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Nachrichten

Mittwoch, 2. Juli 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hat das Ziel eines ausgeglichenen Bundeshaushalts bekräftigt. Im Jahr 2011 werde die Neuverschuldung erstmals seit über vierzig Jahren bei Null liegen, sagte er im deutschen Fernsehen. Die Opposition bezweifelt dagegen die Seriosität von Steinbrücks Finanzplanung. FDP und Grüne werfen ihm vor, Risiken wie die schwächer werdende Konjunktur und die US-Immobilienkrise nicht angemessen zu berücksichtigen. Der Haushaltsentwurf des Finanzministers sieht für 2009 Ausgaben von 288,4 Milliarden Euro vor. Das sind 5,2 Milliarden mehr als in diesem Jahr. Die Neuverschuldung soll bei 10,5 Milliarden Euro liegen. Der Entwurf für das kommende Jahr und die mittelfristige Finanzplanung bis 2012 lagen an diesem Mittwoch dem Kabinett zur Entscheidung vor.

BERLIN: Die Bundesregierung steht trotz jüngster Widerstände weiter hinter dem EU-Reformvertrag. Kanzlerin Angela Merkel sagte der 'Bild'-Zeitung, der Vertrag von Lissabon mache die EU demokratischer und stärke die Rechte der Mitgliedsstaaten. Deshalb werde sie alles daran setzen, den Ratifizierungsprozess zusammen mit der französischen Ratspräsidentschaft voranzubringen. Auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier sprach von einem 'guten Vertrag, der Europa fit für die Zukunft' mache. Steinmeier zeigte sich zuversichtlich, dass das Dokument auch vor dem Bundesverfassungsgericht Bestand haben wird. Zuletzt hatte Bundespräsident Horst Köhler angekündigt, den Vertrag nicht zu unterschreiben, bis eine Entscheidung des Gerichts gegen mehrere Klagen vorliegt. Nach der Ablehnung durch eine Volksabstimmung in Irland weigert sich nun auch der polnische Präsident Lech Kaczynski, den EU-Reformvertrag zu unterzeichnen.

ULAN BATOR: In der Mongolei sind bei Ausschreitungen nach der Parlamentswahl nach Angaben des Justizministeriums fünf Menschen getötet und 300 verletzt worden. Nach Behördenangaben wurden in der Hauptstadt Ulan Bator 20 Demonstranten festgenommen. Augenzeugen berichteten, in mehreren öffentlichen Gebäuden sei Feuer gelegt worden. Präsident Nambariin Enkhbayar hatte am Dienstag den Ausnahmezustand in dem zentralasiatischen Land verhängt. Die Maßnahme soll zunächst vier Tage in Kraft bleiben. Auslöser der Unruhen war ein umstrittenes Wahlergebnis der regierenden reformkommunistischen MRVP. Die oppositionelle Demokratische Partei warf dem politischen Gegner Wahlmanipulation vor.

KAIRO: Die Staats- und Regierungschefs der Afrikanischen Union haben Simbabwes umstrittenen Machthaber Robert Mugabe zur Zusammenarbeit mit der Opposition gedrängt. In der Abschlusserklärung zum zweitägigen Gipfel der afrikanischen Staats- und Regierungschefs im ägyptischen Scharm el Scheich wurde eine Regierung der nationalen Einheit für das Land gefordert. Der nach heftigen Auseinandersetzungen angenommene Text blieb aber hinter der Forderung einiger Länder nach einer deutlich härteren Haltung zurück. Mugabe lehnte indessen eine Machtteilung mit Oppositionschef Morgan Tsvangirai nach dem Vorbild Kenias nochmals ab. Frankreichs Außenminister Bernard Kouchner erklärte, die Europäische Union werde nach der massiven Gewalt Mugabes gegen politische Gegner nur Oppositionschef Tsvangirai als rechtmäßigen Präsidenten Simbabwes akzeptieren.

WASHINGTON: Die Mitglieder der südafrikanischen Regierungspartei Afrikanischer Nationalkongress -ANC-, darunter auch der frühere Präsident und Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela, dürfen künftig ohne Sondergenehmigung in die USA einreisen. Fast 15 Jahre nach dem Ende der Apartheid unterzeichnete US-Präsident George W. Bush ein Gesetz, das den ANC von der Liste der terroristischen Organisationen streicht. Bisher benötigten alle ANC-Mitglieder für die Einreise in die USA eine Ausnahmegenehmigung, in der ausdrücklich bestätigt werden musste, dass sie nicht in terroristische oder andere kriminelle Aktivitäten verwickelt sind. US-Außenministerin Condoleezza Rice hatte die Beschränkungen zuletzt als peinlich und beschämend für die USA bezeichnet.

BUENOS AIRES: Die Staatschefs der südamerikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Mercosur haben die neue EU-Abschieberichtlinie einhellig verurteilt. Bei einem Gipfeltreffen in der argentinischen Stadt San Miguel de Tucumán wurden allerdings keine Sanktionen gegen die EU beschlossen. In der Abschlusserklärung heißt es, die neue EU-Richtlinie stehe nicht in Übereinstimmung mit dem Geist der internationalen Menschenrechte. An dem zweitägigen Treffen nahmen die Präsidenten aus Argentinien, Brasilien, Uruguay, Paraguay, Venezuela, Chile und Bolivien teil. Die neue Abschieberichtlinie war Mitte Juni vom EU-Parlament gebilligt worden und sieht eine Abschiebehaft für illegale Migranten von bis zu 18 Monaten und ein Einreiseverbot von bis zu fünf Jahren vor.

JERUSALEM: Die am Dienstag von Israel geschlossenen Übergänge zum Gazastreifen sind wieder offen. Nach israelischen Militärangaben können die Kontrollpunkte in Eres, Karni und Nahal Os wieder benutzt werden. Israel hatte die Grenzübergänge geschlossen, nachdem am Montag trotz der für den Gazastreifen vereinbarten Waffenruhe wieder eine palästinensische Rakete auf israelischem Gebiet eingeschlagen war. Seit der am 19. Juni zwischen Israel und der Hamas in Kraft getretenen Waffenruhe waren aus dem Palästinensergebiet wiederholt Raketen auf den Süden Israels abgefeuert worden. Israel hatte deshalb bereits in der vergangenen Woche für fünf Tage die Warenlieferungen in den Gazastreifen unterbrochen.

KABUL: In Afghanistan ist ein US-amerikanischer Militärhubschrauber unter Beschuss geraten und zur Bruchlandung gezwungen worden. Laut Aussagen des Militärs wurde aber keiner der Insassen ernsthaft verletzt. Alle hätten den Helikopter bereits verlassen, als dieser in Brand geriet. Der Vorfall ereignete sich südlich der afghanischen Hauptstadt, in der Provinz Logar, in der sich viele Taliban-Kämpfer verstecken. Es ist bereits der zweite Helikopter-Abschuss innerhalb einer Woche. In Afghanistan sind derzeit über 70.000 ausländische Soldaten stationiert - dennoch hat die Zahl der Gewalttaten in diesem Jahr zugenommen.

STUTTGART: Der deutsche Stofftier-Hersteller Steiff holt seine vor vier Jahren nach China ausgelagerte Produktion zurück an den Stammsitz des Unternehmens in Baden-Württemberg. Trotz deutlicher Preisvorteile sei die Herstellung eines Qualitätsprodukts in China nicht kalkulierbar, sagte der Geschäftsführer von Steiff, Martin Frechen, den 'Stuttgarter Nachrichten'. Ein weiteres Problem seien die langen Lieferzeiten gewesen. Die Entscheidung fiel gegen den Trend in der Branche, Produkte in Fernost herstellen zu lassen. Im vergangenen Jahr stammten laut Verband der Spielwarenindustrie mehr als drei Viertel der bundesweit verkauften Puppen, Modellautos und Plüschtiere aus China.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Zunächst fast überall sonnig. Später in den Alpen sowie im Schwarzwald und westlich des Rheins zunehmend bewölkt und teils kräftige Schauer oder Gewitter. Höchstwerte 26 bis 34 Grad.

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