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Nachrichten

Mittwoch, 19. März 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

JERUSALEM: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihren dreitägigen Israel-Besuch beendet. Als erste ausländische Regierungschefin hatte sie zuvor vor dem Parlament, der Knesset, sprechen dürfen. Dabei hob die Kanzlerin vor allem die Verantwortung Deutschlands für die Verbrechen des Nationalsozialismus hervor. Merkel beteuerte angesichts der Drohungen der iranischen Führung gegen Israel, die historische Verantwortung für die Sicherheit Israels sei Teil der Staatsräson Deutschlands und damit nicht verhandelbar. Wenn der Iran im Atomkonflikt nicht einlenke, werde sich ihre Regierung für weitergehende Sanktionen einsetzen. Die Präsidentin des Zentralrats der Juden, Charlotte Knobloch, lobte die Rede als historisch. Merkel habe sich auf beeindruckende Weise zur historischen Verantwortung Deutschlands bekannt.

KARLSRUHE: Das Bundesverfassungsgericht hat das Gesetz zur umstrittenen Speicherung von Telefondaten eingeschränkt. Nach einem Eilbeschluss des Gerichts dürfen die Daten zwar ein halbes Jahr lang gespeichert werden. Sie dürften jedoch nur für Ermittlungsverfahren wegen einer schweren Straftat an die Behörden weiter geleitet werden, hieß es. Dies war bislang auch bei leichten Straftaten möglich. Die Eilanträge von FDP-Politiker Burkhard Hirsch und mehreren Bürgern hatten damit teilweise Erfolg. Nach dem seit Januar geltenden Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung müssen alle Telefon-, Internet- und Handyverbindungsdaten ein halbes Jahr lang gespeichert werden. Die Kläger sahen darin eine Verletzung ihres Rechts auf informationelle Selbstbestimmung. Die Anordnung der Verfassungsrichter gilt zunächst ein halbes Jahr, kann aber verlängert werden.

LHASA: Bei den Protesten von Tibetern gegen die chinesische Herrschaft sind nach Angaben von Exil-Organisationen in Indien weitere Menschen ums Leben gekommen. In Kardze in der chinesischen Provinz Sichuan hätten Sicherheitskräfte das Feuer auf eine Gruppe von Demonstranten eröffnet und mindestens drei Teilnehmer getötet, berichtet das Zentrum für Menschenrechte und Demokratie. Bereits zuvor hatte die Organisation von mindestens 39 Opfern in den Provinzen Sichuan und Gansu berichtet. China habe an den Brennpunkten des Geschehens inzwischen tausende paramilitärischer Milizen zusammengezogen, heißt es weiter. Nach offiziellen Informationen aus Peking haben sich nach Ablauf eines Ultimatums inzwischen mehr als 100 Teilnehmer an den gewaltsamen Protesten der Polizei gestellt. Gegen sie werde juristisch vorgegangen.

WASHINGTON: Nach der deutlichen Zinssenkung der US-Notenbank Fed sind die Aktienkurse weltweit deutlich gestiegen. In New York schloss der Dow-Jones-Index mit einem Plus von 3,5 Prozent. Der Tokioter Nikkei-Index legte um 2,5 Prozent zu. Auch die Frankfurter Börse eröffnete fest. Die Fed hatte zuvor den Leitzins um 75 Basispunkte auf 2,25 Prozent gesenkt und dies mit schlechteren Konjunktur-Aussichten begründet. Präsident George W. Bush sagte nach dem neuerlichen Zinsschritt, er habe weiterhin Vertrauen in die US-Wirtschaft. Sollten weitere Aktionen für die Stabilität nötig sein, würden Regierung und Notenbank handeln.

NAIROBI: Das kenianische Parlament hat die gesetzlichen Grundlagen für eine Teilung der Macht zwischen Präsident Mwai Kibaki und dem bisherigen Oppositionsführer Raila Odinga geschaffen. Die Abgeordneten stimmten in Nairobi einer Verfassungsänderung zu, mit der das Amt des Premierministers eingeführt wird. Mit der Verfassungsänderung kann Kibaki seinen bisherigen Rivalen Odinga zum Regierungschef machen und mit ihm zusammen regieren. Regierung und Opposition hatten sich Ende Februar nach wochenlanger Vermittlung des ehemaligen UN-Generalsekretärs Kofi Annan auf die Machtteilung geeinigt. Kibaki war aus der von Manipulationsvorwürfen überschatteten Präsidentschaftswahl im Dezember als Sieger hervorgegangen. Es folgten blutige Unruhen.

SANAA: Durch einen Granatenangriff auf eine Schule nahe der US-Botschaft sind in der jemenitischen Hauptstadt mindestens 18 Menschen verletzt worden. Dabei handelte es sich nach Angaben der örtlichen Behörden um 13 Schülerinnen und fünf Soldaten. In ersten Berichten war von zwei Todesopfern die Rede gewesen. Präsident Ali Abdullah Saleh sprach von einem Terroranschlag radikaler Moslems. Nach US-Informationen war die amerikanische Botschaft in Sanaa das eigentliche Ziel des Angriffes. Der Jemen gilt als Rückzugsgebiet islamischer Gewalttäter. Häufig kommt es zu Zusammenstößen zwischen Extremisten und Sicherheitskräften.

KABUL: Während schwerer Kämpfe sind in der ostafghanischen Provinz Chost nach Angaben örtlicher Behörden erneut mehrere Zivilisten getötet worden. Unter den mindestens sechs Opfern seien auch eine Frau und Kinder, heißt es. Der Vorfall im Grenzgebiet zu Pakistan werde untersucht. Eine Mitteilung der US-Truppen spricht dagegen davon, Soldaten hätten Stellungen der radikal-islamischen Taliban angegriffen und mehrere Aufständische getötet. Zivile Opfer durch Aktionen ausländischer Truppen sorgen in der afghanischen Bevölkerung für zunehmenden Unmut.

ATHEN: Weitreichende Streiks haben große Teile der griechischen Wirtschaft und des öffentlichen Verkehrs lahmgelegt. An der Arbeitsniederlegung beteiligten sich neben Busfahrern auch Bankangestellte, Staatsbedienstete, Rechtsanwälte und Lehrer sowie Journalisten. Ärzte behandelten Patienten nur in dringenden Fällen. Auch die Tankstellen wurden bestreikt. Die Gewerkschaften protestieren damit gegen ein Rentengesetz der konservativen Regierung, dass die Griechen künftig erst nach 37 Beitragsjahren mit frühestens 60 in den Ruhestand gehen lässt.

COLOMBO: Der Science-Fiction-Autor Arthur C. Clarke ist im Alter von 90 Jahren gestorben. Der Brite wurde durch den Film "2001: Odyssee im Weltraum" weltberühmt, der auf einer seiner Kurzgeschichten beruht und zu dem er auch das Drehbuch verfasste. Insgesamt schrieb er mehr als 100 Bücher. Clarke starb in Sri Lanka, wo er seit den 60-er Jahren lebte.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wechselnd bewölkt mit Schauern, in den höheren Lagen Schnee. Nach Norden zu freundlicher. Tagestemperaturen zwei bis acht Grad.


Am Morgen meldeten:


Hamburg: 2°, fast wolkenlos;

Berlin: 0°, bedeckt;

Dresden: 0°, Schneefall;

Köln/Bonn und Frankfurt am Main: 3°, stark bewölkt sowie

München: 0°, wolkig.

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