1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Mittwoch, 24. Oktober 2007

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: 30 Jahre nach der Ermordung von Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer haben Vertreter der Bundesregierung und der deutschen Wirtschaft der Opfer der Terrororganisation Rote Armee Fraktion gedacht. In einer Ansprache im Deutschen Historischen Museum in Berlin warnte Bundesjustizministerin Brigitte Zypries davor, im Kampf gegen den Terror rechtsstaatliche Grundsätze zu verletzen. Äußerungen damaliger RAF-Terroristen, die ihre Taten heute zu rechtfertigen suchten, kritisierte Zypries als skandalös. Die RAF ermordete in den 70er und 80er Jahren mehr als 30 Menschen - darunter hohe Repräsentanten von Wirtschaft und Politik.

STUTTGART: Der Porsche-Konzern hat im Streit mit dem VW-Betriebsrat über die Mitbestimmung einen Sieg errungen. Der Antrag des VW-Betriebsrats auf einstweilige Verfügung wurde vom Arbeitsgericht Stuttgart zurückgewiesen. Die Arbeitnehmervertreter von Volkswagen hatten gegen die Mitbestimmungsregeln bei der künftigen Porsche-Holding geklagt, die die Aktivitäten des Sportwagenbauers und dessen Anteile an VW bündeln soll. In deren Aufsichtsrat sollen gleich viele Vertreter von Porsche und von VW sitzen, obwohl VW um ein Vielfaches größer ist.

WEIMAR: Drei Jahre nach dem verheerenden Brand ist die Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar von Bundespräsident Horst Köhler wiedereröffnet worden. Das zum Weltkulturerbe gehörende historische Bibliotheksgebäude mit dem berühmten Rokokosaal war im September 2004 durch einen Großbrand schwer beschädigt worden. Für 12,8 Millionen Euro aus öffentlichen Mitteln und aus Spenden wurde das Gebäude jetzt saniert. Köhler wies in seiner Festrede auf die prekäre Situation anderer Bibliotheken in Deutschland hin. Mancherorts sei sogar ein 'Bibliotheks-Sterben' zu beobachten.

BERLIN: Nach jahrelanger Diskussion ist nach Angaben von Bundestags-Vizepräsident Wolfgang Thierse ein Konzept für ein Dokumentationszentrum über die Vertreibung von Deutschen aus Mittel- und Osteuropa am Ende des Zweiten Weltkriegs ausgearbeitet. Das Kabinett werde noch in diesem Jahr darüber entscheiden, sagte Thierse der 'Süddeutschen Zeitung'. An dem Projekt sei der Bund der Vertriebenen nicht beteiligt, betonte der SPD-Politiker. - Vor allem in Polen, aber auch in Tschechien hat das geplante Zentrum Kritik ausgelöst.

PEKING: China hat seine erste Mondmission gestartet. Der Start der Rakete mit der Sonde 'Chang'e 1' vom Raumfahrtzentrum Xichang im Südwesten des Landes wurde live vom staatlichen Fernsehen übertragen. Die Sonde soll den Mond ein Jahr lang umkreisen und Bilder von der Oberfläche für wissenschaftliche Untersuchungen machen. Langfristig ist die Landung eines Mondfahrzeugs angestrebt, das mit Gesteinsproben zurückkehren soll. China ist nach den USA und Russland inzwischen die dritte Raumfahrtnation, nachdem es 2003 seinen ersten Astronauten ins All geschickt hatte.

SAN DIEGO: Trotz Unterstützung durch die US-Armee gelingt es der Feuerwehr im Süden Kaliforniens nicht, die verheerenden Wald- und Buschbrände unter Kontrolle zu bringen. Solange der heftige Ostwind wehe, könnten die Brände nicht eingedämmt werden, sagte der Feuerwehrchef von San Diego, Kirk Humphries. Inzwischen sind in der Region mehr als 500.000 Menschen auf der Flucht. Etwa 1.500 Häuser gingen bereits in Flammen auf. US-Präsident George W. Bush kündigte für Donnerstag eine Reise nach Kalifornien an, um sich persönlich ein Bild vom Ausmaß des Flammeninfernos zu verschaffen.

BERLIN: Der diesjährige Friedensnobelpreisträger Al Gore hat die Staatschefs weltweit zu verstärkten Klimaschutzbemühungen aufgefordert. Die Politiker sollten sich alle drei Monate zu Beratungen über den Klimawandel treffen, forderte der frühere US-Vizepräsident bei einer Veranstaltung des Energieversorgers EnBW in Berlin. Zudem müsse das Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll schon 2010 in Kraft treten und nicht erst - wie bislang geplant - 2012. Er hoffe, dass China und die USA dabei mitmachten. Gore war zuvor mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammengetroffen. Dabei würdigte er ihre politische Führerschaft beim Thema Klimaschutz.

CARACAS: In Venezuela hat die Polizei eine Demonstration tausender Studenten gegen die von Staatspräsident Hugo Chavez geplante Verfassungsreform gewaltsam aufgelöst. Der Demonstrationszug wurde auf dem Weg zum Parlamentsgebäude in Caracas durch den Einsatz von Tränengas gestoppt. Augenzeugen berichteten von heftigen Zusammenstößen zwischen Polizisten und Demonstranten. Nach den Plänen von Chavez sollen etliche Artikel der venezolanischen Verfassung geändert werden. Unter anderem will sich der Präsident eine längere Amtszeit garantieren und Freiheitsrechte einschränken.

LONDON: Sechs Friedensnobelpreisträgerinnen haben die internationale Staatengemeinschaft aufgefordert, den Druck auf die Militärregierung in Birma zu verstärken. Dem dortigen Regime dürfe es nicht erlaubt sein, weiterhin die Menschenrechte auf so grausame Weise zu verletzen, heißt es in einem offenen Brief der Frauen. Die Vereinten Nationen müssten ihrem Mandat gerecht werden und sich entschlossen für die Freilassung von Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi und anderen politischen Häftlingen einsetzen. Suu Kyi, die selbst den Friedensnobelpreis 1991 erhalten hatte, steht seit Jahren unter Hausarrest.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Stark bewölkt, zum Teil auch trüb und nur wenig Auflockerungen bei Temperaturen zwischen drei und zehn Grad Celsius.

Am Mittag meldeten:

Hamburg: 10 Grad, stark bewölkt;
Berlin: 6 Grad, bedeckt;
Dresden: 4 Grad, Nieselregen;
Frankfurt am Main: 7 Grad, stark bewölkt;
Köln/Bonn: 2 Grad, nach Regen und
München: 5 Grad, bedeckt.

Audio und Video zum Thema