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Nachrichten

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

WASHINGTON: US-Präsident Barack Obama setzt nach acht Jahren Krieg in Afghanistan auf eine weitere massive Aufstockung des Truppenkontingents, befristet auf eineinhalb Jahre. Um die wiedererstarkten Taliban-Milizen und El Kaida-Terroristen besiegen zu können, werde er Anfang nächsten Jahres 30.000 zusätzliche US-Soldaten an den Hindukusch entsenden, kündigte Obama in seiner mit Spannung erwarteten Rede in der Militärakademie West Point an. Damit wären dann fast 100.000 amerikanische Soldaten in Afghanistan im Einsatz. Er machte deutlich, dass er auch eine stärkere Truppen-Unterstützung der Alliierten erwarte. Zugleich fasste der US-Präsident in seiner neuen Strategie erstmals ein Ende des Kriegs ins Auge. Danach soll im Sommer 2011, abhängig von der Sicherheitslage vor Ort, mit dem Rückzug der US-Soldaten aus dem Land begonnen werden.

BRÜSSEL: Die NATO-Partner der USA werden nach den Worten von NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen mindestens 5.000 zusätzliche Soldaten nach Afghanistan schicken. Diesen Beitrag erwarte er von den 43 Staaten unter NATO-Kommando, erklärte Rasmussen in Brüssel. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte zuvor deutlich gemacht, dass Deutschland sich nicht unter Zeitdruck setzen lassen will und erst nach der internationalen Afghanistan-Konferenz Ende Januar eine Entscheidung treffen wird. Medienberichten zufolge richtet sich die Bundesregierung auf die Forderung nach bis zu 2.500 zusätzlichen Soldaten ein. Die Bundeswehr hat in Afghanistan derzeit 4.400 Soldaten im Einsatz und stellt damit das drittgrößte Kontingent nach den USA und Großbritannien.

DETROIT: Nach nur acht Monaten an der Spitze des krisengeschüttelten US-Autobauers General Motors ist Fritz Henderson zurückgetreten und hat damit den Machtkampf innerhalb des Konzerns verloren. Die GM-Leitung übernimmt vorläufig der bisherige Verwaltungsrats-Chef Ed Whitacre. Er war von US-Präsident Barack Obama eingesetzt worden und wiederholt öffentlich auf Konfrontationskurs zu Henderson gegangen. Der 51 Jahre alte Henderson hatte GM mit staatlichen Milliardenhilfen zwar im Eiltempo durch das Insolvenzverfahren gesteuert, dann aber kamen die Rückschläge. Der monatelang geplante Verkauf der deutschen Tochter Opel an den Zulieferer Magna platzte, bei der chronisch defizitären schwedischen Tochter Saab scheiterten bisher alle Rettungsversuche.

STUTTGART: Der Autobauer Daimler verlagert einen Teil seiner Produktion. Es werde im Inland umstrukturiert, aber auch ins Ausland verlagert, teilte der Konzern mit. Die Mercedes C-Klasse soll künftig nicht mehr in Sindelfingen gebaut werden, sondern vor allem in Bremen. Zum Teil soll die Produktion der umsatzstarken C-Klasse von 2014 an nach Tuscaloosa in den USA ausgelagert werden. Im Gegenzug soll die Montage des Luxus-Roadster SL nach Sindelfingen verlagert werden, um dort die Arbeitsplätze zu sichern. - Die Beschäftigten in Sindelfingen, dem größten Pkw-Werk des Konzerns, hatten in den vergangenen Tagen für den Erhalt von rund 5.000 Arbeitsplätzen demonstriert, deren Bestand im Zuge der seit Monaten diskutierten Verlagerung der Montage der C-Klasse auf dem Spiel stand.

BERLIN: Der Verteidigungsausschuss des Bundestags hat seine Umwandlung in einen Untersuchungsausschuss beschlossen, um die Umstände des Luftangriffs im afghanischen Kundus aufzuklären. Die Entscheidung erfolgte auf Betreiben der Regierungsfraktionen von Union und FDP und aller Oppositionsparteien im Bundestag. In dem Ausschuss soll ermittelt werden, wer in der Bundesregierung zu welchem Zeitpunkt was über die Umstände des Luftschlags wusste. Außerdem geht es um die Frage, wie es dazu kommen konnte, dass im Verteidigungsministerium Informationen zu zivilen Opfern des Angriffs unterschlagen wurden. Der Ausschuss soll sich in der nächsten regulären Sitzung am 16. Dezember konstituieren. Bei dem Luftangriff gegen zwei Tanklaster in Afghanistan waren am 4. September bis zu 142 Menschen getötet worden.

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel will bei einem Spitzentreffen mit Vertretern von Wirtschaft und Gewerkschaften über neue Wege aus der Finanzkrise beraten. Bei dem Krisentreffen im Kanzleramt an diesem Mittwoch soll es insbesondere darum gehen, wie eine Kreditklemme für Firmen verhindert werden kann. Im Gespräch ist, dass der Bund über die Staatsbank KfW den Banken Kreditrisiken bis zu zehn Milliarden Euro abnimmt. Die Gewerkschaften mahnten nochmals an, der Sicherung von Arbeitsplätzen oberste Priorität einzuräumen, um ein Durchschlagen der Krise auf den Arbeitsmarkt zu verhindern oder mindestens zu bremsen.

BRÜSSEL: Die Finanzminister der Eurogruppe kommen in Brüssel zusammen, um 13 der 16 Länder des gemeinsamen Währungsgebiets Fristen zum Defizitabbau zu setzen. Damit wollen die obersten Kassenhüter ein Signal setzen, dass trotz milliardenschwerer Ausgaben wegen der Wirtschaftskrise gespart werden muss. Deutschland und Frankreich müssen als größte Volkswirtschaften ihre ausgeuferte Neuverschuldung bis 2013 unter die erlaubte Marke von drei Prozent der Gesamtwirtschaftsleistung bringen. Besorgt äußerten sich die Minister über die Entwicklung in Griechenland. Dort wird die Neuverschuldung in diesem Jahr bei fast 13 Prozent liegen. - Bereits verständigt haben sich die Länder der Euro-Zone darauf, den Luxemburger Premier Jean-Claude Juncker für weitere zweieinhalb Jahre mit der Führung der Währungsunion zu betrauen.

LISSABON: Mit einer Zusammenkunft der führenden EU-Politiker ist in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon das Inkrafttreten des EU-Reformvertrags gefeiert worden. Europa sei in eine neue Phase des Aufbaus eingetreten, sagte der neue ständige EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy.

TEHERAN: Die vor einer Woche im Iran festgenommenen fünf britischen Segler sind wieder frei. Das britische Außenministerium bestätigte eine entsprechende Meldung der amtlichen iranischen Nachrichtenagentur IRNA. Die Mannschaft sei mit ihrer Jacht wohl aus Versehen in iranische Hoheitsgewässer eingedrungen, hieß es in Teheran.

MOSKAU: Eine islamische Extremistengruppe hat sich im Internet zu dem Terroranschlag vom Freitag auf den vollbesetzten russischen Schnellzug bekannt. Auf einer dem tschetschenischen Rebellenführer Doku Umarow nahestehenden Seite im Internet wurde eine entsprechende Erklärung veröffentlicht. Bei dem Anschlag auf den "Newski Express", der auf dem Weg von Moskau nach St. Petersburg war, wurden offiziellen Angaben zufolge 25 Menschen getötet und etwa 100 verletzt.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Teils wolkig, teils heiter. Im Westen und in den Mittelgebirgen am Nachmittag vereinzelt etwas Regen. Höchstwerte zwei bis acht Grad.

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