1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Mittwoch, 28. November 2007

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die 11-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

WIEN: Ohne Einigung ist die dreitägige internationale Verhandlungsrunde zur Lösung der Kosovo-Frage zu Ende gegangen. Der Präsident der unter UN-Verwaltung stehenden serbischen Provinz, Fatmir Sejdiu, sagte, es habe bedauerlicherweise keine Einigung gegeben. Man werde nun sehr schnell die Unabhängigkeit von Serbien erklären. Die Vermittler der EU, Russlands und der USA hatten bei den Verhandlungen in Baden bei Wien versucht, die starren Positionen der Serben und Kosovo-Albaner in der Statusfrage aufzubrechen. Serbien wollte nur eine Autonomie zugestehen, das Kosovo bestand auf einer Unabhängigkeit. Die Vermittler müssen UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon am 10. Dezember Bericht erstatten.

ISLAMABAD: Pakistans Präsident Pervez Musharraf ist wie angekündigt vom Posten des Armeechefs zurückgetreten. In einer Zeremonie in Rawalpindi nahe der Hauptstadt Islamabad übergab er das Amt an seinen Nachfolger und Vertrauten, General Ashfaq Parvez Kiyani. Musharraf soll am Donnerstag für eine zweite Amtszeit als Staatspräsident vereidigt werden. Die Opposition und das Ausland hatten den Präsidenten seit Jahren bedrängt, seine Doppelfunktion zu beenden. Anfang November verhängte er nach massiven Protesten gegen seine Amtsführung den Ausnahmezustand. Dieser soll nach Angaben des Generalstaatsanwalts noch vor der Parlamentswahl am 8. Januar aufgehoben werden. Nationale Medien berichten von einer Aufhebung innerhalb der nächsten 48 Stunden.

WASHINGTON: Die USA, Israel und die Palästinenser-Führung wollen an diesem Mittwoch den symbolischen Neustart der Nahost-Friedensverhandlungen einläuten. Einen Tag nach der internationalen Konferenz in Annapolis trifft sich Präsident George W. Bush mit Israels Premier Ehud Olmert und Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas. Beide Seiten hatten sich darauf verständigt, mit offiziellen Friedensverhandlungen am 12. Dezember zu beginnen. Dabei sollen alle strittigen Fragen wie die Statusfrage Jerusalems, die Zukunft der jüdischen Siedlungen und die Frage der palästinensischen Flüchtlinge auf den Tisch kommen. Ziel ist, bis Ende 2008 zu einem Friedensvertrag zu kommen.

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat eine positive Zwischenbilanz der Arbeit der großen Koalition gezogen. In den vergangenen zwei Jahren habe Deutschland verlorene Leistungskraft zurückgewonnen, sagte Merkel in der Generaldebatte des Bundestages über den Haushalt 2008. Dies sei das Ergebnis der zurückliegenden Reformen. Der Dreiklang Sanieren, Reformieren und Investieren habe sich bewährt und bleibe Richtschnur der Regierungspolitik auch in den nächsten beiden Jahren, betonte die Kanzlerin.

BERLIN: Die Lohnerhöhungen in der Tarifrunde 2007 werden nach Ansicht des Deutschen Gewerkschaftsbundes durch die hohe Inflationsrate praktisch aufgezehrt. DGB-Chefökonom Dierk Hirschel sagte der 'Berliner Zeitung', die durchschnittlichen Einkommensverbesserungen lägen in diesem Jahr bei 2,4 Prozent. Die Reallohnsteigerungen würden also nur minimal ausfallen. Das Statistische Bundesamt hatte am Dienstag bekanntgegeben, dass die vorläufige Inflationsrate im November bei 3,0 Prozent liege und damit so hoch sei wie seit Anfang 1994 nicht mehr.

PARIS: Die Jugendkrawalle in den Vorstädten im Norden der französischen Hauptstadt haben trotz eines Großaufgebots der Polizei die dritte Nacht in Folge angehalten. Sie erreichten jedoch nicht die Intensität der Nächte zuvor, als bei Straßenschlachten mehr als 80 Polizisten verletzt worden waren. Premierminister Francois Fillon sagte bei einem Besuch in Villier-le-Bel, wo die Unruhen am Sonntagabend begonnen hatten, die Lage sei ruhiger, aber noch nicht stabil. Zu Ausschreitungen Jugendlicher kam es auch im südfranzösischen Toulouse.

PEKING: In der chinesischen Hauptstadt Peking sind Spitzenpolitiker der EU mit Vertretern der chinesischen Führung zusammengetroffen. Bei dem Gipfeltreffen soll es vor allem um das wachsende Handelsdefizit sowie den nach EU-Ansicht zu niedrigen Kurs des Yuan gehen. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso bemängelte vor Beginn des Treffens, das Handelsdefizit werde in diesem Jahr rund 170 Milliarden Euro erreichen. Das sei nicht mehr aufrechtzuerhalten. Gemeinsam müsse dafür gesorgt werden, das mehr europäische Waren und Dienstleistungen auf dem chinesischen Markt abgesetzt werden könnten. Die EU kritisiert zudem, dass China den Wechselkurs des Yuan gezielt niedrig hält, um seine Exporte zu fördern.

TOKIO: Ein chinesisches Kriegsschiff hat für vier Tage im Hafen der japanischen Hauptstadt Tokio festgemacht, erstmals wieder seit mehr als 70 Jahren. Der Besuch des Zerstörers und seiner 340-Mann-Besatzung gilt als symbolische Geste für eine Wiederannäherung der früheren Kriegsgegner. Ein Gegenbesuch ist für die nahe Zukunft geplant. China hatte unter der Regierung des japanischen Ministerpräsidenten Junichiro Koizumi alle Kontakte auf höherer Ebene zu Japan eingestellt. Grund waren die jährlichen Besuche Koizumis in einem Schrein für Kriegstote, in dem auch Kriegsverbrecher geehrt werden. Der neue japanische Regierungschef Yasuo Fukuda setzt sich schon seit langem für ein besseres Verhältnis beider Staaten ein.

TOKIO: Japans Oberhaus hat ein neues Mandat für die internationalen Friedenseinsätze des Landes im Irak und in Afghanistan abgelehnt. Nach Ansicht der von der Opposition dominierten Parlamentskammer müssen diese Einsätze unter dem Dach der Vereinten Nationen und nicht der USA geführt werden. Als sicher gilt, dass das von der Regierungspartei dominierte Unterhaus mit seiner Mehrheit dem Mandat endgültig zustimmt. Es sieht vor, dass an den US-geführten Einsätzen im Irak und in Afghanistan beteiligte Schiffe und Flugzeuge im Indischen Ozean aufgetankt werden. Das Mandat war am 1. November ausgelaufen.

BISHKEK: In Kirgisistan ist Regierungschef Almazbek Atambajew wenige Wochen vor der Parlamentswahl zurückgetreten. Präsident Kurmanbek Bakijew hatte den 51-Jährigen erst im März nach Protesten der Opposition gegen seine Amtsführung ernannt. Die oppositionellen Sozialdemokraten gaben an, Atambajew sei zum Rücktritt gedrängt worden, weil er sich gegen Manipulationen im Vorfeld der Wahl am 16. Dezember eingesetzt habe. Der Präsident hatte im vergangenen Monat das Parlament aufgelöst und nach einem Referendum über eine neue Verfassung Neuwahlen angesetzt.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: In der Südhälfte nach Nebelauflösung teils heiter. Nördlich der Mittelgebirge anfangs nach Osten hin Auflockerungen. Sonst dicht bewölkt. Tagestemperaturen null bis sieben Grad Celsius.

Audio und Video zum Thema