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Nachrichten

Mittwoch, 23. Juli 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BELGRAD: Nach der Verhaftung des mutmaßlichen Kriegsverbrechers Radovan Karadzic ist noch unklar, wann er von Serbien an das UN-Tribunal in Den Haag überstellt wird. Ein Anwalt des 63-Jährigen erklärte, sein Mandant werde gegen eine Auslieferung Einspruch einlegen. Das UN-Tribunal will dem ehemaligen Präsidenten der bosnischen Serben wegen Völkermordes und Verbrechen gegen die Menschlichkeit den Prozess machen. Karadzic war nach Angaben der serbischen Regierung am Montagabend in der Nähe von Belgrad gefasst worden. Zuletzt arbeitete er unter falscher Identität in einer Privatklinik. Angeblich soll Karadzic jahrelang vom serbischen Geheimdienst gedeckt worden sein. In Medienberichten heißt es zudem, der ebenfalls als Kriegsverbrecher gesuchte Ex-Militärchef Ratko Mladic habe einen Aufschub seiner eigenen Festnahme erwirkt, indem er Informationen über Karadzic weitergegeben habe.

BERLIN: Das Bundeskabinett hat den geplanten neuen Personalausweis und den umstrittenen Einbürgerungstest zur Erlangung der Staatbürgerschaft beschlossen. Mit dem Test sollen von September an Kenntnisse über Deutschland geprüft werden. Der Personalausweis enthält von 2010 an ein digitalisiertes Foto auf einem elektronischem Chip. Freiwillig beantragt werden kann eine Zusatzfunktion, mit der Überweisungen, Geschäfte und Behördengänge per Internet abgewickelt werden. Auch die digitale Speicherung von zwei Fingerabdrücken auf der Karte ist freiwillig. - Die Grünen warnten, der Ausweis bringe keinen Sicherheitsgewinn, aber eine Reihe von Risiken und Gefahren.

BERLIN: Am zweiten Tag seines Deutschland-Besuchs wirbt der irakische Regierungschef Nuri al-Maliki nochmals bei deutschen Unternehmen um Investitionen in seiner Heimat. Gemeinsam mit Bundeswirtschaftsminister Michael Glos wird al-Maliki an einem deutsch-irakischen Wirtschaftsforum in Berlin teilnehmen. Nach Angaben eines Regierungssprechers werden beide Politiker wahrscheinlich auch ein seit Monaten verhandeltes Abkommen unterzeichnen, mit dem Investitionen ausländischer Firmen im Irak besser abgesichert werden.

HANNOVER: Im Übernahmekampf um den Autozulieferer Continental berät der Aufsichtsrat heute in einer Sondersitzung über das Angebot der fränkischen Schaeffler-Gruppe. Vorstandschef Manfred Wennemer will dem Gremium dem Vernehmen nach seine Abwehrstrategie vorlegen. Er hatte die Offerte des dreimal kleineren Familienunternehmens in der vorigen Woche mit scharfen Worten abgelehnt. Conti-Aufsichtsratschef Hubertus von Grünberg warnte dagegen vor einem Kampf um jeden Preis. Es sei Vernunft angesagt. Schaeffler hat sich nach eigenen Angaben über Banken bereits den Zugriff auf mehr als 30 Prozent der Conti-Aktien gesichert.

BONN: Erstmals in der Firmengeschichte der Deutschen Telekom schließt das Unternehmen betriebsbedingte Kündigungen nicht mehr aus, um den Mitarbeiterstamm weiter zu reduzieren. Personalvorstand Thomas Sattelberger sagte der 'Rheinischen Post' in Düsseldorf, falls sozialverträgliche Maßnahmen nicht ausreichten, sei ein solcher Schritt denkbar, um defizitäre Bereiche wieder profitabel zu machen. In der angeschlagenen Geschäftskundensparte T-Systems sollen nach Angaben des Blattes weltweit bis zu 4.000 Stellen gestrichen werden.

FRANKFURT AM MAIN: Bei den Lufthansa-Töchtern Cityline und Eurowings setzen die Piloten ihren am Dienstag begonnenen Streik fort. Der Konzern geht für diesen Mittwoch von mehr als 500 gestrichenen Flügen in ganz Europa aus. Betroffen sind wieder mehrere zehntausend Passagiere. Die Pilotenvereinigung Cockpit will mit dem Warnstreik für die 1.000 Piloten eine Angleichung der Gehälter an die der Konzernmutter Lufthansa erreichen.

BERLIN: Dem vor einem Monat vor der Küste Somalias entführten deutschen Seglerpaar geht es gesundheitlich sehr schlecht. Das Internet-Portal 'Spiegel Online' berichtet über ein Telefonat mit den beiden Verschleppten, in dem diese verzweifelt um Hilfe gebeten hätten. Sie seien krank, unzureichend ernährt und würden bedroht und geschlagen, erklärten die beiden. Das 20-minütige Gespräch kam nach Angaben von 'Spiegel Online' über einen Mittelsmann zustande. Das Auswärtige Amt in Berlin wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. Der Krisenstab bemühe sich intensiv um die Lösung des Falls, sagte eine Sprecherin.

ROM: Nach dem Abgeordnetenhaus hat in Italien auch der Senat das umstrittene Immunitätsgesetz verabschiedet, das die vier ranghöchsten Politiker des Landes vor Strafverfolgung schützt. Justizverfahren gegen den Staatspräsidenten, den Regierungschef sowie die Präsidenten der beiden Parlamentskammern werden nun ausgesetzt, so lange diese Politiker im Amt sind. Die Opposition kritisierte, das Gesetz sei auf Ministerpräsident Silvio Berlusconi zugeschnitten, gegen den in Mailand noch ein Prozess läuft.

WASHINGTON: Die USA haben scharfe Kritik an einem geplanten Waffengeschäft zwischen Russland und Venezuela geübt. Der venezolanische Präsident Hugo Chavez, der als politischer Widersacher der USA gilt, hatte die russischen Waffenlieferungen bei einem Besuch in Moskau angekündigt. Mit dem Kauf von Raketen, Panzern und U-Booten wolle Venezuela seine Verteidigungskraft stärken, erklärte Chavez. Zugleich bot er Russland die Errichtung von Militärstützpunkten in seinem Land an.

WASHINGTON: Die USA haben ihre Sanktionen gegen die Militärjunta in Birma verschärft. Nach dem Repräsentantenhaus stimmte auch der Senat in Washington für ein Gesetz, das jeglichen Import von Edelsteinen aus Birma verbietet. Dadurch dürften der Militärjunta Einnahmen in Höhe von mehreren hundert Millionen Dollar jährlich entgehen.

MEXIKO-STADT: Im Nordosten Mexikos sind tausende Menschen vor dem herannahenden Hurrikan 'Dolly' in Sicherheit gebracht worden. Auch im US-Bundesstaat Texas bereiteten sich die Menschen auf die Ankunft des Wirbelsturms vor. Die Behörden rechnen mit schweren Überschwemmungen durch heftige Regenfälle. Meteorologen gehen davon aus, dass 'Dolly' an diesem Mittwoch mit Sturmgeschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern auf die Küste treffen wird.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Vor allem südlich der Donau und im Nordwesten zeitweise wolkig mit einzelnen Schauern. Sonst meist freundlich und trocken. Höchstwerte 19 bis 27 Grad.

Am Morgen meldeten:

Hamburg: 16 Grad, stark bewölkt;

Berlin: 17 Grad, wolkig;

Dresden: 13 Grad, bedeckt;

Köln/Bonn: 13 Grad, stark bewölkt;

Frankfurt am Main: 17 Grad, leicht bewölkt und

München: 13 Grad, nach Regen.

Audio und Video zum Thema