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Nachrichten

Mittwoch, 27. August 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

KABUL: Bei einem neuen Anschlag auf die Bundeswehr in Nordafghanistan ist ein Soldat getötet worden, drei weitere erlitten Verletzungen. Das meldeten mehrere Nachrichtenagenturen. Die Bundeswehr bestätigte bisher lediglich, dass es Verletzte gegeben habe. Nach Auskunft afghanischer Behörden war der gepanzerte Wagen der Soldaten rund sechs Kilometer südwestlich der Stadt Kundus mit einem ferngezündeten Sprengsatz attackiert worden. Bisher bekannte sich niemand zu der Tat. Der Gouverneur der Provinz Kundus, Mohammad Omar, machte die Taliban und das Terrornetz El Kaida für den Anschlag verantwortlich. Bei einem Selbstmordanschlag im Mai 2007 waren in Kundus drei Bundeswehr-Soldaten und acht afghanische Zivilisten getötet worden.

PARIS: Das russische Vorgehen im Kaukasus-Konflikt sorgt weiter für Entrüstung. Die französische EU-Ratspräsidentschaft befürchtet, dass Russland nach Georgien noch in weiteren Fällen die Verschiebung von Grenzen anstreben könnte. Außenminister Bernard Kouchner nannte dabei die Krim, die Ukraine oder Moldawien. Die durch Russland anerkannte Unabhängigkeit der abtrünnigen georgischen Gebiete Südossetien und Abchasien sei für die Europäische Union nicht akzeptabel, da sie einen Verstoß gegen das Völkerrecht und die Vereinbarungen zur Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa darstelle. Mit Blick auf eine politische Lösung des Konflikts wies der deutsche Außenpolitiker Ruprecht Polenz auf den wirtschaftlichen Schaden für Russland hin. Seit den Kämpfen im Kaukasus seien rund zwanzig Milliarden Euro abgeflossen, weil das Vertrauen in eine stabile Entwicklung Russlands geschwunden sei, sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses.

BERLIN: Das Bundeskabinett will an diesem Mittwoch über die deutsche Beteiligung am Ausbau der OSZE-Beobachtergruppe in Georgien entscheiden. Russland hatte der Entsendung zusätzlicher Militärbeobachter und ziviler Kräfte der OSZE in der Region zugestimmt. Sie sollen den Waffenstillstand in der Region überwachen. Bisher sind in Georgien 200 Kräfte der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa im Einsatz, davon etwa 20 Deutsche. Die Gruppe soll um bis zu 100 Personen aufgestockt werden.

KHARTUM: Die Entführer des sudanesischen Flugzeugs mit rund 100 Personen haben laut Medienberichten sämtliche Passagiere freigelassen. Nach Angaben aus Libyen, wo das Flugzeug wegen Treibstoffmangels gelandet war, hieß es, die Entführer hätten zudem Essen und Treibstoff verlangt, um weiter nach Frankreich fliegen zu können. Die Boeing 737 der privaten Gesellschaft Sunair war am Dienstag auf dem Weg aus der westsudanesischen Unruheregion Darfur in die Hauptstadt Khartum entführt worden. Über die Identität der Kidnapper und ihre Motive herrscht Unklarheit. Es soll sich um Rebellen aus Darfur handeln. Dort kämpfen verschiedene Organisationen gegen arabische Milizen und Regierungstruppen. In dem Konflikt sind bereits mehr als 200.000 Menschen getötet worden. Hunderttausende wurden vertrieben oder starben auf der Flucht.

BANGKOK: In Thailand halten mehrere tausend Regierungsgegner den Amtssitz des Ministerpräsidenten weiter besetzt. Ein Versuch, die Demonstranten mit Polizeigewalt zu vertreiben, war zuvor gescheitert. Man wolle so lange ausharren, bis Ministerpräsident Samak Sundaravej seinen Rücktritt erklärt, hieß es. Am Dienstag hatten an mehreren Protestaktionen rund 30.000 Menschen teilgenommen. Bei den Demonstranten handelt es sich überwiegend um Anhänger der Volksallianz für Demokratie, einem Sammelbecken von konservativen Befürwortern der Monarchie und des Militärputsches vom September 2006. Sie werfen Samak Korruption vor und von dem gestürzten früheren Regierungschef Thaksin Shinawatra beeinflußt zu sein.

DENVER: Die New Yorker Senatorin Hillary Clinton hat die Demokratische Partei zu geschlossener Unterstützung für den Präsidentschaftsbewerber Barack Obama aufgerufen. Es sei jetzt an der Zeit, sich als eine Partei mit einem Ziel zu vereinen, sagte die Frau von Expräsident Bill Clinton auf dem Wahlparteitag der Demokraten in Denver. Die Senatorin hatte in einem erbitterten Vorwahlkampf knapp gegen Obama verloren. Umfragen zufolge kann Obama derzeit nicht mit allen Stimmen der Clinton-Anhänger rechnen. Zuvor hatten demokratische Gouverneure von mehreren US-Staaten ihre Unterstützung für Obama bekundet, aber auch den republikanischen Kandidaten John McCain kritisiert. Mehrere Redner sagten, eine Wahl McCains ins Weiße Haus bedeute eine dritte Amtszeit für George W. Bush.

BERLIN: Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hat staatliche Maßnahmen gegen eine Abschwächung des Wirtschaftswachstums erneut abgelehnt. Mit kurzatmigen Konjunkturprogrammen werde nur Geld verbrannt, sagte der SPD-Politiker in einem Interview des Magazins 'Stern'. Zur Begründung verwies er auf die Erfahrungen mit solchen Maßnahmen in den 70er und 80er Jahren. Durch sie seien die Schulden gestiegen, der Abschwung aber nicht verhindert worden. Konjunkturprogramme hatten in letzter Zeit sowohl Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) als auch Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) gefordert. Am Dienstag bestätigte das Statistische Bundesamt das erstmalige Sinken des Bruttoinlandsproduktes seit knapp vier Jahren. Es verringerte sich im zweiten Quartal dieses Jahres um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

PORT-AU-PRINCE: Durch den Hurrikan 'Gustav' sind in Haiti mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen und zahlreiche verletzt worden. Häuser wurden abgedeckt, Bäume entwurzelt und eine Reihe von landwirtschaftlichen Plantagen verwüstet. Nach einheimischen Presseberichten, wurden drei der Toten aus einem Haus geborgen, das durch einen Erdrutsch von Schlamm-Massen begraben wurde. Nach mehreren Vermissten werde noch gesucht, meldet der Zivilschutz. Wegen der schweren Regenfälle herrscht in den meisten Provinzen des Landes weiter der Alarmzustand.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: In der Mitte und im Süden heiter, im Norden bewölkt und an der Küste etwas Regen. Die Tageshöchstwerte bewegen sich zwischen 19 und 28 Grad.

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