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Nachrichten

Mittwoch, 27. Dezember 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch.

BAGDAD: Die Bestätigung des Todesurteils gegen den ehemaligen irakischen Machthaber Saddam Hussein ist international auf ein geteiltes Echo gestoßen. Positive Reaktionen kamen vor allem aus den USA, kritische Stimmen aus Europa. Das Weiße Haus in Washington sprach von einem 'Meilenstein' für die Entwicklung des Irak. Dagegen bekräftigte Italiens Außenminister Massimo D'Alema die Position der EU-Staaten, die die Todesstrafe prinzipiell ablehnen. Auch Menschenrechtsorganisationen riefen die irakische Führung auf, das Urteil nicht zu vollstrecken. Nach der Bestätigung des Urteils durch ein irakisches Berufungsgericht müsste Saddam Hussein innerhalb von 30 Tagen gehenkt werden.

TEHERAN: Das iranische Parlament hat die Regierung verpflichtet, die Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde zu überprüfen. Die Abgeordneten billigten ein entsprechendes Gesetz mit großer Mehrheit. Das Gesetz ist eine Reaktion auf die vom Weltsicherheitsrat verhängten Sanktionen gegen den Iran. Das höchste UN-Gremium will die iranische Regierung zwingen, ihr Atomprogramm auszusetzen.

NEW YORK: Trotz mehrstündiger Beratungen ist es dem Weltsicherheitsrat auf einer Dringlichkeitssitzung nicht gelungen, sich auf eine Erklärung zu den schweren Kämpfen in Somalia zu verständigen. Das UN-Gremium vertagte sich auf diesen Mittwoch. Streit gibt es vor allem über Forderungen nach einem sofortigen Abzug der äthiopischen Truppen aus Somalia. Äthiopien unterstützt die weitgehend machtlose somalische Übergangsregierung im Kampf gegen islamistische Rebellen. Nach neuen heftigen Gefechten sollen sich die Islamisten inzwischen auch aus der strategisch wichtigen Stadt Jowhar zurückgezogen haben.

ABUJA: Auch einen Tag nach der verheerenden Explosion einer Treibstoff-Pipeline in der nigerianischen Großstadt Lagos ist die genaue Zahl der Todesopfer noch nicht bekannt. Das Rote Kreuz sprach von mindestens 270 Toten. Die Zahl könne aber noch deutlich höher liegen. In Agenturberichten ist sogar von möglicherweise 850 Todesopfern die Rede. Nach Behördenangaben hatten Diebe die Treibstoff-Pipeline in einem dicht besiedelten Vorort von Lagos angezapft. Anschließend versuchten mehrere hundert Menschen, sich mit Treibstoff zu versorgen. Dabei kam es vermutlich zu dem Unglück.

JERUSALEM: Nach dem jüngsten palästinensischen Raketenangriff auf die südisraelische Stadt Sderot will sich Israel nicht mehr an die vor einem Monat vereinbarte Waffenruhe im Gazastreifen halten. Die Streitkräfte würden ihre gezielten Militärschläge gegen militante Palästinenser wieder aufnehmen, berichtet der israelische Rundfunk. Bislang hat Israel von einer militärischen Reaktion auf die mehr als 60 Raketenangriffe seit Beginn der Waffenruhe am 26. November abgesehen. Doch am Dienstagabend waren beim Einschlag einer palästinensischen Kassam-Rakete in Sderot zwei 14-Jährige schwer verletzt worden. Ministerpräsident Ehud Olmert geriet daraufhin politisch unter Druck, die Politik der Zurückhaltung aufzugeben.

BANDA ACEH: Nach verheerenden Überschwemmungen und Erdrutschen infolge heftiger Regenfälle sind auf der indonesischen Insel Sumatra fast 400.000 Menschen obdachlos. Rettungskräfte bemühen sich weiter um die Versorgung der Betroffenen. Neben der nationalen Hilfe sind auch internationale Hilfsaktionen angelaufen. Allein die Deutsche Welthungerhilfe stellte 100.000 Euro Soforthilfe für Reis, Nudeln und Kochsets bereit. Offiziell wurden bei der Naturkatastrophe bisher mehr als 100 Todesopfer gezählt. Über 200 Menschen werden aber noch vermisst.

BERLIN: Der SPD-Vorsitzende Kurt Beck tritt bei der Reformpolitik der Bundesregierung auf die Bremse. Wenn die große Koalition ihre bisher beschlossenen Reformpläne auf den Weg gebracht habe, sei 'die Grenze der Zumutbarkeit' erreicht, sagte Beck der Zeitung 'Die Welt'. Zugleich plädierte er dafür, soziale Elemente stärker zu betonen. Nachbesserungen kündigte der SPD-Chef vor allem in der Arbeitsmarktpolitik an.

BERLIN: Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hat vor den Folgen eines ungebremsten Klimawandels gewarnt. Die Erderwärmung fordere die ganze Menschheit heraus - daher müsse Kanzlerin Angela Merkel das Thema jetzt zur 'Chefsache' machen, sagte der SPD-Politiker der 'Bild'-Zeitung. Scharfe Kritik übte Gabriel an der deutschen Wirtschaft. Diese sei bei der Ökosteuer um fast zwei Milliarden Euro entlastet worden, halte sich aber nicht an die Vereinbarung, den Ausstoß von Kohlendioxid zu reduzieren. Im Gegensatz zu Gabriel protestierte Wirtschaftsminister Michael Glos gegen härtere Klimaschutz-Auflagen für deutsche Unternehmen. Folge wären Energie-Verteuerungen, die den Aufschwung empfindlich stören würden, sagte der CSU-Minister der Zeitung 'Rheinische Post'.

BERLIN: Kinder sollen nach dem Willen der Bundesregierung besser vor Verwahrlosung und Misshandlung durch die eigenen Eltern geschützt werden. Justizministerin Brigitte Zypries kündigte für Anfang 2007 einen entsprechenden Gesetzentwurf an. So soll es Familiengerichten künftig erlaubt sein, schneller einzugreifen, wenn das Wohl des Kindes gefährdet ist. Häufig seien Eltern mit der Erziehung schlicht überfordert. In solchen Fällen müsse der Staat Hilfe anbieten, sagte Zypries. Zuletzt waren in Deutschland mehrere spektakuläre Fälle von Kindesmisshandlung bekannt geworden.

LOS ANGELES: Im Alter von 93 Jahren ist der ehemalige US-Präsident Gerald Ford gestorben. Dies teilte seine Frau Betty im kalifornischen Rancho Mirage mit. Ford war der 38. Präsident der Vereinigten Staaten und der einzige, der nicht durch eine Wahl ins Amt kam. Er hatte 1974 den wegen der Watergate-Affäre zurückgetretenen Präsidenten Richard Nixon abgelöst. Bei der Wahl Ende 1976 unterlag der Republikaner dem Demokraten Jimmy Carter. In jüngster Zeit musste sich Ford wegen gesundheitlicher Probleme im Krankenhaus behandeln lassen. Präsident George W. Bush nannte Ford einen großen Amerikaner. Er habe Verantwortung in einer Stunde nationaler Spaltung übernommen und dann geholfen, das Vertrauen in die Präsidentschaft wiederherzustellen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Teils neblig, teils sonnig. Tagestemperaturen minus zwei bis plus 3 Grad, auf den Bergen bis 8 Grad.

Audio und Video zum Thema

  • Datum 27.12.2006
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  • Permalink http://p.dw.com/p/9cCq
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