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Nachrichten

Mittwoch, 24. Juni 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Das Bundeskabinett hat den mit Abstand größten Schuldenhaushalt Deutschlands beschlossen. Finanzminister Peer Steinbrück sprach angesichts der Rekordneuverschuldung von einer "Mammutaufgabe". Ziel bleibe trotz allem aber eine Rückkehr zur Haushaltskonsolidierung. Steuererhöhungen schloss der SPD-Minister noch einmal aus. Der Etatentwurf für 2010 sieht neue Kredite von gut 86 Milliarden Euro vor. Die Neuverschuldung könnte am Ende auch über 100 Milliarden Euro liegen, wenn Kosten aus dem Konjunkturpaket und dem Bankenrettungsfonds SoFFin zu Buche schlagen. Für das laufende Jahr sind bereits neue Kredite von fast 48 Milliarden Euro veranschlagt, auch dies ein Rekordwert.

MÜNCHEN/ BERLIN: Zwei Wochen nach dem Insolvenzantrag droht dem deutschen Versandhaus Quelle das endgültige Aus. Der Antrag auf eine Bürgschaft über 50 Millionen Euro von Bund, Bayern und Sachsen habe kaum noch Erfolgsaussichten, berichtete die "Financial Times Deutschland". Aus dem Bundeswirtschaftsministerium verlautete, man könne keine gesicherten Aussagen treffen. Bayern drängte auf neue Zugeständnisse der Banken. Der Bürgschaftsausschuss wird an diesem Mittwoch in Berlin erneut beraten. Die Druckereien für den Quelle-Winterkatalog drohten bereits, den Auftrag abzubrechen.

DÜSSELDORF: Im Bieterkampf um Opel könnte es nach Presseberichten eine überraschende Wende geben. Wie das "Handelsblatt" berichtet, läuft es bei der Investorensuche entgegen allen bisherigen Erwartungen nicht geradlinig auf den kanadisch-österreichischen Autozulieferer Magna zu. Zwischen der Opel-Mutter General Motors (GM) und Magna gebe es nur eine Absichtserklärung, die "keine rechtliche Bindung" habe, sagte der Vorsitzende des Opel-Treuhänderbeirats, Fred Irwin, der Zeitung. Das Blatt berichtet, der chinesische Autobauer BAIC und der US-Finanzinvestor Ripplewood hätten die Erlaubnis bekommen, die Opel-Bücher einzusehen.

WASHINGTON: US-Präsident Barack Obama hat die Gewalt der Polizei und der paramilitärischen Milizen im Iran gegen Demonstranten scharf verurteilt. Die USA und die internationale Gemeinschaft seien erschüttert und empört über die Drohungen, Misshandlungen und Festnahmen, sagte Obama im Weißen Haus. Die Entscheidung über die künftige Iran-Politik seiner Regierung machte er von der Entwicklung in dem Golf-Staat abhängig, die derzeit noch ungewiss sei. US-Außenministerin Hillary Clinton telefonierte mit ihren deutschen, französischen und britischen Kollegen, Frank-Walter Steinmeier, Bernard Kouchner und David Miliband. Nach Angaben ihres Ministeriums soll am Rande des G-8-Gipfels im italienischen Triest ein weiteres Treffen zum Iran stattfinden. Frankreich, Finnland und Schweden bestellten den iranischen Botschafter ein. -- Unterdessen verschob der iranische Wächterrat die Bekanntgabe des offiziellen Wahlergebnisses um fünf Tage. Ein Sprecher des Rats schloss aber eine Annullierung der Wahl kategorisch aus.

BERLIN: Nach dem Tod dreier deutscher Soldaten im Norden Afghanistans hat Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung den Einsatz am Hindukusch gerechtfertigt. Die Mission diene auch der Sicherheit in Deutschland, weil terroristische Aktivitäten "zurückgedrängt" würden, sagte der CDU-Politiker im ZDF. Die Kombination von militärischen Mitteln und Wiederaufbau sei geeignet, das Vertrauen der Bevölkerung zu gewinnen. Der Wehrbeauftragte der Bundeswehr, Reinhold Robbe, beklagte, dass in der Öffentlichkeit "noch immer verdrängt" werde, dass Deutschland in Afghanistan "Krieg" führe. Er vermisse ein klares Wort von Kirchen, Wirtschaft und Gewerkschaften, aber auch ein klares Bekenntnis zu dem Einsatz.

PEKING: In China ist der bekannte Bürgerrechtler und Schriftsteller Liu Xiaobo verhaftet worden. Dem 53-jährigen werde Aufhetzung zum Sturz der Regierung und des sozialistischen Staatssystems vorgeworfen, meldet die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Liu war bereits im Dezember festgenommen worden, nachdem er mit 300 Mitstreitern in einer im Internet verbreiteten "Charta 08" zu mehr Demokratie in seiner Heimat aufgerufen hatte. Seitdem stand er offiziell unter Hausarrest. Als einer der Führer der Demokratiebewegung, die vor 20 Jahren auf dem Platz des himmlischen Friedens in Peking blutig niedergeschlagen wurde, saß er schon mehrfach im Gefängnis.

PARIS: In Frankreich hat Präsident Nicolas Sarkozy ein weiteres Mal die Regierung umgebildet. Der Staatschef nahm den Abschied von zwei ins Europaparlament gewählten Ministern zum Anlass, auf acht Kabinettsposten Veränderungen vorzunehmen. Dabei machte Sarkozy überraschend Frédéric Mitterrand, einen Neffen des früheren sozialistischen Präsidenten François Mitterrand, zum Kulturminister. Weitere Änderungen gibt es unter anderem im Justiz- und Innenressort sowie im Bildungs- und im Arbeitsministerium.

BELFAST: Die meisten Rumänen, die von Rechtsextremisten aus ihren Wohnungen in der nordirischen Hauptstadt vertrieben wurden, wollen das Land für immer verlassen. Von den 114 Opfern der rassistischen Übergriffe hätten 25 bereits die Heimreise angetreten, 75 weitere würden ihnen in Kürze folgen, teilte die nordirische Sozialministerin Margaret Ritchie mit. Naziparolen grölende Rassisten hatten die Roma-Familien in den vergangenen Wochen immer aggressiver bedroht und angegriffen, bis diese vor einer Woche in der Stadtkirche von Belfast Zuflucht suchten. In der Nacht zum Dienstag wurden dann die Scheiben des Kirchengebäudes eingeschlagen.

WASHINGTON/ MEXIKO-STADT: US-Präsident Barack Obama hat den Kongress um Zustimmung zu einem Klimaschutzgesetz gebeten, das erstmals verbindliche Vorgaben für eine Reduzierung von Treibhausgasen vorsieht. Dieses Gesetz sei außerordentlich wichtig für das Land, sagte Obama im Weißen Haus. Der Entwurf sieht unter anderem vor, den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2020 um 17 Prozent im Vergleich zu 2005 zu senken. Zudem sollen erneuerbare Energien massiv gefördert werden. --- Der Klimaschutzbeauftragte der US-Regierung, Todd Stern, nannte diese Vorgaben sehr ehrgeizig. Forderungen der Vereinten Nationen nach einer Reduzierung der Treibhausgase bis 2020 um bis zu 40 Prozent gemessen an 1990, wies er zurück. Dies sei weder notwendig noch machbar, sagte Stern zum Abschluss einer zweitägigen Klima-Konferenz in Mexiko-Stadt.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Von Südosten dichte Wolken und teils kräftiger Regen. Im Norden und Westen bleibt es überwiegend aufgeheitert. Maximal wieder 17 bis 25 Grad. --- Vor allem in der Norddeutschen Ebene durchweg sonnig.

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