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Nachrichten

Mittwoch, 20. Februar 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Die Bundesregierung hat das Kosovo als unabhängigen Staat anerkannt. Einen entsprechenden Beschluss fasste das Bundeskabinett. Die ehemals serbische Provinz hatte am Sonntag einseitig ihre Unabhängigkeit von Serbien erklärt. Deutschland folgte mit der Anerkennung dem Beispiel der USA, Frankreichs, Afghanistans und der Türkei. Serbien, Russland und mehrere EU-Staaten lehnen die Unabhängigkeit des Kosovo dagegen ab.

PRISTINA: Nach den Ausschreitungen im Norden des Kosovos hat Präsident Fatmir Sejdiu die Serben im Land zur Besonnenheit aufgerufen. Er appelliere an die serbischen Bürger, sich im neu gebildeten Staat einem gemeinsamen Leben anzuschließen, sagte Sejdiu. Die von der NATO geführte internationale Schutztruppe KFOR forderte Sejdiu auf, die Lage im Norden unter Kontrolle zu bringen. Hunderte Serben hatten am Dienstag zwei von der UN-Kosovo-Verwaltung betriebene Grenzübergänge verwüstet. Im mehrheitlich von Albanern bewohnten Kosovo lebt eine serbische Minderheit.

BERLIN: Die Kinderhilfsorganisation UNICEF Deutschland verliert ihr Spendensiegel. Das teilte das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) in Berlin nach wochenlanger Prüfung mit. Zur Begründung erklärte das Institut, es seien Zahlungen von Provisionen an Spendenwerber trotz entsprechender Fragen im jährlichen Prüfverfahren verschwiegen worden. Dabei habe UNICEF gegen die Siegel-Standards verstoßen. Das DZI-Siegel steht für die nachgeprüfte sparsame Verwendung von Spendengeldern und damit für die Seriosität der geprüften Organisation. Der deutschen Sektion des Hilfswerks wird vorgeworfen, mit Spendengeldern nicht ordnungsgemäß umgegangen zu sein. Nach wochenlanger Kritik waren die Vorsitzende Heide Simonis und der Geschäftsführer Dietrich Garlichs zurückgetreten.

LOS ANGELES: Der amerikanische Präsidentschaftsbewerber der Demokraten, Barack Obama, hat bei den Vorwahlen den zehnten Sieg in Folge verbucht. Obama gewann auch in Wisconsin und Hawaii mit großem Vorsprung und verstärkte damit den Druck auf seine Rivalin Hillary Clinton. Die ehemalige First Lady sei bei den nächsten Abstimmungen in den großen Staaten Ohio und Texas am 4. März dringend auf Erfolge angewiesen, hieß es aus ihrem Wahlkampfteam. --- Bei den Republikanern baute der hochfavorisierte Senator John McCain in Wisconsin und im US-Staat Washington seine Führung noch weiter aus.

ERIWAN: In Armenien ist Regierungschef Serge Sarkisjan zum neuen Präsidenten gewählt worden. Nach Auszählung fast aller Stimmen erhielt der Wunschnachfolger des scheidenden Präsidenten Robert Kotscharjan gleich in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl mit knapp 53 Prozent der Stimmen die absolute Mehrheit. Sein schärfster Rivale, der Oppositionspolitker und frühere Staatschef Lewon Ter-Petrossjan, bekam rund 21 Prozent. Er sprach von Manipulationen und einer Einschüchterung der Wähler. Die Wahl war von 600 Beobachtern aus dem Ausland überwacht worden, unter ihnen waren auch Vertreter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa. Armenien liegt zwischen Aserbaidschan und der Türkei und hat als Transitland für Öllieferungen nach Europa wachsende Bedeutung.

BERLIN: Die mutmaßliche Steuerflucht reicher Deutscher nach Liechtenstein wird an diesem Mittwoch das Parlamentarische Kontrollgremium des Bundestages beschäftigen, das für die Kontrolle der Geheimdienste zuständig ist. Die Opposition verlangt Aufklärung über die Rolle des Bundesnachrichtendienstes, der brisante Daten einer Liechtensteiner Bank von einem Informanten gekauft hatte. Zwei Anwälte erstatteten Strafanzeige gegen den Dienst und die Bundesregierung. Steuergelder dürften nicht dafür verwendet werden, Straftaten zu begehen, erklärten sie. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Liechtensteins Regierungschef Otmar Hasler wollen an diesem Mittwoch in Berlin über die Steueraffäre sprechen. Das Fürstentum hatte sich vehement gegen die Kritik zur Wehr gesetzt, es begünstige Steuerhinterziehungen von vermögenden Deutschen.

BERLIN: Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst gehen weiter. Die Gewerkschaften riefen Beschäftigte in Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und Sachsen auf, ihre Arbeit vorübergehend niederzulegen. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) will ab sofort auch am Arbeitskampf teilnehmen. Bisher hatten der Gewerkschaftsbund Verdi und die Tarifunion des Beamtenbundes Warnstreiks durchgeführt. Sie fordern eine Gehaltserhöhung um acht Prozent, wenigstens aber 200 Euro pro Monat mehr.

RATINGEN: Im Tarifstreit der nordwestdeutschen Stahlindustrie haben sich die Gewerkschaft IG Metall und Arbeitgeber in Ratingen geeinigt. Im Februar wird es für die Arbeitnehmer eine Einmalzahlung von 200 Euro und ab März eine Lohnerhöhung von 5,2 Prozent geben. Der Tarifabschluss gilt für 85.000 Arbeitnehmer in Niedersachsen, Bremen und Nordrhein-Westfalen.

ISLAMABAD: Der pakistanische Präsident Pervez Musharraf hat ungeachtet des Wahlsiegs der Opposition Forderungen nach einem Rücktritt zurückgewiesen. Dem amerikanischen "Wall Street Journal" sagte Musharraf, zunächst müsse eine stabile, demokratische Regierung eingesetzt werden. Er erwarte eine Koalitionsregierung, die, wie er selbst, Extremismus und Terrorismus bekämpfen werde. Er sei bereit, mit jedem neuen Ministerpräsidenten zusammenzuarbeiten. Aus den jüngsten Wahlen ist die "Volkspartei" der ermordeten Oppositionschefin Benazir Bhutto als stärkste Kraft hervorgegangen. Sie benötigt aber Koalitionspartner. Die "Muslimliga" des ehemaligen Regierungschefs Nawaz Sharif kündigte Gespräche mit der Bhutto-Partei an.

PEKING: Der Leiter der Marketingabteilung der Olympischen Spiele in China, Yuan Bin, hat an die internationale Menschenrechtsbewegung appelliert, keinen Druck auf die Sponsoren der Olympiade auszuüben. Angesichts wachsender Kritik an der Darfur-Politik Chinas beteuerte Yuan in Peking, man habe von chinesischer Seite viel getan, um den Konflikt in der sudanesischen Provinz zu lösen. Die Olympischen Spiele sollten nicht politisiert werden. Zuletzt war der US-Regisseur Steven Spielberg aus Protest gegen die Darfur-Politik Chinas als künstlerischer Berater der Spiele zurückgetreten. --- Peking hatte kurz darauf eine neue Vermittlungsmission für Darfur angekündigt, Druck auf die Führung des Sudan aber abgelehnt.

ZUM FUSSBALL: Der FC Schalke hat im Achtelfinale der Champions League den FC Porto mit 1:0 besiegt. In der vierten Minute schoss der Nationalstürmer Kevin Kuranyi das entscheidende Tor. Dem letzten im Wettbewerb verbliebenen deutschen Verein werden damit gute Chancen für das Viertelfinale eingeräumt.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Meist wolkig, von Westen her Regen oder Nieselregen. Nur im Südosten Auflockerungen. Höchstwerte zwischen fünf Grad an der Küste und zwölf Grad am Oberrhein.

Am Morgen meldeten:

Hamburg: zwei Grad, Nebel;

Berlin: vier Grad, dunstig;

Dresden: minus zwei Grad, dunstig;

Köln/Bonn: drei Grad, stark bewölkt;

Frankfurt am Main: minus ein Grad, dunstig und

München: null Grad, wolkenlos

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