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Nachrichten

Mittwoch, 20. Januar 2010

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Rekordverschuldung Deutschlands als notwendige und "kluge" Antwort auf die internationale Finanzkrise verteidigt. Die Ankurbelung der Konjunktur und nachhaltiges Wachstum blieben entscheidende Ziele der Koalition, sagte Merkel zum Auftakt der Generaldebatte über den Haushalt 2010 im Bundestag. Sie kündigte zugleich an, dass Deutschland im Rahmen der G20-Gespräche ein Modell einbringen werde, um vorzubeugen, dass große Banken bei einer drohenden Schieflage Staaten weiter erpressen könnten. Die SPD-Opposition warf insbesondere der FDP eine Steuersenkungspolitik zugunsten der Reichen vor. Auf diesem Weg beraube die schwarz-gelbe Regierung den Staat immer mehr der Handlungsfähigkeit für die Gesamtgesellschaft.

BOSTON: Bei einer wichtigen Nachwahl für einen Senatorenposten im US-Bundesstaat Massachusetts haben die Demokraten von Präsident Barack Obama eine herbe Niederlage hinnehmen müssen. Nach Auszählung fast aller Stimmen lag der republikanische Kandidat Scott Brown mit 52 Prozent vor seiner demokratischen Rivalin Martha Coakley mit 47 Prozent. Die Demokraten büßten damit ihre strategische Mehrheit von 60 Stimmen im Senat ein. Mit ihrer neuen Sperrminorität von 41 Stimmen können die Republikaner jetzt jede Gesetzesinitiative Obamas blockieren. Scott hat bereits angekündigt, gegen die Gesundheitsreform zu stimmen. --- Der US-Präsident gratulierte Brown und erklärte, er hoffe auf eine Zusammenarbeit. Die Nachwahl war nach dem Tode des Demokraten Ted Kennedy notwendig geworden, der den Senatssitz seit 1962 gehalten hatte.

PORT-AU-PRINCE: Eine Woche nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti verstärkt die internationale Staatengemeinschaft ihre Hilfsanstrengungen. Die Vereinten Nationen stocken ihr Kontingent um 3.500 Blauhelmsoldaten und Polizisten auf insgesamt mehr als 12.500 auf. Auch die USA wollen ihre Militärpräsenz auf 12.500 Mann erhöhen. Das Welternährungsprogramm will fünf Korridore einrichten, um auf dem Land-, Luft- und Seeweg Nahrungsmittel ins Land zu bringen. Binnen einer Woche sollen so eine Millionen Menschen versorgt werden können. Unterdessen wurden sieben Tage nach der Katastrophe zwei Frauen lebend aus den Trümmern gerettet. Nach Angaben des haitianischen Ministerpräsidenten Jean-Max Bellerive wurden bislang mindestens 72.000 Tote geborgen. In New York gedachten UN-Mitarbeiter ihrer bei dem Beben ums Leben gekommenen Kollegen.

BERLIN: Der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier hat dafür plädiert, den Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan spätestens im Jahr 2015 zu beenden. Beginnen solle der Abzug gekoppelt an die amerikanische Truppenreduzierung 2011, sagte Steinmeier der Wochenzeitung "Die Zeit". Der ehemalige Außenminister räumte ein, dass das ursprüngliche Ziel des Engagements am Hindukusch - der Aufbau von Rechtsstaat und Demokratie - zu ehrgeizig gewesen sei. Mit dem Petersberger Abkommen Ende 2001 habe man vermutlich "zu hohe Erwartungen geweckt".

BERLIN: Der Oberkommandierende der US-Truppen in Afghanistan, Stanley McChrystal, hat die deutschen Soldaten am Hindukusch aufgefordert, ihre Strategie in der Region Kundus zu überdenken. In der "Bild"-Zeitung bewertete der Vier-Sterne-General die Lage im Norden Afghanistans als entscheidend für die Stabilität des ganzen Landes. Die Taliban hätten sich dort gezielt ausgebreitet, um zu signalisieren, dass sie überall aktiv sein könnten. Darauf müsse die Bundeswehr reagieren, auch wenn dies ein höheres Risiko bedeute. McChrystal bekräftigte seine Absicht, US-Truppen in den Norden Afghanistans zu verlegen. Sie sollen dem dortigen deutschen Regionalkommandeur unterstellt werden und vorrangig bei der Ausbildung afghanischer Sicherheitskräfte helfen.

HANOI: In Vietnam hat ein mit Spannung erwarteter Prozess gegen vier Dissidenten begonnen. Vor einem Gericht in Ho-Chi-Minh-Stadt, dem früheren Saigon, müssen sich der prominente Menschenrechtsanwalt Le Cong Dinh sowie ein Computerfachmann und zwei Internetunternehmer wegen angeblich umstürzlerischer Aktivitäten verantworten. Ihnen droht im Falle einer Verurteilung die Todesstrafe. Zum Auftakt der Verhandlung räumte Le ein, er habe sich für eine Mehr-Parteien-Demokratie im kommunistischen Vietnam eingesetzt. - Fernseh- und Tonaufnahmen sowie Fotos von der Verhandlung sind untersagt. Journalisten und Diplomaten dürfen das Geschehen lediglich aus einem separaten Raum verfolgen.

ABUJA: Bei blutigen Auseinandersetzungen zwischen muslimischen und christlichen Gruppen sind in Nigeria nach unterschiedlichen Angaben zwischen 200 und 300 Menschen getötet worden. Regierungsvertreter teilten mit, bis zu 800 Menschen seien bei den seit Sonntag anhaltenden Unruhen in Jos, der Hauptstadt des Bundesstaates Plateau, verletzt worden. Die Behörden verhängten eine 24-stündige Ausgangssperre, um die Gewalt einzudämmen und schickten Soldaten in die Region. Der Streit entzündete sich am Bau einer Moschee in einem mehrheitlich von Christen bewohnten Gebiet. In Jos gab es bereits mehrfach blutige Zusammenstöße zwischen Anhängern beider Religionen. Hunderte Menschen wurden dabei getötet.

NEW YORK: Die internationale Wirtschaftskrise gefährdet nach Erkenntnissen der UNESCO den Ausbau der Bildungssysteme in vielen Entwicklungsländern. 72 Millionen Kinder und fast genauso viele Jugendliche weltweit besuchten noch immer keine Schule, heißt es in dem in New York vorgestellten Weltbildungsbericht der UNESCO. Die Generaldirektorin der UN-Bildungs- und Kulturorganisation, Irina Bokova, wies darauf hin, die Fortschritte der vergangenen zehn Jahre seien durch sinkendes Wirtschaftswachstum, steigende Armut und erhebliche Sparzwänge in Gefahr. Den Regierungen gelinge es nicht, extreme Ungleichheiten in den Bildungssystemen zu bekämpfen, und notwendige Gelder aus den Geberländern blieben aus.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Südlich von Main und Mosel bewölkt mit Aufheiterungen. Nach Norden hin meist dichte Wolken, im Nordosten vereinzelt etwas Schnee. Maximal zwischen minus vier und plus fünf Grad.

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