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Nachrichten

Mittwoch, 22. April 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch- als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

DÜSSELDORF: Im Hochsicherheitstrakt des Düsseldorfer Oberlandesgerichts müssen sich ab heute vier mutmaßliche Terroristen der so genannten Sauerland-Gruppe verantworten. Wegen des großen Medieninteresses zieht sich der Prozessauftakt allerdings hin. Die Angeklagten im Alter zwischen 23 und 30 Jahren sollen Bombenanschläge auf US-Einrichtungen in Deutschland vorbereitet haben. Drei der Männer, darunter zwei deutsche Konvertiten, waren Anfang September 2007 beim Bombenbau in einem Ferienhaus im Sauerland von Spezialeinheiten der Polizei festgenommen worden. Sie gehören den Ermittlungen zufolge der "Islamischen Dschihad Union" an, die auch Kontakte zum Terror-Netzwerk El Kaida unterhält. Generalbundesanwältin Monika Harms sprach nach der Festnahme von einer der schwerwiegendsten Terrorplanungen in Deutschland. Im Falle einer Verurteilung drohen den Angeklagten bis zu 15 Jahre Haft wegen der Mitgliedschaft in einer Terrorvereinigung und der Vorbereitung von Anschlägen. Der Prozess dürfte zwei Jahre dauern.

BERLIN: Das Bundeskabinett will schärfer gegen Steuerflucht und Kinderpornografie vorgehen. Die Ministerrunde billigte den Gesetzentwurf, nach dem für den Geschäftsverkehr mit so genannten Steueroasen künftig strengere Mitteilungs- und Nachweispflichten gelten sollen. Ebenfalls beschlossen wurde der Gesetzentwurf, nach dem Kinderporno-Seiten nach einer Beurteilung durch das Bundeskriminalamt von den Internetanbietern gesperrt werden. Im Vorfeld dazu hatten fünf große Provider vergangene Woche einen Vertrag mit BKA und Regierung geschlossen. Des weiteren stimmten die Minister der Rentenerhöhung zum 1. Juli zu. Danach sollen die Altersbezüge im Westen um 2,41 und im Osten um 3,38 Prozent steigen.

BERLIN: Bei einem Spitzentreffen im Kanzleramt wollen Bundesregierung, Wirtschaft und Gewerkschaften die bisherigen Konjunkturmaßnahmen überprüfen. Vor einem weiteren Konjunkturpaket, wie es die Gewerkschaften fordern, wollen Regierung und Wirtschaft abwarten, bis die derzeitigen Maßnahmen im Gesamtumfang von 80 Milliarden Euro greifen. Die Arbeitgeber drängen dabei auf eine angemessene Finanzierung vor allem der mittelständischen Unternehmen durch die Banken. Um Entlassungen zu vermeiden, sollten Arbeitgeber zudem für eine befristete Zeit von den Sozialversicherungsbeiträgen für Kurzarbeitergeld befreit werden.

FRANKFURT AM MAIN: Nach den milliardenschweren Konjunkturprogrammen für die kriselnde Wirtschaft hat die Europäische Zentralbank EZB die Regierungen aufgefordert, rasch zu einer soliden Finanzpolitik zurückzukehren. Die steigenden Haushaltsdefizite und Schuldenquoten seien eine beträchtliche Herausforderung im Euro-Raum, heißt es im Jahresbericht der Notenbank. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet forderte zudem die 16 Staaten mit der Euro-Gemeinschaftswährung zu weiteren Reformen auf. - Bundesbank-Präsident Axel Weber wies darauf hin, dass Europas Wirtschaft in den ersten drei Monaten des Jahres mehr nachgegeben habe, als erwartet. Bisher gebe es keine klaren Signale, dass sich die Lage in Deutschland und Europa einpendele, sagte Weber der "Financial Times" in London. Die Weltwirtschaft befinde sich immer noch inmitten eines deutlichen Abschwungs.

PRETORIA: In Südafrika wird ein neues Parlament gewählt. Als klarer Favorit gilt der regierende Afrikanische Nationalkongress ANC, dessen Parteichef Jacob Zuma damit neuer Präsident werden dürfte. Fraglich ist aber, ob Zumas Partei wieder eine Zweidrittel-Mehrheit erreicht. Der ANC regiert seit dem Ende der Apartheid 1994 alleine. Bei dieser Wahl tritt erstmals der oppositionelle Volkskongress COPE an, der sich im Vorjahr nach internen Querelen vom ANC abspaltete. Zum Auftakt bildeten sich in vielen Regionen des Landes lange Schlangen vor den Abstimmungslokalen. Rund 23 Millionen Bürger haben sich für die Wahl registrieren lassen. Mehr als 20 Parteien bewerben sich um die 400 Parlamentsitze.

RAMALLAH: Zu Gesprächen über das weitere Vorgehen im Nahost-Konflikt fliegt Palästinenserpräsident Mahmud Abbas im Mai nach Washington. Der palästinensische Chefunterhändler Sajeb Erekat teilte mit, Abbas habe die Einladung von US-Präsident Barack Obama angenommen. Um den stagnierenden Friedensprozess wieder anzukurbeln, hatte Obama am Dienstag Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu, den ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak und Abbas zu getrennten Gesprächen in die USA gebeten. Obama betonte, er erwarte von Israelis und Palästinensern in den kommenden Monaten Signale zur Lösung des Konflikts. Der US-Präsident strebt eine Zwei-Staaten-Regelung an. Dagegen steht Netanjahu der Gründung eines eigenen Palästinenserstaates skeptisch gegenüber.

COLOMBO: Auf Sri Lanka versuchen Tausende von Zivilisten unter Lebensgefahr, aus dem Bürgerkriegsgebiet im Nordosten der Insel zu flüchten. Das Internationale Rote Kreuz bezeichnete die Lage der noch verbliebenen mehr als 20.000 zwischen die Fronten geratenen Bewohner als katastrophal. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums flohen innerhalb von zwei Tagen mehr als 81.000 Menschen aus dem umkämpften Gebiet. Die Armee startete eine neue Offensive gegen die so genannten Befreiungstiger von Tamil Eelam. Ein Ultimatum der Regierung war am Montag ohne Kapitulation der Rebellen verstrichen. Nach übereinstimmenden Berichten kontrollieren die Aufständischen nur noch einen schmalen Streifen von 17 Quadratkilometern an der Küste.

NEU DELHI: Einen Tag vor der zweiten Etappe der Parlamentswahl in Indien haben mutmaßliche maoistische Rebellen im östlichen Bundesstaat Jharkhand vorübergehend einen Personenzug in ihre Gewalt gebracht. Sie stoppten den Zug mit mehreren hundert Passsagieren im Bezirk Latehar. Nachdem ein massives Polizeiaufgebot angerückt war, gaben die Rebellen den Zug wieder frei, wie ein Behördensprecher bestätigte. An dem Angriff sollen zwischen 200 und 250 Rebellen beteiligt gewesen sein. Vertreter der Aufständischen hatten im Vorfeld damit gedroht, die Parlamentswahl zu stören. Bereits der erste Wahltag vor einer Woche war von Gewalt maostischer Rebellen überschattet.

BERLIN: Gegen das von der Bundesregierung verhängte Anbauverbot von Genmais in Deutschland klagt jetzt der entsprechende US-Saatguthersteller. Das Verbot sei willkürlich und widerspreche den EU-Regeln, begründete ein Sprecher der Firma Monsanto den Schritt. Er bestätigte damit einen Vorabbericht des "Handelsblatts", wonach Monsanto beim Verwaltungsgericht Braunschweig Klage eingereicht hat und auf Eilentscheidung drängt. Sollte eine Entscheidung bis Mitte Mai fallen, sei eine Aussaat noch in diesem Jahr möglich.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Überwiegend freundlich. Nach Norden und Osten hin Schauerneigung und Gewitter möglich. Temperaturen zwischen 15 und 21 Grad Celsius.


Hamburg: 7 Grad, nach Regen;

Berlin und Dresden: 10 Grad, wolkenlos;

Köln/Bonn: 9 Grad, dunstig sowie

Frankfurt am Main und

München: 12 Grad, fast wolkenlos.

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