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Nachrichten

Mittwoch, 26. November 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich trotz der Wirtschafts- und Finanzkrise zuversichtlich gezeigt. Deutschland sei sehr stark, sagte Merkel in der Generaldebatte über den Bundeshaushalt 2009. Die Arbeitslosigkeit sei auf dem niedrigsten Stand seit 16 Jahren und die Haushalte trotz höherer Schulden als geplant solide aufgestellt. Dennoch stimmte sie die Bevölkerung auf härtere Zeiten ein. 2009 werde ein Jahr schlechter Nachrichten sein. Die Kanzlerin sagte der Wirtschaft Hilfen zu, lehnte aber langfristige Produktsubventionen ab. An die Banken appellierte sie, das Rettungspaket der Bundesregierung zu nutzen. Die Banken seien in der Pflicht, die Unternehmen mit ausreichend Krediten zu versorgen.

WASHINGTON: Die US-Regierung hat ein weiteres gigantisches Hilfspaket beschlossen, mit dem nun die Verbraucher unterstützt werden sollen. Die Notenbank FED setzt insgesamt 800 Milliarden Dollar ein, um den Amerikanern die Aufnahme von Krediten zu erleichtern und sie so zum Haus- oder Autokauf zu ermuntern. Für bis zu 600 Milliarden Dollar will die Notenbank Hypotheken-Papiere aufkaufen, um die Vergabe von Immobilien-Darlehen wieder in Schwung zu bringen. Ein weiteres Programm über 200 Milliarden Dollar soll den Markt für Konsumenten-Kredite wiederbeleben. Finanzminister Henry Paulson warnte allerdings vor überzogenen Hoffnungen und betonte, die schwere Finanzkrise könne nicht von heute auf morgen überwunden werden.

BANGKOK: In Thailand eskaliert die Lage nach der Erstürmung des internationalen Flughafens von Bangkok durch Regierungsgegner. Einige der Demonstranten drangen vorübergehend in den Kontrollturm ein. Sie wollen die Rückkehr von Ministerpräsident Somchai Wongsarat verhindern. Somchai hatte am ASEM-Gipfel in Peru teilgenommen und wird im Laufe des Mittwochs in Bangkok zurückerwartet. Bei der Explosion eines Sprengsatzes wurden nach Polizeiangaben drei Menschen verletzt. Wegen der Blockade des Flughafens wurden inzwischen alle Flüge abgesagt. Mehrere tausend Reisende saßen fest. Inzwischen begannen die Behörden damit, die Fluggäste in Sicherheit zu bringen. Die oppositionelle Volksallianz für Demokratie fordert den Rücktritt Somchais. Sie hält ihn für eine Marionette des vor zwei Jahren vom Militär gestürzten Premierministers Thaksin Shinawatra, der sein Schwager ist.

PRAG: In Tschechien hat das Verfassungsgericht grünes Licht für die Ratifizierung des EU-Reformvertrages gegeben. Dies teilte der vorsitzende Richter Pavel Rychetsky in Brünn mit. Der Ratifizierungsprozess für den Lissabon-Vertrag durch die beiden Parlamentskammern könne fortgeführt werden. Die Richter hatten auf Antrag des Prager Senats geprüft, ob das EU-Vertragswerk mit tschechischem Recht vereinbar ist. Bei einer Anhörung am Dienstag sprach sich Präsident Vaclav Klaus gegen eine Ratifizierung aus, weil der Vertrag die Souveränität des Landes gefährde. Tschechien übernimmt zum 1. Januar die EU-Ratspräsidentschaft und will dann auch mit Irland verhandeln, wo der Lissabon-Vertrag in einer Volksabstimmung abgelehnt worden war.

BRÜSSEL: Die EU-Kommission streicht Bulgarien wegen Betrugs und schwerer Korruption bereits zugesagte Fördergelder in Höhe von insgesamt 220 Millionen Euro. Es ist das erste Mal, dass ein Mitgliedsland mit einer solchen Sanktion belegt wird. Ein Sprecher teilte in Brüssel mit, weitere 340 Millionen Euro blieben eingefroren, bis die Regierung in Sofia nachweisen könne, dass sie die Korruption bekämpfe. Beim bisher schwersten Missbrauch von EU-Geldern wurden alte Maschinen zur Fleischverarbeitung als neu ausgegeben und entsprechend finanziert. So erschlich sich Bulgarien mehr als sieben Millionen Euro.

MOSKAU: In Russland hat nach der Duma auch der Föderationsrat mit großer Mehrheit der Amtszeitverlängerung des Präsidenten von vier auf sechs Jahre zugestimmt. Lediglich einer von 145 Senatoren habe gegen die erst kürzlich von Kremlchef Dmitri Medwedew angestoßene Verfassungsänderung gestimmt, meldeten die Moskauer Agenturen. Regierungschef Wladimir Putin hatte Berichte zurückweisen lassen, mit diesen Beschlüssen solle seine vorzeitige Rückkehr ins Präsidentenamt vorbereitet werden. Er hatte aber nicht grundsätzlich ausgeschlossen, wieder Staatsoberhaupt zu werden. Die Opposition beklagte, das Tandem Putin-Medwedew plane einen Machterhalt nach Vorbild zentralasiatischer Diktaturen. --- Die Änderungen bedürfen noch der Zustimmung von zwei Dritteln der Regionalparlamente. Da auch dort die von Putin geführte Partei "Geeintes Russland" die Mehrheit hat, gilt die Zustimmung als sicher.

WASHINGTON: Der designierte US-Präsident Barack Obama will den früheren Notenbankchef Paul Volcker zu seinem Chefberater bei der Reform der Finanzmärkte machen. Dies berichtete das 'Wall Street Journal' unter Berufung auf Vertreter von Baracks Demokratischer Partei. Demnach soll Volcker Vorsitzender des neuen Wirtschaftsrats zur Stabilisierung der Märkte werden. Zuvor war bereits bekannt geworden, dass Obama US-Verteidigungsminister Robert Gates im Amt belassen will. Der Republikaner solle noch mindestens für ein Jahr Pentagon-Chef bleiben, hieß es in US-Medienberichten. Neuer Nationaler Sicherheitsberater werde der frühere General der Marineinfanterie, James Jones.

NUUK: In einer Volksabstimmung haben sich die Grönländer für eine weitere Unabhängigkeit von Dänemark ausgesprochen. Wie die Regierung der weltweit größten Insel mitteilte, stimmten gut 75 Prozent der Wähler hierfür. Das entsprechende Autonomie-Gesetz sieht eine noch stärkere Selbstverwaltung vor und räumt der Arktis-Insel ein Eigentumsrecht an den Naturschätzen ein. Vor der Küste werden reiche Öl- und Gasvorkommen vermutet. Zudem werden die knapp 60.000 Grönländer als eigenes Volk und Grönländisch als Landessprache anerkannt. - Seit 1979 hat Grönland bereits den Status einer eingeschränkten Autonomie.

CARACAS: Erstmals seit dem Ende des Kalten Krieges ist ein russischer Flottenverband offiziell in die Karibik entsandt worden. Die Kriegsschiffe, darunter der atomar angetriebene Raketenkreuzer 'Peter der Große', wollen gemeinsame Manöver mit der Marine Venezuelas abhalten und gingen nördlich der Hauptstadt Caracas vor Anker. Die Ankunft der Schiffe fällt mit dem Besuch des russischen Präsidenten Dmitri Medwedew zusammen, der an diesem Mittwoch den venezolanischen Staatschef Hugo Chavez trifft. Im Juli hatte der Linksnationalist Chavez in Moskau mehrere Verträge über eine engere Zusammenarbeit beider Länder auch im militärischen Bereich unterzeichnet.

ZUM FUSSBALL: Mit einem 3:0-Sieg über Steaua Bukarest hat Bayern München vorzeitig das Achtelfinale der Champions League erreicht. Zwei Treffer für die Münchner erzielte Miroslav Klose, einmal war Luca Toni erfolgreich. - Damit kommt es in der letzten Vorrundenpartie am 10. Dezember bei Olympique Lyon zu einem Endspiel um den Gruppensieg.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Südlich der Donau aufgelockert und meist trocken, sonst bewölkt mit etwas Regen oder Schneegriesel, in höheren Lagen auch Schnee. Höchstwerte zwischen minus ein und plus zehn Grad.


Am Morgen meldeten:


Hamburg: 5°, leichter Regen;

Berlin: minus 1°, wolkig;

Dresden: 0°, stark bewölkt;

Klön/ Bonn: 2°, dunstig;

Frankfurt am Main: 1°, dunstig und

München: minus 1°, stark bewölkt.

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