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Nachrichten

Mittwoch, 24. September 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

HELSINKI: Nach dem Amoklauf mit elf Toten an einer finnischen Schule herrschen im Land Trauer und Entsetzen. Die Behörden gehen nach Angaben von Innenministerin Anne Holmlund auch der Frage nach, ob die Bluttat des 22-Jährigen hätte verhindert werden können. Der Täter war noch am Tag vor seinem Amoklauf wegen eines Gewalt-Videos im Internet, in dem er sich als Pistolenschütze präsentierte, von der Polizei vernommen worden. Anschließend wurde er aber wieder freigelassen. Zudem soll er die Tat jahrelang geplant haben. Ministerpräsident Matti Vanhanen hat erneut eine Verschärfung der als liberal geltenden Waffengesetze angekündigt. Bereits vor einem Jahr nach einer ähnlichen Bluttat an einer Schule hatte die Regierung gesetzliche Maßnahmen angekündigt. Geschehen war aber nichts.

NEW YORK: In seiner wahrscheinlich letzten Rede vor der UN-Vollversammlung hat US-Präsident George W. Bush die Bedeutung des internationalen Kampfs gegen den Terror beschworen. Um Terroristen und Extremisten zu bekämpfen, würden multinationale Organisationen dringender denn je gebraucht, erklärte Bush. Außerdem appellierte er an die Staatengemeinschaft, gegen die atomaren Ambitionen des Irans und Nordkoreas klar Stellung zu beziehen. Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad verteidigte hingegen das Atomprogramm seines Landes. Zugleich nutzte er seinen Auftritt vor der UN-Vollversammlung für Drohungen gegen die USA und Israel. Der georgische Präsident Michail Saakaschwili kündigte eine grundlegende Staatsreform in seinem Land an. Diese solle Georgien vor einem Übergriff Russlands schützen, sagte Saakaschwili mit Blick auf den Kaukasus-Konflikt.

WASHINGTON: Die US-Bundespolizei FBI hat im Zusammenhang mit der Hypothekenkrise Ermittlungen gegen die Finanzriesen Lehman Brothers, Fannie Mae und Freddie Mac sowie den Versicherer AIG wegen möglichen Betrugs eingeleitet. Insgesamt habe das FBI 26 Unternehmen ins Visier genommen, heißt es in amerikanischen Medienberichten. Die Schieflage der Finanzgiganten hatte maßgeblich zur Entscheidung der US-Regierung beigetragen, ein 700-Milliarden-Dollar-Hilfspaket zu schnüren. Der Bankenausschuss des US-Senats meldete inzwischen ernste Bedenken gegen den Stabilisierungsplan an. Das Hilfspaket sei in seiner derzeitigen Form 'nicht akzeptabel', erklärte der Ausschussvorsitzende Chris Dodd.

TOKIO: In Japan hat das Parlament den ehemaligen Außenminister Taro Aso zum neuen Ministerpräsidenten gewählt. Erwartungsgemäß stimmte die Mehrheit der Unterhaus-Abgeordneten für den 68-Jährigen. Aso tritt die Nachfolge des bisherigen Regierungschefs Yasuo Fukuda an, der überraschend seinen Rücktritt erklärt hatte. Anfang dieser Woche war der als konservativer Nationalist geltende Aso bereits zum neuen Parteivorsitzenden der regierenden Liberaldemokraten gekürt worden. Noch an diesem Mittwoch will der neue Ministerpräsident sein Kabinett vorstellen. Aso selbst hat angekündigt, er wolle mit Steuersenkungen und staatlichen Investitionen die japanische Konjunktur ankurbeln.

BERLIN: Im Rahmen der Gesundheitsreform will das Bundeskabinett heute ein Gesetz zur besseren Krankenhausfinanzierung verabschieden. Die Krankenkassen sollen den Kliniken künftig zusätzlich drei Milliarden Euro zur Verfügung stellen. Außerdem sollen innerhalb der kommenden drei Jahre im Pflegebereich 21.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Mit dem Geld sollten Belastungen durch Tariferhöhungen und steigende Energiepreise ausgeglichen werden, sagte Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt. In welchem Ausmaß die Krankenkassenbeiträge für die Bürger steigen werden, ist nicht bekannt. Kritiker der Finanzreform erklärten, es gebe nur wenige der über 2.000 Krankenhäuser in Deutschland, die schwarze Zahlen schrieben. Der wahre Finanzbedarf liege bei sieben Milliarden Euro.

NÜRNBERG: Im Skandal um bezahlte Betriebsräte bei Siemens hat vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth der Prozess gegen das frühere Vorstandsmitglied Johannes Feldmayer begonnen. Er muss sich wegen Untreue und Steuerhinterziehung verantworten. Mit ihm ist der frühere Chef der Arbeitnehmerorganisation AUB, Wilhelm Schelsky, angeklagt. Ihm soll Feldmayer Millionen gezahlt haben, damit er eine arbeitgeberfreundliche Gegengewerkschaft zur IG Metall aufbaut. Schelsky soll insgesamt 35 Millionen Euro kassiert haben, die er aber auch für private Zwecke und für Sport-Sponsoring verwendete.

KAIRO: Die im Grenzgebiet zwischen Ägypten und dem Sudan verschleppten Touristen warten weiter auf ihre Freilassung. Aus Sicherheitskreisen in Kairo hieß es, die Teilnehmer einer Wüstensafari, darunter fünf Deutsche, würden in der nordsudanesischen Wüste festgehalten. Der Krisenstab des Auswärtigen Amts verhandelt mit den Kidnappern weiter über die Freilassung der Gefangenen. Dem Vernehmen nach sollen die Entführer sechs Millionen Dollar Lösegeld gefordert haben.

MOGADISCHU: In Somalia ist es zu heftigen Gefechten zwischen islamistischen Rebellen und Friedenssoldaten der Afrikanischen Union gekommen. Dabei seien in der Hauptstadt Mogadischu mindestens 15 Zivilisten getötet worden, berichteten Augenzeugen. Die Friedenssoldaten hätten wahllos um sich geschossen, heißt es. Dabei seien auch umliegende Wohnhäuser getroffen worden. Zahlreiche Bewohner flohen aus Mogadischu. - In Somalia herrschen seit dem Sturz von Machthaber Siad Barre 1991 bürgerkriegsähnliche Zustände.

HONGKONG: Begleitet von heftigen Windböen und starken Regenfällen hat der Taifun 'Hagupit' die Südküste Chinas erreicht. Rund 200.000 Fischer mussten auf Anweisung der Behörden in die Häfen zurückkehren. Der Flugbetrieb in Hongkong wurde vorübergehend eingestellt, Schulen in der Region blieben geschlossen. Nach Angaben von Meteorologen wurden Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 Stundenkilometern gemessen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Zumeist bewölkt und regnerisch. Nur an der Küste sowie im Südwesten und an den Alpen trocken, dort sind Aufheiterungen möglich. Temperaturen zwischen 12 und 19 Grad Celsius.

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