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Nachrichten

Mittwoch, 2. Januar 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

NAIROBI: Der Vorsitzende der Afrikanischen Union, Ghanas Präsident John Kufour, will an diesem Mittwoch in Kenia versuchen, im Konflikt um den Ausgang der Präsidentschaftswahl zu vermitteln. Seit Bekanntgabe des Wahlergebnisses am Sonntag wurden fast 300 Menschen bei Ausschreitungen zwischen Anhängern von Präsident Mwai Kibaki und dessen unterlegenem Mitbewerber, Raila Odinga, getötet. Die Ausschreitungen wuchsen sich inzwischen zu ethnischen Übergriffen zwischen Mitgliedern des Kikuyu- und des Luo-Stammes aus. Kibaki ist Kikuyu, Odinga Luo. Beide Kontrahenten beschuldigen sich gegenseitig der -so wörtlich- ethnischen Säuberung. Derweil wurde der Chef der Wahlkommission in einer kenianischen Zeitung mit den Worten zitiert, er könne nicht wirklich bestätigen, dass Kibaki gewonnen habe.

BERLIN: Das Auswärtige Amt empfiehlt allen Kenia-Reisenden, sich nicht in der Nähe von Menschenansammlungen und politischen Kundgebungen aufzuhalten. Eine Gefährdung bestehe vor allem in Slumgebieten der Hauptstadt Nairobi sowie in der bei Urlaubern beliebten Küstenmetropole Mombasa. Besorgten Touristen legte das Auswärtige Amt nahe, über eine Verschiebung geplanter Individual- Reisen durch Kenia nachzudenken.

ISLAMABAD: Die für den 8. Januar geplante Parlamentswahl in Pakistan wird wahrscheinlich um mindestens einen Monat verschoben. Das verlautete in Islamabad vor der für diesen Mittwoch von der Wahlkommission angesetzten Bekanntgabe des genauen Wahltermins. Nach dem Mord an Oppositionsführerin Benazir Bhutto seien auch Wahlbüros zerstört und wichtige Unterlagen vernichtet worden, hieß es zur Begründung. Präsident Pervez Musharraf will sich im Tagesverlauf in einer Rede an die Nation wenden. Darin wolle er um internationale Hilfe zur Aufklärung des Mordes an Bhutto ebenso aufrufen wie zur Ruhe im Land. Die Behörden veröffentlichten derweil Fotos zweier möglicher Attentäter und setzten eine Belohnung von 164.000 Dollar für deren Identifizierung aus.

COLOMBO: In einem Geschäftsviertel der srilankischen Hauptstadt Colombo sind bei einem Bombenanschlag auf einen Militärbus mindestens vier Menschen getötet worden. Mehr als 20 wurden verletzt. Ein Polizeisprecher sagte, man vermute, dass tamilische Rebellen die am Straßenrand platzierte Bombe zündeten, als der Bus mit verletzten Soldaten vorbeifuhr. Zuvor war bei einem Attentat in Colombo ein tamilischer Abgeordneter getötet worden, der sich mehrfach kritisch zur Regierungspolitik gegenüber der tamilischen Minderheit geäußert hatte.

BAGDAD: Beim schwersten Bombenschlag in der irakischen Hauptstadt seit September sind mindestens 36 Menschen getötet worden. Nach Polizeiangaben sprengte sich ein Selbstmordattentäter bei einer Beerdigung inmitten der Trauergemeinde in die Luft. Wie die Regierung in Bagdad mitteilte, wurden im Irak im vergangenen Jahr bei Gewaltakten rund 16.200 Zivilpersonen getötet. Dies seien knapp 4.000 mehr gewesen als 2006.

KHARTUM: Der tödliche Überfall auf einen US-Diplomaten im Sudan hat nach Angaben der Regierung des afrikanischen Landes keinen politischen Hintergrund. Dies meldete die amtliche sudanesische Nachrichtenagentur SUNA unter Berufung auf das Außenministerium in Khartum. Dagegen erklärte die US-Botschaft, es sei noch zu früh, um ein politisches Attentat auszuschließen. - Das Auto des Diplomaten, der für die Entwicklungshilfeagentur US-AID arbeitete, war am Dienstag in Khartum von Unbekannten beschossen worden. Auch der sudanesische Fahrer erlitt tödliche Verletzungen.

TEL AVIV: Israel muss sich nach Einschätzung von Ministerpräsident Ehud Olmert im Rahmen einer künftigen Nahost-Friedensregelung mit einer Teilung Jerusalems mit den Palästinensern abfinden. In einem Interview sagte Olmert, selbst Israels engste Freunde in der Welt sähen dessen Zukunft in den Grenzen von 1967 mit einem geteilten Jerusalem. Es sei deshalb notwendig, mit den Palästinensern zu einem Kompromiss zu gelangen. - Israel hatte im Sechstagekrieg 1967 den Gazastreifen und das Westjordanland besetzt sowie Ostjerusalem annektiert. - Der israelische Staatspräsident Schimon Peres bezweifelte in einem Gespräch mit der 'Süddeutschen Zeitung', dass sein Land und die Palästinenser bis Ende dieses Jahres zu einem Friedensschluss kommen werden. - Dieser Termin war im November auf dem Nahost-Gipfel in Annapolis in den USA vereinbart worden.

BERLIN: Die Bundesregierung hat ihre Wachstumsprognose leicht nach unten korrigiert. Für eine genaue Prognose sei es zwar noch zu früh, sagte Wirtschaftsminister Michael Glos. Er rechne für 2008 aber nur noch mit einem Wachstum von knapp unter zwei Prozent. Die Risiken für die Konjunktur seien größer geworden. Hauptgrund sei die Immobilienkrise in den USA, die noch nicht überstanden sei. Bisher war die Regierung von einem Wirtschaftswachstum von mindestens zwei Prozent ausgegangen. Die Koalition müsse nun umgehend eine grundlegende Steuerreform in Angriff nehmen, sagte der CSU-Politiker. Den Arbeitnehmern müsse unter dem Strich mehr von ihrem Lohn bleiben.

FRANKFURT AM MAIN: Im Tarifstreit bei der Deutschen Bahn wollen Unternehmen und die Lokomotivführer-Gewerkschaft GDL an diesem Mittwoch ihre am 28. Dezember unterbrochenen Verhandlungen fortsetzen. Ort und genaue Zeit wurden wie in den vergangenen Tagen üblich nicht mitgeteilt. Hauptstreitpunkt ist weiterhin ein eigenständiger Tarifvertrag für die Lokführer. Die GDL hatte für den 7. Januar neue Streiks angekündigt, sollten bis dahin aus ihrer Sicht keine substanziellen Fortschritte erreicht seien. Beide Seiten gaben sich vor Verhandlungsbeginn vorsichtig optimistisch.

FRANKFURT AM MAIN: Die Deutsche Lufthansa will in diesem Jahr rund 4.300 Mitarbeiter einstellen. Besetzt würden vor allem neu geschaffene Stellen, teilte die größte deutsche Fluggesellschaft in Frankfurt mit. Nach eigenen Angaben sucht die Lufthansa unter anderen 2.000 Flugbegleiter, 1.000 Mitarbeiter für die Passagierbetreuung auf den Flughäfen München und Frankfurt sowie 360 Pilotenschüler. Hintergrund sei die Vergrößerung der Lufthansa-Flotte.

SANTIAGO: Im Süden Chiles sind nach dem Ausbruch des Vulkans Llaima hunderte Touristen und Anwohner vorsorglich evakuiert worden. Eine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung bestehe nicht, teilten die Behörden mit. Der Vulkan habe Feuer und Lava rund 1.000 Meter in die Höhe geschleudert. - Der Llaima, rund 700 Kilometer südlich von Santiago, gehört zu den aktivsten Vulkanen Südamerikas.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Westen und Süden wolkig mit Auflockerungen, teils heiter oder neblig-trüb. Richtung Alpen auch längere sonnige Abschnitte, in den Mittelgebirgen wolkenreich und etwas Schnee. Höchstwerte minus drei bis plus zwei Grad.

Zuletzt meldeten:

Hamburg: 1°, stark bewölkt

Berlin: 0°, nach Schneefall

Dresden und Frankfurt am Main: -3°, dunstig

Köln/Bonn: - 5°, wolkenlos, sowie

München: - 4°, wolkig

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