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Nachrichten

Mittwoch, 23. Mai 2007

Hier finden Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch

BELGRAD: Ein serbisches Gericht hat im Mordfall Djindjic alle 12 Angeklagten schuldig gesprochen. Die beiden Hauptangeklagten erhielten die Höchststrafe von 40 Jahren. Als Drahtzieher des Mordes galt der frühere Kommandant einer Sondereinheit der Geheimpolizei, Milorad Ulemek; als eigentlicher Attentäter sein Stellvertreter, Zvezdan Jovanovic. Beide hatten auf unschuldig plädiert. Der serbische Regierungschef Zoran Djindjic war Mitte März 2003 in Belgrad erschossen worden. Den Angeklagten war vorgeworfen worden, sie hätten weitere von ihm geplante Reformen verhindern wollen. Fünf wurden in Abwesenheit verurteilt, da sie auf der Flucht sind. Djindjic galt vor allem wegen der Auslieferung des früheren Präsidenten Slobodan Milosevic an das Haager Kriegsverbrechertribunal bei den Ultranationalisten als Verräter.

BERLIN: Der Kampf gegen Terrorismus geht nach Einschätzung von Amnesty International in vielen Ländern zunehmend zu Lasten von Menschenrechten und Rechtsstaatlichkeit. Der neue Jahresbericht der Organisation dokumentiert dazu Verstöße in mehr als 150 Ländern. Danach verschärft besonders die Furcht vor unkontrollierter Einwanderung Diskriminierungen. Als dramatisch bewertet Amnesty die Lage in Afrika. Massive Menschenrechtsverletzungen wegen religiöser Zugehörigkeit beklagt die Organisation in China, Vietnam, Saudi-Arabien, dem Irak und der Türkei. Amnesty kritisiert auch deutsche Behörden. Irakern, Türken und Afghanen sei der Flüchtlingsstatus entzogen, deren Sicherheit bei einer Rückkehr aber nicht gewährleistet worden.

BERLIN: Nach dem Selbstmordanschlag auf deutsche Soldaten in Kundus haben führende Koalitionspolitiker von den USA Mäßigung im Anti-Terror-Kampf in Afghanistan verlangt. Der Terrorismus müsse zwar weiterhin bekämpft werden, sagte Verteidigungsminister Franz Josef Jung. Allerdings dürfe die afghanische Zivilbevölkerung nicht in Mitleidenschaft gezogen werden. Der SPD-Fraktionsvorsitzende und frühere Verteidigungsminister Peter Struck verlangte, die Militäraktionen unter dem Namen 'Enduring Freedom' intensiver mit der Führungsmacht USA zu diskutieren. An diesem Mittwoch werden die drei deutschen Opfer des Selbstmordanschlages zurück nach Deutschland gebracht und mit einer Trauerfeier geehrt.

ISLAMABAD: Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier spricht in Pakistan mit der politischen Führung. Vorgesehen sind Treffen mit Regierungschef Shaukat Aziz und Außenminister Khurshid Kasuri. Ein Gespräch mit Präsident Pervez Musharraf wurde wegen der innenpolitischen Spannungen in Pakistan abgesagt. Zur Sprache kommen dürfte - wie bei Steinmeiers gestrigem Besuch in Afghanistan- auch die Verbesserung der pakistanisch-afghanischen Beziehungen. Konfliktthema sind die radikal-islamischen Taliban. Beide Staaten werfen sich vor, nicht genug gegen diese zu tun. Steinmeier lud seine Amtskollegen aus Pakistan und Afghanistan zum Außenminister-Treffen der G8-Staaten kommende Woche in Potsdam ein. In Kabul wurden bei einem neuen Selbstmordanschlag mindestens zwei Menschen getötet.

BEIRUT: Im Norden des Libanon sind nach UN-Angaben 15.000 Menschen vor den Kämpfen zwischen Armee und islamistischen Kämpfern geflohen. Ziel der Flüchtlinge aus dem Lager Nahr el Bared war entweder das benachbarte Flüchtlingslager Baddawi oder die Hafenstadt Tripoli. Hilfsorganisationen warnten bereits vor den humanitären Folgen wie Wasser- und Lebensmittelknappheit. Derweil belagert die libanesische Armee weiter Nahr el Bared, wo sich die islamistischen Kämpfer der 'Fatah al-Islam' verschanzt halten. Beide Seiten hatten sich gestern auf eine Feuerpause verständigt. Bei den Kämpfen kamen nach Schätzungen bislang etwa 80 Menschen ums Leben.

GAZA-STADT: Die gegenseitigen Angriffe zwischen Israel und radikalen Palästinensern halten an. Die israelische Luftwaffe griff am Mittwoch morgen wieder mutmaßliche Waffen-Produktionsstätten im Gaza-Streifen an; die Palästinenser reagierten mit neuen Raketenangriffen auf den Süden Israels. Wegen der israelischen Drohung, eines möglichen gezielten Attentats auf den palästinensischen Regierungschef Ismail Hanija, wurde ein für gestern geplantes Treffen Hanijas mit Präsident Mahmud Abbas auf heute verschoben. Abbas Ziel ist, eine Waffenruhe zwischen Israel und den Palästinensern wiederzubeleben.

ANKARA: Ein Selbstmordattentäter war für die Bombenexplosion in der türkischen Hauptstadt Ankara am Dienstag abend verantwortlich. Der Gouverneuer der Stadt teilte mit, der Attentäter sei identifiziert. Der Anschlag ähnele denen kurdischer Separatisten. Sechs Menschen waren getötet und fast 100 verletzt worden, als sich der Täter vor einem Einkaufszentrum im belebten Viertel Ulus in die Luft sprengte. Dort sollte ein offizielles Abendessen für Teilnehmer einer internationalen Waffenmesse stattfinden.

TEHERAN: Die US-Marine hat vor der iranischen Küste ihr bislang größtes Seemanöver der vergangenen vier Jahre begonnen. Neun Kriegsschiffe, darunter zwei Flugzeugträger, durchfuhren zunächst die Straße von Hormus. Ein Sprecher sagte, das lange geplante Manöver solle den Golfstaaten zeigen, dass die USA die Sicherheit in der Region weiter garantierten. Im Konflikt um das iranische Atomprogramm wird heute ein weiterer Lagebericht der Internationalen Atomenergiebehörde für den Weltsicherheitsrat erwartet. Morgen läuft die im März vom Rat gesetzte Frist zum Stopp der Urananreicherung ab.

PEKING: Bundespräsident Horst Köhler ist zu einem Staatsbesuch in der Volksrepublik China. Politische Gespräche führt er mit Staatspräsident Hu Jintao und Ministerpräsident Wen Jiabao. Ähnlich wie zuvor bei seinem Aufenthalt in Vietnam wird erwartet, dass sich Köhler zur international kritisierten Menschenrechtssituation äußert. China steht vor allem wegen seines Umgangs mit Dissidenten, fehlender Meinungs- und Pressefreiheit sowie der Praxis der Todesurteile öffentlich im Brennpunkt.

HILDESHEIM: Ein gutes Jahr nach dem Zusammenbruch des Geldtransportunternehmens Heros hat das Landgericht Hildesheim vier Spitzenmanager des Unternehmens wegen schwerer Untreue und Bankrott zu hohen Haftstrafen verurteilt. Gegen den Gründer und ehemaligen Inhaber verhängte das Gericht eine Freiheitsstrafe von zehn Jahren. Drei Mitangeklagte wurden zu Haftstrafen zwischen sechseinhalb und acht Jahren verurteilt. Nach dem Urteil haben sie bei der ehemals größten deutschen Geldtransportfirma insgesamt 270 Millionen Euro an Kundengeldern zur Deckung von Firmenverlusten und für private Zwecke veruntreut.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Weitere Schauer und Gewitter im Süden, im Norden zunehmend sonnig. Höchsttemperaturen zwischen 23 und 28 Grad.

Zuletzt meldeten:

Hamburg: 15 Grad, leicht bewölkt;
Berlin: 19 Grad, bedeckt;
Dresden: 18 Grad, stark bewölkt;
Köln/Bonn: 18 Grad, stark bewölkt;
Frankfurt am Main: 22 Grad, wolkig und
München: 24 Grad, fast wolkenlos.

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