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Nachrichten

Mittwoch, 19. September 2007

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Das Bundeskabinett hat die Zusammenlegung der beiden Bundeswehrmandate für die Internationale Schutztruppe ISAF und den Einsatz der Aufklärungs-Tornados zu einem Mandat beschlossen. Das teilte das Bundesverteidigungsministerium mit. Danach soll der Bundeswehreinsatz um ein weiteres Jahr verlängert werden. Der Bundestag stimmt am 12. Oktober über die Vorlage ab. Derzeit befinden sich rund 3.000 Bundeswehr-Soldaten in Afghanistan. Über die Verlängerung der Teilnahme an der umstrittenen US-geführten Antiterror-Operation Enduring Freedom entscheidet der Bundestag im November. Der UN-Sonderbeauftragte für Afghanistan, der Deutsche Tom Koenigs, forderte die Europäer zu mehr militärischem Engagement in dem Land auf. Man könne nicht die USA kritisieren, die die Hauptlast trügen, und gleichzeitig ein stärkeres eigenes Engagement in der ISAF ablehnen, sagte Koenigs. Die junge Demokratie in Afghanistan sei weiter stark gefährdet.

BERLIN: Der deutsche Bundestag befasst sich an diesem Mittwoch auf Antrag der FDP mit dem umstrittenen Vorstoß von Verteidigungsminister Franz Josef Jung, im Terrorfall entführte Passagierflugzeuge durch die Bundeswehr abschießen zu lassen. Jung hatte sich dabei auf einen übergesetzlichen Notstand berufen. Bis auf die Unionsparteien war der Minister mit seiner Ankündigung eines Abschussbefehls in allen Fraktionen auf Ablehnung gestoßen. Vizekanzler Franz Müntefering (SPD) sagte, Jung habe damit eine Demarkationslinie überschritten. Das Bundesverfassungsgericht hatte einen entsprechenden Passus im Luftsicherheitsgesetz der rot-grünen Vorgängerregierung 2006 gekippt. Die Grünen und die Linkspartei forderten Jung zum Rücktritt auf, Kritik kam auch aus der Bundeswehr.

PHNOM PENH: In Kambodscha ist der frühere Chefideologe der Roten Khmer verhaftet worden. Nuon Chea wurde von der Polizei aus seinem Haus in Pailin abgeholt und per Hubschrauber in die Hauptstadt Phnom Penh geflogen. Er soll vor dem Völkermordtribunal in Kambodscha, das mit Hilfe der Vereinten Nationen eingerichtet wurde, zu den Verbrechen des Pol Pot-Regimes aussagen. Während der Herrschaft der Roten Khmer wurden zwischen 1975 und 1979 rund zwei Millionen Menschen ermordet. Pol Pot selbst starb 1998. Vor kurzem war bereits der frühere Chef des berüchtigten Gefängnisses S-21, Kaing Guek Eav, verhaftet worden.

JERUSALEM: Israel hat auf die fast täglichen Raketenangriffe aus dem Gazastreifen reagiert. Das von der palästinensischen Hamas beherrschte Gebiet wurde vom Sicherheitskabinett zum 'feindlichen Territorium' erklärt. Zu den entsprechenden Sanktionen gehören die Unterbrechung der Energie-, Wasser- und Treibstoffversorgung. Die Entscheidung kam inmitten eines Besuchs von US-Außenministerin Condoleezza Rice. Sie will in Gesprächen mit israelischen sowie palästinensischen Politikern über die noch für dieses Jahr in den USA geplante Nahost-Friedenskonferenz sprechen. Rice bekräftigte vorab, es sei jetzt an der Zeit nicht nur über eine Zwei-Staaten-Lösung zu reden, sondern sich auch in diese Richtung zu bewegen.

BISCHKEK: Der kirgisische Präsident Kurmanbek Bakijew hat für den 21. Oktober eine Volksabstimmung über eine neue Verfassung angesetzt. Sein Entwurf werde das Parlament stärken, sagte er in einer Rede an die Nation. So solle das Mehrheitswahlrecht durch ein Verhältniswahlrecht abgelöst werden. In der vergangenen Woche hatte das Verfassungsgericht eine Reform der Verfassung aus dem Jahr 2006 mit der Begründung gestoppt, die Abgeordneten hätten damals zahlreiche Verfahrensfehler gemacht.

WASHINGTON: Die US-Notenbank hat wegen der Krise am US-Immobilienmarkt den Leitzins deutlich gesenkt. Die Währungshüter reduzierten den zentralen Zinssatz um 0,5 Prozentpunkte auf jetzt 4,75 Prozent. Mit dem Schritt solle verhindert werden, dass die Immobilienkrise die Gesamtwirtschaft in Mitleidenschaft ziehe. In Folge der Entscheidung stiegen die Aktienkurse an der New Yorker Wall Street deutlich. Ölpreis und Eurokurs kletterten auf ein Rekordniveau. Am Mittwoch folgten die asiatischen Börsen. In Tokio legte der Nikkei-Index um fast 3,7 Prozent zu. Auch der deutsche Aktienindex DAX startete mit einem Kursgewinn von etwa zwei Prozent.

ANKARA: Der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan will das Kopftuchverbot an den Universitäten des Landes aufheben. Der 'Financial Times' sagte er, das Recht auf höhere Bildung dürfe nicht wegen der Kleidung einer Frau eingeschränkt werden. Ähnlich äußerte sich Präsident Abdullah Gul. Die regierende religiös-konservative AKP erarbeitet derzeit eine neue Verfassung. Unklar ist noch, ob dort die Aufhebung des Kopftuchverbots an Universitäten verankert werden soll. Die Entscheidung darüber soll Erdogan treffen.

SHANGHAI: Der Taifun 'Wipha' hat über dem chinesischen Festland an Kraft verloren und zieht auf seinem Weg nach Norden möglicherweise an der Wirtschaftsmetropole Shanghai vorbei. Dort waren vorsorglich fast 300.000 Menschen aus tiefer gelegenen Stadtteilen evakuiert worden. Ein Mensch starb durch einen Stromschlag. Die Behörden stuften den Wirbelsturm aus der höchsten Kategorie fünf auf eins zurück. Mit heftigen Regenfällen und schweren Überflutungen hatte 'Wipha' am frühen Morgen die Pazifikküste Chinas erreicht. In der Provinz Zhejiang wurden rund zwei Millionen Menschen in Sicherheit gebracht, fast 40.000 Schiffe blieben in den Häfen. Durch den Taifun kamen zuvor in Japan und Taiwan mindestens drei Menschen ums Leben.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Nach Nebelauflösung verbreitet sonnig, an den Küsten noch Schauer. Später im Nordwesten mehr Wolken, aber trocken. Höchstwerte zwölf bis 17 Grad.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg: 9°, nach Regen;
Berlin: 9°, leicht bewölkt;
Dresden und Köln/Bonn: 8°, leicht bewölkt;
Frankfurt am Main: 7°, stark bewölkt und
München: 7°, wolkig .

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