1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Mittwoch, 20. September 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch.

BANGKOK: Einen Tag nach dem unblutigen Umsturz in Thailand hat das Militär die Grenzen zu den nördlichen Nachbarstaaten Laos und Birma geschlossen. In Bangkok sind zwar die Geschäfte geöffnet, die Schulen, Banken und Behörden bleiben aber geschlossen. Panzer und Truppen halten den Regierungssitz umstellt. Die Streitkräfte verhängten ein Versammlungsverbot und eine strenge Zensur über die Medien. Sie riefen General Sondhi Boonyaratkalin zum amtierenden Ministerpräsidenten aus. Der von den Putschisten entmachtete Ministerpräsident Thaksin Shinawatra hält sich Berichten zufolge weiter in New York auf. In Bangkok erklärten die Machthaber, die Regierung sei gestürzt worden, um die nationale Einheit des Landes zu wahren. Das Militär habe jedoch nicht vor, dauerhaft zu regieren, sondern wolle so schnell wie möglich die Macht dem Volk zurückgeben.

BERLIN/BRÜSSEL: International ist der Militärputsch in Thailand mit Sorge aufgenommen worden. Die EU forderte eine schnelle Wiederherstellung der demokratischen Ordnung. In Washington hieß es, man wolle vor einer offiziellen Einschätzung erst die weitere Entwicklung abwarten. UN-Generalsekretär Kofi Annan zeigte sich überzeugt, dass Thailand bald zu seinem demokratischen System zurückkehren werde. Das Auswärtige Amt in Berlin riet Touristen vor Ort, mögliche Menschenansammlungen und das Regierungsviertel in Bangkok zu meiden.

NEW YORK: Die Präsidenten der USA und des Iran haben bei der UN-Vollversammlung kein Anzeichen für eine Annäherung erkennen lassen. George W. Bush und Mahmud Ahmadinedschad zeigten sich in New York unversöhnlich und vermieden eine Begegnung. Bush forderte, die Regierung in Teheran müsse aufhören, nach Atomwaffen zu streben. Das iranische Volk forderte er auf, den Äußerungen der Führer in Teheran über Amerika nicht zu glauben. Ahmadinedschad erklärte, sein Land habe das Recht auf die friedliche Nutzung der Atomkraft. Den USA und Großbritannien warf er vor, den UN-Sicherheitsrat als Instrument für Drohungen zu missbrauchen. UN-Generalsekretär Kofi Annan rief in seiner Abschiedsrede vor der Vollversammlung dazu auf, noch stärker eine Lösung für die drängendsten Probleme der Welt zu suchen. Annans Amtszeit endet Ende des Jahres.

BERLIN: Der Bundestag hat seine abschließenden Beratungen über die Entsendung deutscher Soldaten in den Nahen Osten aufgenommen. Anschließend werden die Abgeordneten in namentlicher Abstimmung über den Einsatz entscheiden. Eine klare Mehrheit für die Entsendung gilt nach Probeabstimmungen in den Fraktionen von Union, SPD und Grünen als sicher. Nur die Linkspartei und große Teile der FDP wollen gegen eine Beteiligung der Bundeswehr an der UN-Friedenstruppe stimmen. Das Mandat sieht die Entsendung von bis zu 2.400 Soldaten vor. Die Bundesmarine soll vor der libanesischen Küste den Waffenschmuggel für die radikal-islamische Hamas unterbinden.

NEW YORK: Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat seine Forderung nach einer Wiederbelebung des so genannten Nahost-Quartetts bekräftigt. Die Staatengemeinschaft dürfe sich nicht mit der Herstellung eines Waffenstillstands im Libanon zufrieden geben, sagte Steinmeier nach einem Treffen mit seinen Kollegen der fünf Veto-Mächte des UN-Sicherheitsrates sowie Italiens am Rande der UN-Vollversammlung in New York. Die Reaktivierung des Quartetts aus UN, EU, den USA und Russland solle zunächst von einem Steuerungskomitee vorbereitet werden. Die Arbeit der Verhandlungsgruppe, die sich um die Beilegung des Konflikts zwischen Israel und den Palästinensern bemüht, war vor allem durch den Rückzug der USA zum Erliegen gekommen.

TOKIO: Japans liberal-demokratische Regierungspartei hat Kabinettsminister Shinzo Abe zu ihrem neuen Vorsitzenden gewählt. Damit tritt Abe die Nachfolge von Junichiro Koizumi an, den er in der kommenden Woche auch als Ministerpräsidenten ablösen dürfte. Wegen der Mehrheit der Liberal-Demokratischen Partei hat deren Vorsitzender den Posten traditionell praktisch sicher. Der konservative Politiker hatte sich dafür ausgesprochen, die pazifistische Verfassung des Landes zu überarbeiten sowie die Beziehungen zu Südkorea und China zu verbessern.

SANAA: Im Jemen wird an diesem Mittwoch ein neuer Präsident gewählt. Der seit 28 Jahren autokratisch regierende Amtsinhaber Ali Abdallah Saleh dürfte nach Medienberichten dabei im Amt bestätigt werden. Erstmals hat Saleh aber einen herausragenden Gegenkandidaten, den erfahrenen Politiker Faisal bin Schamlan. Auf ihn hatten sich fünf Oppositionsparteien geeinigt. 9,2 Millionen der mehr als 20 Millionen Jemeniten haben sich für die Wahl registrieren lassen. Die Europäische Union hatte 120 Beobachter angekündigt.

BERLIN: Das Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen, UNHCR, vermisst bei der Umsetzung der EU-Asylrichtlinien ein klares Bekenntnis zum Kindswohl. Die Europäische Union sehe das Kindswohl im Umgang mit asylsuchenden Kindern und Jugendlichen ausdrücklich als oberste Priorität, teilte die UN-Organisation anläßlich des Weltkindertages in Berlin mit. In den bisher vorliegenden Gesetzentwürfen der Bundesregierung finde sich diese Maßgabe jedoch nicht. Vor dem Hintergrund der EU-Richtlinien forderte das UNHCR auch die bundesweite Einführung der Schulpflicht für asylsuchende Kinder sowie spezielle kindergerechte Maßnahmen bei der Verteilung und Anhörung minderjähriger Asylsuchenden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Zunehmend sonnig, nur im Süden und Osten letzte Schauer. Höchstwerte 18 bis 25 Grad.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg: 13°, leicht bewölkt

Berlin: 15°, leicht bewölkt

Dresden: 13°, bedeckt

Köln/Bonn: 9°, Nebel

Frankfurt am Main: 12°, leicht bewölkt

München: 15°, wolkig

Audio und Video zum Thema