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Nachrichten

Mittwoch, 23. Januar 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

TOKIO: Nach der deutlichen Zinssenkung durch die US-Notenbank haben sich die Finanzplätze in Asien und im Pazifikraum von ihren schweren Vortagesverlusten zum Teil erholt. Die Leitbörse in Tokio schloss mit einem Plus von zwei Prozent. Auch an den anderen großen Aktienmärkten in Asien war die Stimmung überwiegend gut. Einzig die Börse in Taiwan verzeichnete Abschläge von bis zu 2,3 Prozent. Die Vorgaben aus Fernost sorgten auch für einen positiven Handelsauftakt an der Frankfurter Börse. Der Deutsche Aktienindex DAX eröffnete freundlich und drehte dann leicht ins Minus. Die amerikanische Zentralbank hatte am Dienstag kurz vor Eröffnung der Wall Street den Leitzins um 75 Basispunkte auf 3,5 Prozent gesenkt, um einer Rezession entgegenzuwirken. Es war der größte derartige Schritt seit 16 Jahren. Der Dow-Jones-Index in New York gab daraufhin nach zunächst deutlichen Verlusten nur um 1,1 Prozent nach.

LUXEMBURG: Der Vorsitzende der Euro-Gruppe, Luxemburgs Ministerpräsident Jean-Claude Juncker, hält eine Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) nach dem Vorbild der amerikanischen Zentralbank (Fed) für unwahrscheinlich. In einem TV-Interview verwies Juncker auf eine Inflationsgefahr in Europa. Bundeskanzlerin Angela Merkel warnte vor einer Dramatisierung der Situation. Es gebe keinen Grund, eine Rezession in Europa oder in Deutschland zu erwarten.

DAVOS: Die Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten dominieren auch das Weltwirtschaftsforum, das an diesem Mittwoch im Schweizerischen Davos seine Arbeit aufnimmt. Unter dem Motto "Die Kraft gemeinsamer Erneuerung" werden 2.500 Spitzenkräfte aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft aus rund 100 Ländern fünf Tage lang die jüngsten globalen Entwicklungen analysieren. Bei der offiziellen Eröffnung am Nachmittag mit US-Außenministerin Condoleezza Rice und dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai als Hauptrednern sollen aber der Kampf gegen den Terrorismus und der Klimawandel im Vordergrund stehen.

GAZA-STADT: Bewaffnete Palästinenser haben in die Grenzanlagen zwischen dem Gazastreifen und Ägypten etliche Breschen gesprengt. Anschließend strömten nach Angaben ägyptischer Sicherheitskräfte mehrere tausend Menschen über die Grenze, um Lebensmittel und andere dringend benötigte Güter zu kaufen. Die Palästinenser leiden unter einem akuten Versorgungsmangel, nachdem Israel vor knapp einer Woche den Gazastreifen abgeriegelt hatte, um ein Ende der Raketenangriffe zu erzwingen. Bereits am Dienstag hatten hunderte Bewohner den Grenzübergang Rafah gestürmt. Bei Zusammenstößen mit Sicherheitskräften wurden 70 Menschen verletzt. - EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner und der Nahost-Sonderdiplomat Tony Blair forderten Israel eindringlich auf, für einen freien Personen- und Warenverkehr in den Gazastreifen zu sorgen.

BERLIN: Die Vetomächte im UN-Sicherheitsrat und Deutschland haben sich im Atomstreit mit dem Iran auf eine Verschärfung der Sanktionen verständigt. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sagte nach einem Treffen der sechs Außenminister in Berlin, der Entwurf für eine neue Iran-Resolution solle in den kommenden Wochen dem Sicherheitsrat vorgelegt werden. Nach US-Angaben sieht der Resolutionsentwurf das Einfrieren weiterer iranischer Guthaben und Reisebeschränkungen vor. Der Sicherheitsrat hat den Iran bereits in zwei Resolutionen zum Stopp der Urananreicherung aufgefordert. Der Westen verdächtigt das Land, an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten.

NAIROBI: Die Opposition in Kenia hat ihre für Donnerstag geplanten Massenproteste abgesagt. Ein enger Berater von Oppositionsführer Raila Odinga erklärte, man entspreche damit einer Bitte des ehemaligen UN-Generalsekretärs Kofi Annan, der sich zur Vermittlung im Land aufhält. Annan will sich an diesem Mittwoch mit dem umstrittenen Präsidenten Mwai Kibaki und mit Odinga treffen. Der Oppositionschef zeigte sich in einem Interview des Ersten Deutschen Fernsehens zu einer Aufteilung der Macht mit Kibaki bereit. Seine Partei könne den Regierungschef stellen, sagte er. - Seit der umstrittenen Wiederwahl Kibakis im Dezember wurden bei Unruhen in Kenia nach Schätzungen bis zu 700 Menschen getötet, 250.000 Menschen sind auf der Flucht.

HARARE: In Simbabwe ist der führende Oppositionspolitiker Morgan Tsvangirai vorübergehend festgenommen worden. Nach Angaben seines Anwalts wurde er in der Nacht zum Mittwoch abgeführt und nach mehrstündiger Befragung wieder auf freien Fuß gesetzt. Tsvangirais Partei 'Bewegung für einen Demokratischen Wandel' hat für diesen Mittwoch zu einer Großdemonstration aufgerufen. Sie will damit den Druck auf den autoritär regierenden Präsidenten Robert Mugabe erhöhen, eine neue Verfassung auszuarbeiten, die freie und faire Parlaments- und Präsidentenwahlen im März garantiert. Die Polizei verbot die Kundgebung unter Hinweis auf eventuelle Ausschreitungen.

PRISTINA/ BRÜSSEL: Die Kosovo-Albaner haben sich nach Angaben des Ministerpräsidenten Hashim Thaci mit der Europäischen Union und den USA bereits auf ein Datum für ihre Unabhängigkeitserklärung geeinigt. In wenigen Tagen werde der Zeitpunkt bekanntgegeben, sagte Thaci in Pristina vor seiner Abreise nach Brüssel. Dort will er unter anderem mit dem EU-Außenbeauftragten Javier Solana, Erweiterungskommissar Olli Rehn sowie NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer zusammenkommen. Die EU bereitet eine Polizei- und Justizmission für die noch unter UN-Verwaltung stehende südserbische Provinz vor. --- Es galt als wahrscheinlich, dass vor einer Unabhängigkeitserklärung die Stichwahl um die Präsidentschaft in Serbien am 3. Februar abgewartet werden soll, um die Entscheidung in Belgrad nicht weiter zuzuspitzen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden und Nordwesten zunehmend bewölkt und etwas Regen. Weiter südlich teils wolkig, teils aufgeheitert. Höchstwerte zwei bis sieben Grad.

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