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Nachrichten

Mittwoch, 28. Januar 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

GAZA-STADT: Die israelische Luftwaffe hat nach palästinensischen Augenzeugenberichten Schmugglertunnel an der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Ägypten bombardiert. Hunderte Menschen seien geflohen, hieß es. Die mehr als eine Woche alte Waffenruhe im Gazastreifen zwischen Israel und der radikalen Hamas war am Dienstag bei einem Bombenanschlag auf eine israelische Militärpatrouille gebrochen worden. Ein israelischer Soldat wurde getötet, drei Soldaten wurden verletzt. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas machte die Führung der Hamas für die Zerstörungen im Gazastreifen verantwortlich. Die Hamas habe durch den Bruch der Waffenruhe die jüngste israelische Großoffensive provoziert, bei der fast 1.300 Menschen im Gazastreifen getötet wurden. – Inzwischen traf der Nahost-Gesandte der neuen US-Regierung, George Mitchell, in Kairo ein, um mit der ägyptischen Regierung die Chancen für eine Friedensregelung auszuloten.

ANTANANARIVO: Nach zweitägigen blutigen Unruhen auf der ostafrikanischen Insel Madagaskar hat die Armee die Kontrolle in den Straßen übernommen. Schätzungen zufolge wurden bei den Ausschreitungen mindestens 60 Menschen getötet. Allein in den Trümmern einer von Plünderern in Brand gesetzten Einkaufspassage in der Hauptstadt Antananarivo wurden mehr als 35 Leichen entdeckt. Das Zentrum gehört dem madagassischen Präsidenten Marc Ravalomanana. Am Montag waren mehrere zehntausend Menschen einem Aufruf der Opposition zu Protesten gegen Ravalomanana gefolgt. Die Demonstranten warfen ihm vor, eine Diktatur errichtet zu haben. - Madagaskar ist eines der ärmsten Länder der Welt. Laut Weltbank müssen 70 Prozent der Einwohner von weniger als einem US-Dollar am Tag leben.

MOSKAU: Russland ist nach Angaben eines hochrangigen Militärs von dem Plan zur Stationierung von Iskander-Raketen in Kaliningrad abgerückt. Der Militärvertreter begründete dies nach einer Meldung der Agentur Interfax mit einer Änderung in der Außenpolitik der USA, die mit dem Amtsantritt von Präsident Barack Obama zusammenhänge. Ein Vertreter der USA bei der NATO sagte, wenn diese Haltung Russlands auch offiziell bestätigt würde, wäre dies „sehr positiv“. Bereits im November hatte Russland einen Verzicht auf seine Pläne zur Raketenstationierung in Kaliningrad in Aussicht gestellt, wenn auch die USA den Aufbau ihres geplanten Raketenschilds in Osteuropa stoppten. Die damalige US-Regierung unter Präsident George W. Bush hatte ablehnend auf das Angebot Russlands reagiert.

TOKIO: An dem internationalen Marineeinsatz zur Bekämpfung der Piraten vor Somalia wird sich jetzt auch Japan beteiligen. Verteidigungsminister Yasukazu Hamada unterzeichnete einen Marschbefehl für Kriegsschiffe. Ihre Zahl müsse noch vom Parlament festgelegt werden, hieß es in Tokio. - Ein französisches Kriegsschiff vor Somalia nahm neun mutmaßliche Piraten fest. Sie seien mit zwei Booten und Kaperausrüstung unterwegs gewesen, teilte ein Militärsprecher in Paris mit.

WASHINGTON: US-Außenministerin Hillary Clinton hat den Iran aufgefordert, auf das Gesprächsangebot der Vereinigten Staaten einzugehen. Der Iran habe jetzt die Möglichkeit, seine Bereitschaft zu einem ernsthaften Dialog zu beweisen, sagte Clinton in Washington. Die neue US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Susan Rice, hat dem Iran am Montag direkte Gespräche im Atomstreit angeboten. - Das islamische Land reagierte ausweichend. Ein Regierungssprecher in Teheran erklärte, der Iran wolle abwarten, ob es einen Kurswechsel in der US-Politik gebe.

WASHINGTON: US-Präsident Barack Obama hat bei den oppositionellen Republikanern im Repräsentantenhaus um Zustimmung zu seinem geplanten Konjunkturprogramm in Höhe von 825 Milliarden Dollar geworben. Die zweite Kammer des US-Kongresses wird voraussichtlich in wenigen Tagen über das Programm entscheiden, mit dem Obama die schwere Wirtschaftskrise bekämpfen will. Seine Demokraten verfügen im Kongress über ausreichende Mehrheiten zur Verabschiedung des Konjunkturpakets. Der Präsident strebt aber eine klare überparteiliche Unterstützung an.

FRANKFURT AM MAIN: Der Softwarekonzern SAP will mit dem Abbau von 3.300 Stellen auf die jüngste Absatzkrise reagieren. Das Unternehmen teilte mit, weltweit solle die Stellenzahl bis Jahresende auf 48.500 sinken. Dadurch ergäben sich ab 2010 Einsparungen von 300 bis 350 Millionen Euro. Eine detaillierte Prognose für die wichtigen Erlöse aus dem Verkauf von Software-Lizenzen und -Wartung im laufenden Jahr wollte SAP wegen der unsicheren Geschäftslage nicht abgeben.

BRASILIA: Zum Auftakt des Weltsozialforums haben rund 70.000 Menschen in der brasilianischen Stadt Belém für eine gerechtere Wirtschaftsordnung und den Erhalt des Regenwaldes im Amazonas-Gebiet demonstriert. Mit Fahnen, Transparenten und Gesängen prägten vor allem brasilianische Aktivisten die Veranstaltungsorte in der Stadt. Viele Demonstranten bekundeten ihre Solidarität mit den Palästinensern. Im Gegensatz zu früheren Sozialforen gab es aber kaum Spruchbänder mit Parolen gegen die Regierung der USA. Das Weltsozialforum versteht sich als Gegenveranstaltung zum Weltwirtschaftsforum, das an diesem Mittwoch im schweizerischen Davos eröffnet wird.

BOGOTA: Bei einem Bombenanschlag in der kolumbianischen Hauptstadt Bogota sind mindestens zwei Menschen getötet worden. Nach Behördenangaben wurden zudem zwei Menschen verletzt. Kolumbianische Medien sprachen von 20 Verletzten. Mehrere Häuser wurden beschädigt, Autos unter den Trümmern begraben. Der Sprengsatz war in einem Geldautomaten versteckt worden. Erst Ende Dezember waren bei einem Anschlag in Bogota fünf Menschen verletzt worden. Die Tat wurde den linksgerichteten FARC-Rebellen zugeschrieben.

NEW YORK: Der US-Bestsellerautor John Updike ist im Alter von 76 Jahren an Krebs gestorben. Der zweifache Pulitzer-Preisträger galt seit Jahrzehnten als einer der bedeutendsten Vertreter der amerikanischen Literatur und als aussichtsreicher Kandidat für den Literaturnobelpreis. Zu seinen erfolgreichsten Büchern gehören die fünf "Rabbit"-Romane.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Überwiegend stark bewölkt oder neblig-trüb, vereinzelt Schneegriesel oder Nieselregen. Nach Westen hin Auflockerungen. Tagestemperaturen zwischen minus zwei und plus fünf Grad Celsius.

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