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Nachrichten

Mittwoch, 26. September 2007

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

RANGUN: Die Militärjunta in Birma geht jetzt mit Waffengewalt gegen die Demonstranten vor. Ein französischer Diplomat berichtete aus Rangun, die Einsatzkräfte des Regimes hätten Schüsse abgegeben. Unter Berufung auf ein Krankenhaus in Rangun meldet die Agentur Reuter, mindestens ein buddhistischer Mönch sei getötet worden. Mehrere Demonstranten hätten Verletzungen erlitten. In unbestätigten Berichten von Exil-Birmanern ist sogar von sechs erschossenen Mönchen die Rede. - Vor der Schwegadon-Pagode und der Sule-Pagode trieben Soldaten und Polizisten nach Augenzeugenberichten mit Warnschüssen, Tränengas und Schlagstöcken Demonstranten und diese unterstützende Bürger auseinander. Etwa 200 Menschen seien festgenommen worden, darunter buddhistische Mönche. - Die Partei NLD von Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi forderte einen sofortigen Dialog zur Lösung der Krise. Nach unbestätigen Berichten wurde Suu Kyi aus dem Hausarrest in ein Gefängnis gebracht.

LONDON: Der britische Premierminister Gordon Brown hat wegen des gewaltsamen Vorgehens der Militärherrscher in Birma eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates gefordert. Schon vor der Eskalation in Rangun hatte die EU der Junta mit einer Verschärfung der Sanktionen gedroht, falls sie Gewalt gegen unbewaffnete und friedliche Demonstranten anwenden sollte. 1996 hatte die EU ein Waffenembargo gegen die Regierung in Birma verhängt und Führungspersonen der Junta die Einreise verboten.

NEW YORK: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat im Atomstreit mit dem Iran für einen harten Kurs der internationalen Staatengemeinschaft geworben. Falls die Führung in Teheran nicht einlenken sollte, werde sich Deutschland entschieden für weitere, schärfere Sanktionen einsetzen, betonte Merkel in ihrer Rede vor der UN-Vollversammlung in New York. Wenn der Iran in den Besitz der Atombombe käme, hätte dies verheerende Folgen für Israel, letztendlich aber auch für die gesamte Welt. Bei ihrem ersten Auftritt vor der UN-Generalversammlung sprach sich die Kanzlerin auch für einen neuen Anlauf zu einer umfassenden Reform der Vereinten Nationen aus und wiederholte den Wunsch Deutschlands nach einem ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat.

NEW YORK: Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat ein Einlenken seines Landes im Atomstreit ausgeschlossen. In einer Rede vor der UN-Vollversammlung in New York sagte Ahmadinedschad mit Blick auf die vom UN-Sicherheitsrat verhängten Sanktionen, der Iran beuge sich - so wörtlich - keinen illegitimen und politisch motivierten Diktaten arroganter Mächte. Sein Land sei bereit, sein Nuklearprogramm von der Internationalen Atomenergiebehörde überwachen zu lassen und betrachte den Atomstreit damit als beendet.

KABUL: Im Süden Afghanistans haben Regierungstruppen und Soldaten der von den USA angeführten Koalition bei schweren Gefechten mehr als 160 Kämpfer der radikalislamischen Taliban getötet. Wie das US-Militär mitteilte, wurden bei noch anhaltenden Gefechten in der Provinz Helmand mehr als hundert Aufständische getötet. Ein Soldat der internationalen Truppen sei ums Leben gekommen. Bei einem Angriff auf die Taliban in der Provinz Urusgan hätten die Verbündeten mehr als 60 Rebellen getötet. - In einer Rede vor der UN-Vollversammlung in New York rief der afghanische Präsident Hamid Karsai die internationale Gemeinschaft dazu auf, die Ausbildung und den Aufbau der Sicherheitskräfte seines Landes noch stärker als bisher zu unterstützen.

MÜNCHEN: Die bayerische Landeshauptstadt hat ihren Widerstand gegen die von der CSU-Regierung beschlossene Münchner Transrapid-Strecke bekräftigt. Oberbürgermeister Christian Ude nannte das Verkehrsprojekt ein Milliardengrab, dessen Finanzierung nicht gesichert sei. Er verwies darauf, das Bundesverkehrsministerium gehe im Gegensatz zur Landesregierung nicht von 1,85 Milliarden Euro Baukosten aus, sondern von 2,2 Milliarden Euro. Hiervon seien derzeit aber nur 1,7 Milliarden gedeckt. Auch Finanzminister Peer Steinbrück warnte vor deutlich höheren Kosten und betonte, der Bund werde seinen zugesagten Beitrag nicht aufstocken. Mit dem Bau der Trasse zwischen Hauptbahnhof und Flughafen in München soll laut Staatskanzlei im nächsten Sommer begonnen werden.

DETROIT: Nach einem zweitägigen Streik in allen Werken von General Motors in den USA hat sich der Konzern mit der Gewerkschaft UAW auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Das Abkommen sieht unter anderem die Einrichtung eines unabhängigen Fonds zu Finanzierung der Krankheitskosten der Pensionäre des Konzerns vor. Die UAW setzte den Streik, der den Autoproduzenten seit Montag lahm gelegt hatte, aus. - General Motors befindet sich in einer Umstruktuierungsphase. Seit 2005 wurden zehn Werke geschlossen und 30.000 Arbeitsplätzte abgebaut.

HANOI: Beim Einsturz einer in Bau befindlichen Brücke in Vietnam sind nach neuen Angaben der Behörden bis zu 40 Arbeiter ums Leben gekommen. Einsatzkräfte hätten rund hundert Verletzte geborgen, sagte ein Polizeisprecher. Mehrere Arbeiter würden noch vermisst. - Die Can-Tho-Brücke im Mekong-Delta sollte die längste Hängebrücke Südostasiens werden.

OSNABRÜCK: Der mit einer halben Million Euro dotierte Deutsche Umweltpreis geht in diesem Jahr an vier besonders engagierte Klimaschützer. Ein Preisträger ist der Direktor des Instituts für Klimafolgenforschung in Potsdam, Hans Joachim Schellnhuber. Der 57-Jährige habe die internationale politische Diskussion zur Lösung des Klimaproblems entscheidend geprägt, erläuterte die Deutsche Bundesstiftung Umwelt. Die Auszeichnungen werden Ende Oktober überreicht.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Vom Oberrhein bis in den Nordosten freundlicher. Sonst meist wechselhaft trüb. Tagestemperaturen zwischen acht und 17 Grad.

Am Mittag meldeten:

Berlin: 16 Grad, wolkig;
Köln/Bonn: 12 Grad, nach Regen;
Dresden: 15 Grad, wolkig;
Frankfurt am Main: 11 Grad, stark bedeckt;
Hamburg: 12 Grad, bedeckt und
München: 8 Grad, nach Regen.

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