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Nachrichten

Mittwoch, 27. Juni 2007

Hier finden Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch

BERLIN: Die Bundesregierung ist zufrieden mit dem Ergebnis ihrer sechsmonatigen EU-Ratspräsidentschaft. Dem deutschen Vorsitz sei es gelungen, die EU durch eine große Zahl wichtiger und zukunftsweisender Entscheidungen wieder auf Kurs zu bringen, heißt es in der Abschlussbilanz, die Kanzlerin Angela Merkel dem Kabinett präsentierte. Die - so wörtlich- Phase der Lähmung und der Mutlosigkeit sei überwunden. Außenminister Frank-Walter Steinmeier sagte auf einer Pressekonferenz, das Ansehen der EU sei in Europa und auch darüber hinaus unter deutscher Ratspräsidentschaft gemehrt worden. Er würdigte vor allem den Kompromiss im Streit um die EU-Verfassung, den Merkel beim EU-Gipfel in der vergangenen Woche erreicht hatte. Am Nachmittag präsentiert sie den Europa-Parlamentariern in Brüssel die Abschlussanalyse der deutschen Ratspräsidentschaft. Ab dem 1. Juli übernimmt Portugal den EU-Ratsvorsitz.

WASHINGTON: Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung hat eine engere Abstimmung der internationalen Truppen in Afghanistan gefordert. Diese sei nötig, um zivile Opfer zu vermeiden und die Unterstützung der Bevölkerung nicht zu verlieren, sagte Jung nach einem Gespräch mit US-Verteidigungsminister Robert Gates. Jung kündigte zudem eine Informationskampagne in Deutschland an, um die bereits erzielten Erfolge in Afghanistan zu verdeutlichen. Vor allem Politiker der SPD und der Grünen hatten einen Rückzug der bis zu 100 Bundeswehr-Soldaten gefordert, die sich an der US-geführten Anti-Terror-Operation 'Enduring Freedom' beteiligen. Ferner stellt die Bundeswehr mit 3.500 Soldaten das drittgrößte Kontingent der Internationalen Schutztruppe ISAF, die unter Nato-Kommando steht.

LONDON: Nach zehn Jahren im Amt übergibt der britische Premierminister Tony Blair an diesem Mittwoch seine Amtsgeschäfte an den bisherigen Schatzkanzler Gordon Brown. Möbelpacker räumten bereits die Privaträume im Amtssitz des Premiers in der Downingstreet. Blair hatte im September 2006 unter dem Druck seiner Partei angekündigt, binnen eines Jahres zurückzutreten. Er stand zuletzt vor allem wegen der britischen Beteiligung am Irak-Krieg in der Kritik. Jetzt soll er Sondergesandter des Nahost-Quartetts werden. Brown hatte am Wochenende bereits die Führung der Labour-Partei von Blair übernommen und angekündigt, noch in dieser Woche eine neue Regierung zu bilden.

PJÖNGJANG: Die nordkoreanische Regierung hat einer Delegation der Internationalen Atomenergiebehörde erlaubt, das Atomkraftwerk Yongbyon zu besichtigen. Der Leiter des Inspektorenteams, Olli Heinonen, sagte in Pjöngjang, man werde am Donnerstag zu der Reaktoranlage reisen. Am Dienstag war erstmals seit fast fünf Jahren eine Delegation der Atomenergiebehörde in Nordkorea eingetroffen. Sie soll den Ausstieg aus dem nordkoreanischen Atomprogramm einleiten, den die kommunistische Führung des Landes im Februar zugesagt hatte. Im Gegenzug erhält Nordkorea humanitäre und wirtschaftliche Hilfe. Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtet unterdessen, Nordkorea habe abermals eine Kurzstreckenrakete getestet.

GAZA-STADT: Bei israelischen Militäreinsätzen im Gazastreifen sind mehrere Palästinenser getötet worden. Ein israelischer Armeesprecher sagte, Truppen seien an zwei Stellen in den Gazastreifen eingedrungen, um gegen Extremisten vorzugehen. In dem Gebiet hatte die radikal islamische Hamas vor rund zwei Wochen die Kontrolle übernommen. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas verbot derweil die bewaffneten Gruppen der verschiedenen Organisationen. In seinem Dekret wird außerdem das Tragen von Waffen verboten.

TEHERAN: Im Iran hat die Rationierung von Benzin gewaltsame Proteste ausgelöst. In Teheran setzten aufgebrachte Jugendliche eine Tankstelle in Brand, zündeten Autos an und riefen regierungsfeindliche Parolen. Die Polizei löste die Proteste auf. Das iranische Ölministerium hatte zuvor bekanntgegeben, dass Benzin künftig nur noch eingeschränkt zu erhalten ist. Danach dürfen Inhaber von Privatautos monatlich nur noch 100 Liter Benzin tanken. Mit der Rationierung sollen die enormen Subventionen der Regierung gekürzt werden. Die niedrigen Benzinpreise im Iran haben den Verbrauch dermaßen erhöht, dass das zweitgrößte OPEC-Förderland jährlich Millionen Liter Benzin importieren muss.

WASHINGTON: Der US-Geheimdienst CIA hat lange Zeit geheim gehaltene Aufzeichnungen über seine illegalen Aktivitäten veröffentlicht. Die Aufzeichnungen dokumentieren Vorfälle aus den 60er und frühen 70er Jahren, darunter Einbrüche, Diebstähle und Attentatsversuche. Danach hat die CIA mit zwei der meistgesuchten Verbrechern des Landes zusammengearbeitet, um Kubas Präsident Fidel Castro zu töten. CIA-Direktor Michael Hayden hatte die Veröffentlichung der Dokumente im Internet angeordnet.

KÖLN: UNICEF Deutschland hat dazu aufgerufen, Kinder in Krisenregionen außerhalb des Medien-Interesses nicht zu vergessen. Bei der Vorstellung des Jahresberichts 2006 sagte die Vorsitzende des deutschen Zweigs des UN-Kinderhilfswerks, Heide Simonis, vor allem in Somalia, der Zentralafrikanischen Republik und der sudanesischen Bürgerkriegsregion Darfur oder Kolumbien litten Kinder unter bitterer Armut. Die Schulbildung sei mangelhaft, die Gesundheitsversorgung reiche nicht aus. Zufrieden zeigte sich UNICEF Deutschland mit den Einnahmen. Man habe 2006 mit rund 97 Millionen Euro das zweitbeste Ergebnis seit der Gründung erzielt. Der überwiegende Teil sei in Entwicklungsprojekte vor allem in Afrika geflossen.

BERLIN: Bahnchef Hartmut Mehdorn bleibt bis 2011 im Amt. Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn verlängerte seinen Vertrag bei einer Sitzung in Berlin um drei Jahre. In der Phase der Teilprivatisierung sei eine Kontinuität in der Führungsspitze für den Erfolg des Unternehmens unerlässlich, hieß es zur Begründung. Laut Mehdorn setzte die Bahn in den ersten fünf Monaten dieses Jahres ihren wirtschaftlichen Erfolgskurs fort. Sorgen bereite ihm allerdings die Streikdrohung der Gewerkschaften. Im Tarifstreit haben beide Seiten keine Annäherung gefunden. Die Bahn bietet zwei Prozent mehr Lohn, die Gewerkschaft fordert sieben Prozent. Ab Sonntag könnte es zu ersten Warnstreiks kommen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wechsel von Wolken und Sonne, an der Ostsee teils länger anhaltender Regen. Kühle Tageswerte zwischen 13 und 19 Grad.

Am Mittag meldeten:

Hamburg: 13°, nach Regen;
Berlin und Dresden: 14°, wolkig;
Köln/Bonn und München: 16°, nach Schauer und
Frankfurt am Main: 16°, nach Regen.

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