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Nachrichten

Mittwoch, 27. Mai 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch- als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Das Bundeskabinett hat einen zweiten Nachtragshaushalt für dieses Jahr beschlossen. Damit sollen die dramatischen Steuerausfälle und die Mehrkosten für den Arbeitsmarkt durch die Wirtschaftskrise aufgefangen werden. Die Neuverschuldung wird dafür um weitere 10,7 Milliarden auf insgesamt 47,6 Milliarden Euro angehoben. Damit wird der bisherige Schuldenrekord aus dem Jahr 1996 gebrochen. Der damalige Finanzminister Theo Waigel hatte rund 40 Milliarden Euro an neuen Krediten aufgenommen. Außerdem hat die Ministerrunde als Konsequenz aus dem Amoklauf von Winnenden eine Verschärfung des Waffenrechts beschlossen. Unter anderem soll strenger kontrolliert werden, ob Waffenbesitzer ihre Waffen vor der Nutzung durch Unbefugte sichern.

BERLIN: Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hat dem angeschlagenen Autobauer Opel einen Überbrückungskredit in Aussicht gestellt. In der ARD sagte Steinbrück, eine solche Brückenfinanzierung könne schon heute beschlossen werden. Darüber werde man auch am Abend bei dem anberaumten Spitzentreffen im Kanzleramt reden. Bei dem Treffen will Kanzlerin Angela Merkel die Chefs der Übernahme-Interessenten Fiat, Magna und Ripplewood mit Vertretern der Opel-Muttergesellschaft GM und des europäischen Zweigs des Konzerns zusammenbringen. Das Treffen soll um 20 Uhr 30 beginnen und notfalls bis tief in die Nacht dauern. Favoriten für eine Übernahme Opels gibt es laut Bundeswirtschaftsmininster Karl-Theodor zu Guttenberg nicht. Die endgültige Entscheidung, was mit dem deutschen Autobauer und seinen 25.000 Beschäftigten geschehen soll, fällt dann der Mutterkonzern GM, der selbst kurz vor einem Insolvenzverfahren steht.

BERLIN/MÜNCHEN: Vor einer möglichen Entscheidung über Staatshilfen für den angeschlagenen Kaufhaus-Konzern Arcandor hat sich der Konkurrent Metro erneut gegen öffentliche Bürgschaften ausgesprochen. Der Chef der Metro-Tochter Kaufhof, Lovro Mandac, sagte der Süddeutschen Zeitung, staatliche Unterstützung dürfe es nur für Firmen geben, die durch die Finanzkrise in Schieflage geraten seien. Das sei bei Arcandor aber nicht der Fall. Seinem Unternehmen sei es gelungen, sich auf die veränderten Kundenwünsche einzustellen. Heute wollen Arcandor-Beschäftigte vor dem Wirtschaftsministerium in Berlin für die Staatshilfen demonstrieren. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hat unterdessen einen Überbrückungskredit für den angeschlagenen Konzern und seine Tochterfirma Karstadt nicht ausgeschlossen. In der ARD sagte er, die zuständigen Gremien sollten die Argumente dafür und dagegen solide gegeneinander aufwiegen.

FRANFURT AM MAIN: Die Deutsche Bank soll im Zuge ihrer Bespitzelungsaffäre ihren Sicherheitschef für Deutschland beurlaubt haben. Das berichtet das "Handelsblatt" und beruft sich auf Finanzkreise. Danach habe der ehemalige Bundeswehroffizier bisher das tägliche Sicherheitsmanagement bei der Bank verantwortet. Dazu habe auch das Sammeln und Bewerten "sicherheitsrelevanter Informationen" gehört. Die Rückkehr des Sicherheitschefs in den Konzern sei ungewiss. Die Deutsche Bank wollte sich dazu bisher noch nicht äußern. Bankchef Josef Ackermann hatte zuvor die Bespitzelungsaffäre zur Chefsache erklärt und eine umfassende Aufklärung angekündigt. Bei Deutschlands größtem Geldinstitut wurden offenbar - ähnlich wie bei der Telekom und der Bahn - Mitarbeiter bis hinauf in den höchsten Führungszirkel auch im Privatleben ausgespäht.

PJÖNGJANG: Nordkorea bleibt weiter auf Konfrontationskurs gegenüber der internationalen Staatengemeinschaft. Die kommunistische Führung in Pjönjang bezeichnete die Beteiligung Südkoreas an einer internationalen Initiative zur Verhinderung der Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen als Kriegserklärung. Sollte Südkorea im Rahmen dieses Programms nordkoreanische Schiffe aufbringen und durchsuchen, würden die Streitkräfte mit militärischen Mitteln reagieren. In einer von der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA verbreiteten Erklärung heißt es weiter, man fühle sich nicht länger an den nach dem Koreakrieg vereinbarten Waffenstillstand gebunden. Ungeachtet der weltweiten Kritik an seinem unterirdischen Atomwaffenversuch hat das Regime in Pjöngjang nach südkoreanischen Angaben seit Anfang der Woche mindestens fünf Raketentests unternommen. - Unbestätigten Medienberichten zufolge gibt es unterdessen auch Anzeichen dafür, dass die Wiederaufbereitungsanlage für atomare Brennstäbe in Yongbyon wieder in Betrieb ist.

ISLAMABAD: Bei einem Bombenanschlag in der ostpakistanischen Stadt Lahore sind mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen. Wie ein Regierungssprecher mitteilte, wurden mehr als 200 Menschen verletzt, als vor einer Polizeistation in der belebten Innenstadt eine Autobombe explodierte. Das dreistöckige Gebäude sei durch die Detonation vollständig zerstört worden. Mehrere Häuser in der Nachbarschaft, in denen unter anderem Büros von Regierungsbehörden und Geheimdienst untergebracht waren, wurden schwer beschädigt. Es wird befürchtet, dass die Zahl der Opfer weiter steigt, da noch zahlreiche Menschen unter den Trümmern verschüttet sind.

GENF: Das Rote Kreuz hat im vergangenen Jahr eine Rekordsumme von rund 720 Millionen Euro für die humanitäre Hilfe in Konflikten ausgegeben. Fast die Hälfte der Mittel wurde zur Versorgung von Opfern in Afrika aufgewendet, wie aus dem am Mittwoch in Genf vorgestellten Jahresbericht des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) hervorgeht. Die meisten Gelder flossen demnach in den Sudan, nach Somalia und in den Irak. Als Gründe für den Anstieg der Ausgaben nannte das IKRK die sich verschlechternde humanitäre Lage in vielen Ländern. - Das IKRK verteilte 2008 mehr als 121.000 Tonnen Lebensmittel an rund 2,8 Millionen Menschen. Es erreichte damit mehr als doppelt soviele Menschen wie 2008.

BERLIN: Im Tarifstreit um bessere Arbeitsbedingungen und mehr Geld für die Beschäftigten an Kindertagesstätten haben die Gewerkschaften die Streiks fortgesetzt. Auch heute bleiben viele Kitas bundesweit geschlossen. Trotz des Streiks wird aber gleichzeitig wieder mit den Arbeitgebern verhandelt. Ein Sprecher der Gewerkschaft ver.di sagte, wenn die Arbeitgeber weiter mauern sollten, werde der Konflikt noch lange dauern und weiter eskalieren. Die Gewerkschaften wollen neben einem höheren Gehalt vor allem einen tariflich geregelten Gesundheitsschutz für die 220.000 bei Kommunen angestellten Erzieherinnen und Erzieher sowie die Sozialarbeiter durchsetzen.

Das Wetter in Deutschland: Im Süden bewölkt und gebietsweise Regen, später Auflockerungen. Sonst Wechsel von Sonne und Wolken, im Norden gebietsweise kurze Schauer. Höchstwerte 14 bis 20 Grad.

Hamburg: 12 Grad, leicht bewölkt;

Berlin: 12 Grad, wolkig;

Dresden und München: 10 Grad, Regen;

Köln/Bonn und Frankfurt am Main: 11 Grad, fast wolkenlos;

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