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Nachrichten

Mittwoch, 20. August 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

MOSKAU: Im Konflikt um die abtrünnigen georgischen Regionen Süd-Ossetien und Abchasien ist das russische Oberhaus bereit, beide offiziell anzuerkennen. Als Vorbedingung für die Anerkennung als unabhängige Staaten nannte Oberhaus-Präsident Sergej Mironow eine entsprechende Entscheidung des russischen Staatschefs Dmitri Medwedew. Für kommenden Montag setzte die Parlamentskammer hierzu eine Sondersitzung an. - Die politische Führung in Abchasien will Russland nach eigenen Angaben voraussichtlich noch an diesem Mittwoch auffordern, die in Georgien liegende Region als souveränen Staat anzuerkennen. - Medwedew versicherte unterdessen seinem französischen Kollegen Nicolas Sarkozy, dass die russischen Soldaten in Georgien bis Freitag auf die Stellungen vor Beginn des Kriegs zurückgezogen würden.

NEW YORK: Die Veto-Macht Russland hat die Verhandlungen im Weltsicherheitsrat über eine Erklärung zum Kaukasus-Konflikt ein weiteres Mal blockiert. Frankreich hatte im Namen der Europäischen Union einen überarbeiteten Resolutionsentwurf eingebracht, in dem der unverzügliche Rückzug der russischen Truppen auf ihre Positionen vor Beginn des Kriegs in Georgien gefordert wird. Ferner wird in dem Papier die Verbundenheit der Mitgliedsstaaten mit der Souveränität und territorialen Integrität Georgiens betont. Moskaus UN-Botschafter Witali Tschurkin erklärte in New York, er werde dem Text nicht zustimmen, da er nur zwei der sechs Punkte des ausgehandelten Friedensplans enthalte. Den Hinweis auf die territoriale Integrität Georgiens wollte Russland bereits in der Vergangenheit nicht akzeptieren.

WARSCHAU: Die polnische Regierung unter Ministerpräsident Donald Tusk hat das Abkommen für ein US-Raketenschild im Lande gebilligt. Dem Abkommen, das die Stationierung von zehn Abfangraketen in Polen vorsieht, müssen nun noch Parlament und Staatspräsident Lech Kaczynski zustimmen. US-Außenministerin Condoleezza Rice ist nach Warschau gekommen, um den Vertrag an diesem Mittwoch gemeinsam mit ihrem polnischen Kollegen Radoslaw Sikorski zu unterzeichnen. Die Einigung darauf war in der vergangenen Woche bekanntgegeben worden, als die Konfrontation zwischen NATO und Russland wegen des Krieges in Georgien einen neuen Höhepunkt erreichte. - In Moskau teilte der Kreml mit, Präsident Dmitri Medwedew und sein Minsker Kollege Alexander Lukaschenko hätten sich auf ein gemeinsames Luftabwehrsystem in Weißrussland verständigt.

ALGIER: Einen Tag nach dem verheerenden Anschlag in Algerien haben zwei weitere Bombenanschläge das nordafrikanische Land erschüttert. Mindestens elf Menschen wurden getötet und mehr als 30 verletzt als die in zwei Fahrzeugen deponierten Sprengsätze in der südöstlich von Algier gelegenen Stadt Bouira detonierten. Die meisten Opfer sind Zivilisten. Die Anschläge richteten sich nach Angaben des Innenministeriums gegen einen Reisebus, der vor dem größten Hotel der Stadt parkte, und gegen das Armeehauptquartier. Am Dienstag hatte ein Selbstmordattentäter vor einer Polizeischule im ostalgerischen Issers 43 Menschen mit in den Tod gerissen und ebensoviele verletzt. Die Region gilt als Rückzugsgebiet der Terrorgruppe 'Al Kaida im islamischen Maghreb'.

KABUL: Staatspräsident Nicolas Sarkozy hat nach dem Tod von zehn französischen Soldaten in Afghanistan die dort stationierte Truppe ermutigt, den Einsatz fortzusetzen. Bei einem Kurzbesuch in Kabul bekräftigte Sarkozy, die NATO-geführte internationale Schutztruppe dürfe Land und Bevölkerung nicht den Terroristen überlassen. Er sprach auch mit den 21 französischen Soldaten, die am Montag bei dem schweren Gefecht im Bezirk Sarobi östlich der Hauptstadt verwundet worden waren. Die Franzosen waren in einen Hinterhalt der radikal-islamischen Taliban-Milizen geraten.

KUALA LUMPUR: Piraten haben vor der Küste Somalias einen Öltanker aus Malaysia überfallen und in ihre Gewalt gebracht. An Bord sind 39 Besatzungsmitglieder, wie ein Vertreter des Internationalen Meeresbüros in Kuala Lumpur weiter mitteilte. Der Tanker war auf dem Weg von Sumatra nach Rotterdam. In die Region wurde ein Kriegsschiff entsandt.

PEKING: Der Südwesten Chinas ist von einem Erdbeben der Stärke 5,3 auf der Richterskala erschüttert worden. In Ortschaften der Provinz Yunnan stürzten etliche Gebäude ein. Mehr als 1.200 Menschen wurden nach Angaben der Nachrichtenagentur Xinhua vorsorglich aus ihren Häusern in Sicherheit gebracht. Yunnan liegt südlich der Provinz Sichuan. Dort kamen Mitte Mai bei einem schweren Erdbeben mindestens 70.000 Menschen ums Leben.

BERLIN: Das Kabinett berät über einen Gesetzentwurf von Justizministerin Brigitte Zypries zur Reform des Scheidungsrechts. Die Frage des Zugewinns soll neu geregelt werden. Künftig soll nicht mehr die Vermögenssituation zugrunde gelegt werden, die am Tag der Scheidung bestand. Stattdessen soll der Termin der Zustellung des Scheidungsantrags gelten. Damit sollen Manipulationen verhindert werden. Werden zudem Schulden, die vor der Heirat bestanden, während der Ehe getilgt, soll auch das in die Vermögensberechnung einfließen. Zypries kündigte auch eine Neuregelung des Versorgungsausgleichs an. Auch erworbene Rentenansprüche müssten gerecht verteilt werden.

ZU DEN OLYMPISCHEN SPIELEN: Europameisterin Angela Maurer hat eine Medaille im Langstreckenschwimmen knapp verpasst. Sie musste sich über die zehn-Kilometer-Distanz mit Platz vier begnügen. Den Sieg sicherte sich im Schlussspurt die Russin Larissa Iltschenko. Am Dientag hatten Triathlet Jan Frodeno und der superschwere Gewichtheber Matthias Steiner in Peking für zwei weitere deutsche Goldmedaillen gesorgt. Dressurreiterin Isabell Werth gewann Silber vor ihrer Mannschaftskollegin Heike Kemmer. Turner Fabian Hambüchen holte Bronze an seinem Spezialgerät, dem Reck.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Ein Wechsel von Wolken und sonnigen Abschnitten. Gebietsweise stark bewölkt und Schauer. Höchstwerte 18 bis 25 Grad.

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