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Nachrichten

Mittwoch, 23. September 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

TEGUCIGALPA: In der honduranischen Hauptstadt ist die Lage rund um die abgeriegelte brasilianische Botschaft weiterhin angespannt. Soldaten und Polizisten halten das Gebäude in Tegucigalpa umstellt, in dem der gestürzte Präsident Manuel Zelaya Zuflucht gefunden hat. Sicherheitskräfte hatten zuvor mehrere tausend Anhänger Zelayas, die sich vor der Botschaft versammelt hatten, mit Tränengas auseinander getrieben. Das Militär sperrte das Gebiet weiträumig ab. Stundenlang waren die Strom- und Wasserversorgung der Botschaft unterbrochen, die Telefonverbindungen wurden gekappt. Aus Sorge um die Sicherheit des Botschaftspersonals beantragte Brasilien eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates. Die Putschregierung unter Interimspräsident Roberto Micheletti versicherte jedoch, die diplomatische Immunität des Botschaftsgeländes zu respektieren.

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die internationale Staatengemeinschaft zu gemeinsamen Anstrengungen beim Klimaschutz aufgerufen. Es gebe wohl kaum eine wichtigere politische Aufgabe als die Bewahrung der Lebensgrundlagen der Menschheit, sagte Merkel in einer Video-Botschaft an die UN-Klimakonferenz in New York. Dazu bedürfe es bis zur Weltklimakonferenz im Dezember in Kopenhagen der Verständigung in zentralen Fragen. Gefordert seien zunächst die Industriestaaten, aber auch die Entwicklungs- und Schwellenländer müssten nach ihrer Leistungsfähigkeit ihren Beitrag leisten, so die Kanzlerin. Die EU habe sich bereits verpflichtet, ihre Emissionen bis 2020 um 20 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Am Dienstag hatten US-Präsident Barack Obama und der chinesische Präsident Hu Jintao einen größeren Beitrag ihrer Länder zum Klimaschutz angekündigt. Konkrete Zahlen nannten beide aber nicht.

PARIS: Die bulgarische Diplomatin Irina Bokova wird neue UNESCO-Chefin. Sie setzte sich in Paris nach einem wochenlangen Tauziehen bei einer Kampfabstimmung mit 31 zu 27 Stimmen knapp gegen den umstrittenen früheren ägyptischen Kulturminister Faruk Hosni durch. Dieser galt im Vorstand der UNESCO lange als Favorit, obwohl er im vergangenen Jahr zur Verbrennung jüdischer Bücher aufgerufen hatte. Bokova muss am 15. Oktober von der UNESCO-Vollversammlung bestätigt werden, was als Formsache gilt.

LONDON: Großbritannien ist offenbar bereit, die Zahl seiner Atom-U-Boote zu reduzieren. Regierungschef Gordon Brown werde einen entsprechenden Vorschlag bei einer Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates in New York zur atomaren Abrüstung vorlegen, kündigte eine Regierungssprecherin in London an. Damit wolle Großbritannien die weltweiten Abrüstungsbemühungen unterstützen. Am Sitz der Vereinten Nationen in New York beginnt an diesem Mittwoch die jährliche Generaldebatte der UN-Vollversammlung. Auf der Tagesordnung der siebentägigen Aussprache der 193 UN-Mitgliedsstaaten stehen als wichtige Themen die Lage in Afghanistan, die weltweite Wirtschaftskrise und die atomare Abrüstung. - US-Präsident Barack Obama wird sich erstmals in einer Rede an das UN-Plenum wenden, ebenso wie der russische Präsident Dmitri Medwedew und der chinesische Staatschef Hu Jintao.

NEW YORK: Ohne greifbare Ergebnisse ist das erste Dreier-Treffen zum Nahost-Friedensprozess von US-Präsident Barack Obama mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas zu Ende gegangen. Netanjahu und Abbas hätten bei dem Treffen in New York zwar ihre Bereitschaft für eine Rückkehr zu den Friedensverhandlungen geäußert, sagte der US-Nahostgesandte George Mitchell. Es gebe aber weiterhin Differenzen über die Vorgehensweise. Obama hatte beide Seiten zu direkten Gesprächen über den Nahost-Friedensprozess aufgerufen. Trotz aller Hindernisse müsse es Fortschritte geben, betonte Obama.

BERLIN: Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hat kurz vor Beginn des G20-Gipfels im amerikanischen Pittsburgh Großbritannien vorgeworfen, schärfere Regeln für die Finanzmärkte zu blockieren. Es gebe in der britischen Hauptstadt eine Lobby, die einen Wettbewerbsvorteil mit Zähnen und Klauen verteidige, sagte Steinbrück dem Magazin "Stern". Der SPD-Politiker verwies auf die hohe Bedeutung der Finanzsparte für Großbritanniens Wirtschaft. Diese erwirtschafte dort 15 Prozent des Bruttoinlandproduktes, während es in Deutschland nur sechs Prozent seien. Insgesamt zeigte sich Steinbrück aber zuversichtlich, dass in Pittsburgh Fortschritte erzielt würden. Der Gipfel werde die Spielregeln auf den Finanzmärkten nachhaltig ändern, so der Minister.

BRÜSSEL: EU-Industriekommissar Günter Verheugen hat eine genaue Prüfung des Sanierungsplans für den angeschlagenen Autobauer Opel angekündigt. Beihilfen seien nach europäischem Recht nur in Ausnahmefällen zulässig und müssten rein wirtschaftlich begründet werden, sagte Verheugen im deutschen Fernsehen. Es könne nicht angehen, dass ein Land Lösungen zu Lasten anderer finanziere, betonte er mit Blick auf die deutschen Staatshilfen für den designierten neuen Opel-Eigner Magna. Zuvor hatte bereits Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes eine umfassende Prüfung angekündigt. Opel-Mitarbeiter wollen an diesem Mittwoch im belgischen Antwerpen für den Erhalt des dortigen Werkes demonstrieren. Magna hatte angekündigt, das Werk im kommenden Jahr zu schließen. Betroffen wären mehr als 2.500 Beschäftigte.

MÜNCHEN: In der Siemens-Schmiergeldaffäre muss der Ex-Vorstandsvorsitzende und langjährige Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer mit einer Milliardenklage rechnen. Siemens wolle notfalls vor Gericht ziehen, falls von Pierer in den nächsten Wochen nicht die geforderten sechs Millionen Euro an den Konzern überweist, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Pierer müsse dann mit seinem gesamten Vermögen haften. Siemens wirft dem ehemaligen Spitzenmanager vor, während seiner Amtszeit die Geschäfte des Unternehmens nicht genau genug kontrolliert zu haben. Sollte es zu der Klage kommen, wäre sie bisher ohne Beispiel in Deutschland.

MÜNCHEN: In Deutschland ordnen die Gerichte immer häufiger an, Telefonate und Computerkommunikation zu überwachen. Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" gab es im vergangenen Jahr knapp 5.350 Abhöraktionen, das sind elf Prozent mehr als 2007. Die Zeitung beruft sich dabei auf eine Statistik des Bundesamtes für Justiz. Die Überwachungen erfolgen auf Grundlage der Strafprozessordnung, also im Rahmen laufender Ermittlungen. Abhörmaßnahmen der Polizei und des Geheimdienstes sind in dieser Statistik nicht erfasst, heißt es.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden Aufzug dichter Bewölkung und nachfolgend etwas Regen möglich. Sonst weiterhin freundlich und trocken. Höchstwerte zwischen 16 und 25 Grad.

Zuletzt meldeten:

Hamburg: 16°, wolkig;

Berlin: 15°;

Dresden: 15°, fast wolkenlos;

Köln/Bonn: 13°, stark bewölkt;

Frankfurt am Main: 14°, wolkenlos und

München: 15°, wolkenlos.

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