwarten, dass der neue Wirbelsturm mit Geschwindigkeiten von mehr als 200 Stundenkilometern aufs Land treffen wird. Er befindet sich zur Zeit noch rund 1.000 Kilometer nördlich von Perth über dem Indischen Ozean.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Regnerisch, später von Westen her auflockernde Bewölkung. Höchsttemperaturen acht bis 13 Grad Celsius.

  • Datum 29.03.2006
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  • Permalink http://p.dw.com/p/8Ap2
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