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Nachrichten

Mittwoch, 25. Oktober 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch.

HAMBURG: Das Bundesverteidigungsministerium will Vorwürfe, deutsche Soldaten in Afghanistan hätten einen Toten geschändet, unverzüglich aufklären. Ein Sprecher erklärte, Minister Franz Josef Jung habe mit Abscheu und Empörung auf die in der 'Bild'-Zeitung veröffentlichen Fotos reagiert. Auf den Bildern präsentieren nach Angaben der Zeitung deutsche Soldaten der Afghanistan-Schutztruppe ISAF mit zum Teil obszönen Gesten einen Totenschädel. Die Aufnahmen stammten aus dem Jahre 2003, so 'Bild'. Politiker von SPD, Grünen und Linkspartei fordeten eine umfassende Aufklärung und Konsequenzen für die Soldaten.

BERLIN: Ungeachtet der Vorbehalte in der SPD besteht Verteidigungsminister Franz Josef Jung darauf, die Bundeswehr zur Abwehr terroristischer Angriffe auch im Inland einzusetzen. Wenn die Fähigkeiten der Polizei nicht ausreichten, etwa zur Abwehr von Angriffen aus der Luft, sei ein Einsatz der Bundeswehr zum Schutz der Bevölkerung notwendig, sagte der CDU-Politiker im ZDF. In diesem Sinne sollte im Grundgesetz eine Klarstellung vorgenommen werden. Diese Forderung Jungs ist auch im 'Weißbuch zur Sicherheitspolitik Deutschlands und zur Zukunft der Bundeswehr' enthalten, das das Bundeskabinett an diesem Mittwoch verabschieden will.

BERLIN: Das Bundeskabinett ist zur Verabschiedung wichtiger Reformvorhaben zusammengetreten. Nach monatelangem Streit in der großen Koalition will die Ministerrunde unter Leitung von Bundeskanzlerin Angela Merkel unter anderem den Gesetzentwurf für die Gesundheitsreform beschließen. Er wird bereits am Freitag im Bundestag erstmals beraten.

BERLIN: Der Präsident des Sozialverbandes VdK, Walter Hirrlinger, hat die Einigung der Koalition auf Eckpunkte für die Anhebung des Rentenalters auf 67 Jahre scharf kritisiert. Es handele sich um ein Rentenkürzungsprogramm, sagte Hirrlinger der 'Passauer Neuen Presse'. Derzeit beschäftige mehr als die Hälfte der Betriebe keine Arbeitnehmer, die älter als 50 Jahren seien. - Nach dem Beschluß der Koalition soll das so genannte Renteneintrittsalter vom Jahre 2012 an schrittweise von derzeit 65 auf 67 Jahre steigen.

WASHINGTON: US-Präsident George W. Bush hat mit Blick auf die anhaltende Gewalt im Irak die Strategie seiner Armee abermals verteidigt. Auf einer Wahlkampfveranstaltung in Saratosa im Bundesstaat Florida, sagte Bush, amerikanische Soldaten würden bis zum Sieg im Irak bleiben. Zuvor hatte der Oberkommandierende der US-Truppen im Irak, General George Casey, gesagt, er gehe davon aus, dass die irakischen Sicherheitskräfte innerhalb von zwölf bis 18 Monaten die Kontrolle von den US-Truppen übernehmen könnten. Verteidigungsminister Donald Rumsfeld ergänzte, derzeit werde der Plan für die Übergabe von 16 Provinzen an die irakische Armee vorbereitet.

TEHERAN: Ungeachtet drohender Sanktionen treibt der Iran den Ausbau seiner umstrittenen Urananreicherung voran. Nach Erkenntnissen der Internationalen Atomenergiebehörde wird derzeit ein zweites Anreicherungssystem getestet. Dieses könnte die bisher geringen Kapazitäten des Iran zur Urananreicherung verdoppeln. Zwischen den Veto-Mächten des Sicherheitsrats sind derweil intensive Gespräche über mögliche Sanktionen angelaufen. Vorgesehen sei insbesondere ein Embargo für Raketen- und Nukleartechnologie, verlautete am Sitz der Atomenergiebehörde in Wien.

GAZA-STADT: Der von bewaffneten Palästinensern im Gazastreifen entführte spanische Fotograf ist wieder frei. Der 37-Jährige sagte, er sei müde, aber wohlauf. Die Regierung der radikal-islamischen Hamas-Bewegung hatte die Entführung als schädlich für die nationalen Interessen verurteilt. Der Fotograf der Nachrichtenagentur Associated Press war am Dienstag verschleppt worden. In den vergangenen Monaten sind im Gazastreifen etwa 20 Ausländer von militanten Palästinensern entführt worden.

LA PAZ: Im Tauziehen zwischen Guatemala und Venzuela um den lateinamerikanischen Sitz im UN-Sicherheitsrat zeichnet sich eine neue Entwicklung ab. Der bolivianische Präsident Evo Morales teilte mit, Venezuela sei bereit, zugunsten Boliviens seine Kandidatur zurückzuziehen. Der linksgerichtete Morales ist ein enger Verbündeter des venezulanischen Präsidenten Hugo Chavez, eines erklärten Gegners der USA. Guatemala, das von den Vereinigten Staaten unterstützt wird, hält an seiner Kandidatur fest.

DILI: Der Internationale Flughafen von Osttimor ist nach blutigen Unruhen geschlossen worden. Ein Flughafen-Sprecher sagte, die Sicherheit der Reisenden könne nicht gewährleistet werden. Er hoffe, dass der Flugbetrieb im Laufe dieses Mittwochs wieder aufgenommen werde. Bei den gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Jugendbanden wurden zwei Menschen getötet. In den vergangenen Monaten hatte es bei solchen Kämpfen zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Australische Soldaten und UN-Truppen sollen die Gewalt in dem seit 2002 unabhängigen Land eindämmen.

DÜSSELDORF: Die Insolvenz der deutschen Handy-Tochter des taiwanischen Konzerns BenQ hat den Zulieferer Balda tief in die Verlustzone gerissen. Der Hersteller von Handy-Schalen kündigte den Abbau von hunderten von Arbeitsplätzen an. Drei Werke in Deutschland mit rund 1.000 Beschäftigten würden verkauft. - Der Halbleiter-Konzern Infineon teilte mit, wegen der BenQ-Pleite würden 200 Stellen in Deutschland gestrichen.

LUXEMBURG: Die Europäische Union hat die Fangquoten für Kabeljau und Lachs in der Ostsee gekürzt. Die Fachminister einigten sich in Luxemburg darauf, dass künftig zehn Prozent weniger Kabeljau und fünf Prozent weniger Lachs gefangen werden soll. Die Quoten für Hering bleiben unverändert. Lediglich Polen stimmte gegen den Plan. Die EU-Kommission hatte ursprüngliche stärkere Einschnitte gefordert, damit sich die überfischten Bestände erholen können.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Weitgehend trocken bei einem Mix aus Sonne und Wolken. Tagestemperaturen zwischen 14 und 19 Grad Celsius.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg 10 Grad, leicht bewölkt

Berlin: 12 Grad, stark bewölkt

Dresden: 11 Grad, fast wolkenlos

Köln/Bonn: 9 Grad, wolkig

Frankfurt am Main: 10 Grad, stark bewölkt

München: 8 Grad, leicht bewölkt

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