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Nachrichten

Mittwoch, 2. April 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BUKAREST: Unmittelbar vor Beginn des Nato-Gipfels in Rumänien hat US-Präsident George W. Bush seine Forderung unterstrichen, Georgien und die Ukraine in das westliche Militärbündnis aufzunehmen. Mit beiden ehemaligen Sowjet-Republiken müsse ein entsprechendes Abkommen vereinbart werden, verlangte Bush auf einer sicherheitspolitischen Konferenz in Bukarest. Zugleich bekräftigte er die Pläne für eine US-Raketenabwehr in Europa. Diese sei angesichts der atomaren Bedrohung, die vom Iran ausgehe, notwendig. Unter den Nato-Partnern ist die Aufnahme der beiden ehemaligen Sowjet-Republiken umstritten. Deutschland und Frankreich sind zum jetzigen Zeitpunkt dagegen, um das ohnehin gespannte Verhältnis zu Russland nicht weiter zu belasten. Die Regierung in Moskau lehnt eine weitere Ausdehnung der Nato an ihre Grenze strikt ab. Sie sieht dadurch ihre Sicherheitsinteressen in Gefahr.

HARARE: Angesichts der schleppenden Veröffentlichung von Wahlergebnissen in Simbabwe wachsen Spekulationen über einen möglichen Rücktritt von Präsident Robert Mugabe. Gleichwohl dementierten sowohl Oppositionsführer Morgan Tsvangirai als auch die Regierung Gerüchte, nach denen beide Lager bereits Gespräche über einen Machtwechsel aufgenommen hätten. Er wolle zunächst die offiziellen Ergebnisse abwarten, sagte der Oppositionsführer vor Journalisten. Zugleich mahnte er die Wahlkommission zur Eile. Auch die USA forderten das südafrikanische Land auf, das komplette Wahlergebnis zügig bekannt zu geben. Es sei klar, dass das Volk für einen Wandel gestimmt habe. Aus der Regierungspartei und aus diplomatischen Kreisen war verlautet, da keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit errungen hätte, müsste sich Mugabe in einer Stichwahl stellen. Dieser Demütigung wolle der 84-jährige Amtsinhaber entgehen und zurücktreten.

BOGOTA: Der kolumbianische Präsident Alvaro Uribe hat sich zum Stopp sämtlicher militärischer Einsätze im Südosten seines Landes bereiterklärt, um eine Rettung der verschleppten Politikerin Ingrid Betancourt zu ermöglichen. Dies kündigte der Präsident nach einem Telefonat mit seinem französischen Kollegen Nicolas Sarkozy an. Der französische Präsident kündigte an, umgehend eine Hilfsmission nach Kolumbien zu schicken, um Kontakt mit der Guerillaorganisation FARC und Betancourt aufzunehmen. Die bekannteste unter den hunderten Geiseln der FARC-Guerilla soll an Hepatitis B sowie an einer durch Insektenstiche hervorgerufenen Hautinfektion leiden. Sarkozy setzt sich seit seinem Amtsantritt massiv für die Freilassung Betancourts ein, die auch die französische Staatsbürgerschaft hat.

HAVANNA: Die vorsichtige Öffnungspolitik der kubanischen Regierung geht weiter. Zur Ankurbelung der landwirtschaftlichen Produktion verpachtet Kuba brachliegendes Land an private Bauern und Kooperativen. Der Präsident der nationalen Bauernvereinigung, Orlando Lugo, sagte, jeder, der Tabak anbauen wolle, werde dafür Land erhalten. Das Gleiche gelte für Kaffee oder andere Erzeugnisse. Die Regierung des neuen Präsidenten Raul Castro hat in den vergangenen Tagen zahlreiche Regelungen gelockert. So dürfen Kubaner nun unter anderem Mobiltelefone besitzen, in bisher für Touristen reservierten Hotels übernachten und Autos mieten. Auch der freie Verkauf von Computern und DVD-Spielern ist nun erlaubt. Für viele Menschen sind die neuen Freiheiten allerdings unerschwinglich.

ANKARA: Die türkische Armee geht weiter gegen kurdische Terroristen im Grenzgebiet zum Irak vor. Dabei wurden in der Provinz Sirnak sieben Kämpfer der verbotene Kurdischen Arbeiterpartei PKK getötet. In den vergangen Tagen hatte die Armee ihre Angriffe verschärft. Im Februar war sie vorübergehend mit Bodentruppen in den Nordirak eingedrungen, um dortige Lager der PKK zu zerstören. Diese wird von der Europäischen Union und den USA als Terrororganisation eingestuft.

BERLIN: Bildungsministerin Annette Schavan hat im Kabinett den Berufsbildungsbericht 2008 vorgestellt. Danach wurden im vergangenen Jahr rund 625.900 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen - der zweithöchste Stand seit der Wiedervereinigung. Schavan führte das hauptsächlich auf die gute Konjunktur zurück. Sie kündigte an, sich jetzt vorrangig um die Vermittlung arbeitswilliger und arbeitsfähiger Lehrlinge zu kümmern, die bisher noch keinen Vertrag haben. Das Handwerk warnte derweil vor einem Lehrstellenmangel, der im Osten bereits in diesem Jahr und in den alten Bundesländern 2011 sichtbar werde. Hauptgrund sei die mangelnde Qualifikation vieler Schulabgänger. Schavan will nach eigenen Angaben die Berufsbildung zum Thema des so genannten Qualifizierungsgipfels bei Kanzlerin Angela Merkel im Herbst machen.

BERLIN: Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet nach Meldungen deutscher Zeitungen mit einer Rezession in den USA. 'Die Zeit' und die 'Financial Times Deutschland' berichten, der IWF habe die Prognose für die US-Wirtschaft von 1,5 auf 0,5 Prozent herabgesetzt. Das gehe aus dem Entwurf für die Frühjahrstagung von IWF und Weltbank in der kommenden Woche in Washington hervor. Gleichzeitig rechne der Währungsfonds jedoch trotz der US-Finanzkrise und der drohenden Rezession damit, dass die Weltwirtschaft insgesamt weiter wachse. Die Prognose wurde von 4,1 auf 3,7 Prozent revidiert.

BERLIN: Bundesbank-Präsident Axel Weber hat sich nochmals besorgt gezeigt über die hohe Inflationsrate im Euroraum und ein Gegensteuern der Europäischen Zentralbank EZB nicht ausgeschlossen. Eine Teuerungsrate von mehr als zwei Prozent sei auf längere Sicht nicht akzeptabel, sagte das EZB-Ratsmitglied Weber. Im März waren die Verbraucherpreise in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um 3,1 Prozent gestiegen. In der Euro-Zone legten die Lebenshaltungskosten binnen Jahresfrist um 3,5 Prozent zu.

BERLIN: Die deutsche Wirtschaft lehnt die zur Jahresmitte geplante Erhöhung der Renten um 1,1 Prozent nach wie vor ab. Durch den Schritt würden milliardenschwere Zusatzkosten verursacht, für die letztendlich Arbeitgeber und Beschäftigte aufkommen müssten, sagte Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt. Politiker der Union wiesen darauf hin, nach drei Nullrunden in Folge müssten auch die 20 Millionen Ruheständler etwas vom Aufschwung spüren.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Viele Wolken, im Tagesverlauf Regen oder Schauer. Temperaturen zwischen sechs und 13 Grad.

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