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Nachrichten

Mittwoch, 29. August 2007

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.


KABUL: Die Taliban haben fünf weitere südkoreanische Geiseln an afghanische Stammesführer übergeben. Dies wurde von einem der Stammesführer bestätigt. Die Übergabe in der südostafghanischen Provinz Ghasni erfolgte nur wenige Stunden, nachdem bereits drei südkoreanische Frauen freigelassen worden waren. Damit sind derzeit noch elf der christlichen Aufbauhelfer in der Hand der radikal-islamischen Milizen. Um die Freilassung zu erreichen, hatte Südkorea den Taliban zugesichert, seine 200 in Afghanistan stationierten Soldaten wie geplant bis zum Jahresende abzuziehen und jegliche missionarische Arbeit einzustellen. Die ursprünglich 23 Angehörigen einer christlichen Hilfsorganisation waren Mitte Juli verschleppt worden. Zwei Männer wurden später getötet, zwei Frauen wurden freigelassen.


KABUL: Bei neuen Gefechten in der südafghanischen Provinz Kandahar sind nach Angaben von US-Militärsprechern über 100 Taliban-Kämpfer getötet worden. Auf Seiten der Koalitionstruppen sei ein afghanischer Soldat gestorben. Angriffe der Aufständischen auf einen Militärkonvoi hätten die Kämpfe ausgelöst, hieß es weiter. In der Provinz Paktika riss ein Selbstmordattentäter nach Auskunft der Behörden sechs Menschen mit in den Tod, darunter auch zwei afghanische Soldaten.

TOKIO: Deutschland und Japan wollen beim Klimaschutz eng zusammenarbeiten. Kanzlerin Angela Merkel und Japans Regierungschef Shinzo Abe sagten auf einer gemeinsamen Pressekonferenz, beide Staaten bemühten sich um ein weltweites Abkommen zur Reduzierung der Treibhausgase. Bis 2050 sollten diese um die Hälfte gekappt werden. Japan werde, so Merkel, als neuer G8-Vorsitzender im kommenden Jahr dieses Ziel vorantreiben. Die Kanzlerin rief Japan zudem auf, sich in Afghanistan noch stärker zu engagieren. Auch die Bundeswehr profitiere davon, etwa durch das Betanken von Flugzeugen und Schiffen im Indischen Ozean.

BAGDAD: Nach den blutigen Auseinandersetzungen in der irakischen Pilgerstadt Kerbela ist es auch in Hilla zu Gefechten zwischen rivalisierenden Schiiten-Gruppen gekommen. Bei den Kämpfen zwischen Anhängern des radikalen Predigers Muktada al Sadr und Mitgliedern der Schiiten-Partei Hoher Islamischer Rat wurden nach Polizeiangaben sechs Menschen getötet. Am Dienstag hatten in Kerbela während einer Wallfahrt Gefolgsleute al Sadrs und Wächter der heiligen Stätten aufeinander geschossen. Dabei waren 52 Menschen getötet und bis zu 300 verletzt worden. An diesem Mittwoch kam es zudem zu Kämpfen zwischen schiitischen Milizionären und Regierungstruppen. Der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki verhängte nach einem Besuch Kerbelas den Ausnahmezustand über die Stadt.

WASHINGTON: US-Präsident George W. Bush hat den Iran erneut scharf angegriffen. In einer Rede vor Kriegsveteranen in Reno sagte er, die islamische Republik sei ein Förderer terroristischer Gruppen, die auch für die instabile Lage im Irak verantwortlich seien. Außerdem warnte er vor einem - so wörtlich- nuklearen Holocaust, sollte der Iran in den Besitz von Atomwaffen gelangen. Würden die USA sich daher aus der Region zurückziehen, würde der Iran das als Schwäche auslegen. Stunden zuvor hatte Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad erklärt, sein Land sei zusammen mit Saudi Arabien und dem irakischen Volk bereit, das Machtvakuum zu füllen, das nach einem Scheitern der USA im Irak entstehen würde.

BAGDAD: In der irakischen Hauptstadt haben US-Soldaten sechs Mitglieder einer iranischen Handelsdelegation vorübergehend festgenommen. Wie die iranische Agentur IRNA berichtete, waren amerikanische Truppen am Dienstag in das Sheraton-Hotel eingedrungen und hatten die Iraner abgeführt. Nach einigen Stunden kamen die Vertreter des Energieministeriums wieder frei. Sie wollten in Bagdad ein Abkommen unterzeichnen. Die USA werfen dem Iran vor, militante Schiiten im Irak mit Waffen zu beliefern. Im Januar hatten US-Soldaten in der nordirakischen Stadt Erbil fünf iranische Diplomaten festgenommen. Sie befinden sich noch immer in Gewahrsam der Amerikaner.

ISLAMABAD: Der Oberste Gerichtshof Pakistans befasst sich mit der Position von Präsident Pervez Musharraf als Armeechef. Er ließ einen entsprechenden Einspruch des Chefs der größten fundamentalistischen islamischen Parteienkoalition, Qazi Hussain, zu. Dieser macht unter anderem geltend, Musharrafs reguläre Zeit als Armeechef sei bereits 2001 zuende gewesen. Die Doppelrolle des Präsidenten als Staatsoberhaupt und Militärchef beschäftigt das Land seit Jahren; sie gilt als ein entscheidender Punkt im anstehenden Wahlkampf. Die im Exil lebende frühere Regierungschefin Benazir Bhutto, der zuletzt die Heimkehr erlaubt wurde, gab an, Musharraf habe ihr zugesichert, das Amt des Armeechefs aufzugeben. Dafür werde sie erneut Ministerpräsidentin.


SANTIAGO DE CHILE: Das Oberste Gericht Chiles hat erstmals eine lebenslängliche Haftstrafe gegen ein Mitglied der Militärdiktatur Augusto Pinochets verhängt. Es verurteilte den ehemaligen Geheimdienstchef Hugo Salas wegen seiner Verantwortung für den Tod von zwölf kommunistischen Aktivisten im Jahr 1987. Den Ermittlungsergebnissen zufolge wurden die Oppositionellen ermordet. Die Militärmachthaber rechtfertigten die Exekutionen seinerzeit mit der Behauptung, es habe sich um "Zusammenstöße" mit Sicherheitskräften gehandelt. Salas war damals Leiter der Geheimpolizei. Der Ex-General soll seine Strafe im Militärgefängnis von Punta Peuco verbüßen. Pinochet, der in Chile von 1973 bis 1990 herrschte, starb im Dezember im Alter von 91 Jahren, ohne jemals verurteilt worden zu sein.

BRÜSSEL: Für die Zeit nach den Waldbränden in Griechenland und Italien erwartet die Europäische Union schwere Folgeschäden. Nach Einschätzung von EU-Umweltkommissar Stavros Dimas drohen den betroffenen Regionen Überschwemmungen, weil in den verbrannten Böden Regenwasser nicht mehr versickern könne. Zudem stellten die Feuer wegen des großen Ausstoßes an schädlichem Kohlendioxid eine schwere Belastung für das Klima dar. Dimas rief Griechenland und Italien auf, möglichst schnell mit der Wiederaufforstung zu beginnen. Die EU könne dies finanziell unterstützen. Zudem plädierte er dafür, die Rolle der Union bei der Feuerbekämpfung zu stärken. So müssten Schnellreaktionskräfte mit Löschflugzeugen geschaffen werden.

ATHEN: Die Waldbrände in Griechenland haben weiter an Intensität verloren. Wie die Behörden mitteilten, lodern Feuer derzeit in 25 Regionen der Halbinsel Peloponnes und auf der Insel Euböa. Am Dienstag brannte es noch in 36 Bezirken. Auch Feuerwehrleute zeigten sich optimistisch, dass noch an diesem Mittwoch alle Brände unter Kontrolle gebracht werden könnten. In den seit knapp sechs Tagen wütenden Feuern kamen 64 Menschen ums Leben. Mindestens 184 000 Hektar Land - eine Fläche doppelt so groß wie Berlin - wurden zerstört.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Überwiegend heiter bis wolkig; nur im Süden stark bewölkt und Regen, teilweise Gewitter. Tageswerte zwischen kühlen 14 und 20 Grad.

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