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Nachrichten

Mittwoch, 21. Januar 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

WASHINGTON: Nach seiner feierlichen Amtseinführung hat der neue US-Präsident Barack Obama sogleich die Regierungstätigkeit aufgenommen. In einem Routineakt ließ er sämtliche noch nicht rechtskräftigen Verfügungen seines Vorgängers George W. Bush blockieren und ordnete deren Überprüfung an. Zudem beantragte er, die Terrorismus-Verfahren vor dem Militärtribunal des Gefangenenlagers Guantanamo für 120 Tage auszusetzen. Obama hatte im Wahlkampf versprochen, das international umstrittene Lager auf Kuba zu schließen. Zuvor hatten mehr als eine Million Menschen die Vereidigung des ersten schwarzen Präsidenten der USA in Washington gefeiert. In seiner Antrittsrede nannte Obama den Kampf gegen die Wirtschaftskrise als Schwerpunkt seiner Regierung. In der Außenpolitik kündigte er ein Amerika an, das allen zuhören und wieder Führungskraft zeigen werde. Der islamischen Welt versprach er neue Beziehungen im gegenseitigen Respekt. Gleichwohl werde er alles tun, um sein Land vor der terroristischen Bedrohung zu schützen.

BERLIN: Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hat die USA an ihre Verantwortung für die Guantanamo-Häftlinge erinnert. Falls die Häftlinge freikommen sollten und aus Ländern kämen, in die sie aus Menschenrechtsgründen nicht zurückkehren könnten, müssten sie in den USA bleiben dürfen, sagte Schäuble der "Frankfurter Rundschau". Er kenne keinen Grund, weshalb jemand, der zu gefährlich für Amerika sei, von einem EU-Land aufgenommen werden müsste, betonte der CDU-Politiker. Den Vorstoß von Außenminister Frank-Walter Steinmeier, eine Aufnahme entlassener Guantanamo-Häftlinge zu prüfen, wies Schäuble zurück.

BERLIN: Die Bundesregierung legt an diesem Mittwoch ihren Jahreswirtschaftsbericht vor. Ebenso wie Experten aus der Wissenschaft erwartet sie für Deutschland die schwerste Rezession seit Jahrzehnten. Wie Bundeswirtschaftsminister Michael Glos und Finanzminister Peer Steinbrück bereits vorab mitteilten, wird mit einem Schrumpfen der Wirtschaftsleistung um 2,25 Prozent gerechnet. Die Zahl der Erwerbslosen wird nach Einschätzung der Bundesregierung in diesem Jahr um rund 500.000 auf durchschnittlich 3,5 Millionen steigen.

HAMBURG: Die Deutsche Bahn hat nach einem Bericht des "Stern" in den vergangenen Jahren in großem Stil Mitarbeiter ausforschen lassen. Mehr als 1.000 Personen seien betroffen gewesen, darunter ein Großteil des oberen Managements, berichtet das Magazin. Eine Detektei habe herausfinden sollen, ob Bahn-Manager auch außerhalb des Unternehmens tätig gewesen seien. Die Überprüfungen seien ohne konkrete Verdachtsmomente erfolgt. Der "Stern" beruft sich auf interne Auftragsunterlagen. In allen Fällen sei die Network Deutschland GmbH aktiv gewesen, dieselbe Detektei, die auch im Datenschutzskandal bei der Telekom für Spitzeldienste eingesetzt wurde.

MÜNCHEN: Der angeschlagene Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate erhält weitere staatliche Garantien in Milliardenhöhe. Wie die Bank in München mitteilte, hat der Finanzmarktstabilisierungsfonds –SoFFin – den zugesagten Garantierahmen um zwölf Milliarden auf nunmehr 42 Milliarden Euro erweitert. Damit sollen im Juni fällige Schuldverschreibungen der Bank abgesichert werden. – In den vergangenen Tagen hatte es Spekulationen darüber gegeben, dass der Bund möglicherweise sogar bei der Hypo Real Estate einsteigen wolle.

GAZA-STADT: Drei Tage nach dem Inkrafttreten eines Waffenstillstands haben sich die israelischen Truppen komplett aus dem Gaza-Streifen zurückgezogen. Die letzten Soldaten hätten am Mittwochfrüh das Palästinensergebiet verlassen, teilte ein Armeesprecher mit. Die Truppen blieben jedoch in Grenznähe stationiert, um bei erneuten palästinensischen Angriffen reagieren zu können. Der anhaltende Raketenbeschuss israelischer Städte durch militante Palästinenser war Auslöser der Militäroffensive im Gazastreifen. Nach dreiwöchigen Kämpfen hatten Israel und die im Gazastreifen herrschende Hamas am Wochenende eine Waffenruhe ausgerufen. Um sich einen Eindruck von der Lage nach dem Ende der Kampfhandlungen zu machen, reiste UN-Generalsekretär Ban Ki Moon am Dienstag in das Autonomiegebiet. Später besuchte er auch die israelische Stadt Sderot, die bislang täglich mit palästinensischen Raketen beschossen worden war.

PRISTINA: Im Kosovo hat eine von der NATO trainierte Sicherheitsruppe ihre Arbeit aufgenommen. Die neuen Kosovo-Sicherheitskräfte lösen das bisherige Schutzkorps für die frühere serbische Provinz ab. Die neue multi-ethnische Einheit besteht aus 2.500 Einsatzkräften und 800 Reservisten. Sie sollen dabei helfen, Übergriffe zu verhindern zwischen der Bevölkerungsmehrheit der Kosovo-Albaner und der Minderheit der Serben. Das überwiegend aus früheren Mitgliedern der Untergrundorganisation UCK bestehende Kosovo Schutzkorps wurde aufgelöst. Serbien und die serbische Minderheit im Kosovo haben Widerstand gegen die neue Einheit angekündigt. Bis zu seiner Unabhängigkeit im vorigen Jahr war das Kosovo eine serbische Provinz und stand seit dem Ende des Nato-Kriegs gegen Serbien 1999 unter UN-Verwaltung.

COLOMBO: In Sri Lanka sind bei einem Bombenanschlag in der Stadt Batticaloa zwei Menschen getötet und zwölf verletzt worden. Nach Angaben der Sicherheitskräfte war der ferngesteuerte Sprengsatz an einem Fahrrad befestigt, das in der Nähe einer Polizeiwache abgestellt worden war. Urheber des Anschlags seien vermutlich tamilische Rebellen der Organisation LTTE. Die Armee hatte die so genannten Befreiungstiger von Tamil Eelam 2007 aus dem Osten der Inselrepublik vertrieben. Gleichwohl gehen die Kämpfe zwischen Armee und Aufständischen im Nordosten weiter. Die tamilische Minderheit in Sri Lanka kämpft seit 25 Jahren für einen eigenen Staat im Norden des Landes.

KABUL: Bei einem neuen Selbstmordanschlag in Afghanistan sind in der westlichen Stadt Herat zwei einheimische Soldaten getötet und drei verletzt worden. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums hatte der Attentäter sein Fahrzeug in einen Militärkonvoi gesteuert und zur Explosion gebracht. Bislang bekannte sich niemand zu der Tat. Die Stadt Herat und die gleichnamige Provinz gelten als relativ ruhig.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Süden und Osten Schnee oder Regen. Im Nordwesten weitgehend trocken mit einzelnen Auflockerungen. Höchstwerte zwischen minus ein und plus sechs Grad.

Am Morgen meldeten:
Hamburg: minus 1 Grad, leicht bewölkt;
Berlin: plus 2 Grad, wolkig;
Dresden: minus 1 Grad, stark bewölkt;
Köln/Bonn: plus 1 Grad, wolkig
Frankfurt am Main: minus 2 Grad, wolkig und
München: minus 2 Grad, stark bewölkt.

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