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Nachrichten

Mittwoch, 19. Juli 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch.

TYRUS: Nach neuen israelischen Luftangriffen im Süden und Osten des Libanon wächst die Zahl der Todesopfer unter der Zivilbevölkerung stündlich an. Allein im Dorf Srifa nahe der Hafenstadt Tyrus sollen nach Angaben der lokalen Polizei mehr als 20 Bewohner ums Leben gekommen sein. Zehn Wohnhäuser seien völlig zerstört. Auch israelische Bodentruppen waren in der Nacht zum Mittwoch wieder auf libanesisches Gebiet vorgestoßen. Ein Armeesprecher berichtete von einem - so wörtlich - beschränkten, sehr genauen Einsatz gegen Außenposten der Hisbollah-Miliz in Grenznähe. Die Hisbollah beschoss wieder Haifa und Nord-Galiläa. --- Nach den israelischen Vorstößen in das Flüchtlingslager Maghasi im Gazastreifen sowie in Nablus im Westjordanland kam es zu Gefechten. Insgesamt wurden mindestens zehn Palästinenser getötet.

BEIRUT/ BERLIN: Auch die USA haben jetzt mit einer großangelegten Evakuierungsaktion für ihre Landsleute aus dem Libanon begonnen. So soll ein gechartertes Kreuzfahrtschiff im Laufe dieses Mittwochs vor allem bis zu 900 Amerikaner zunächst nach Zypern bringen. Zuvor war Kritik laut geworden, dass die Regierung in Washington zu spät reagiert habe. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sagte, es gebe akute Sorge wegen der Sicherheit der Reisewege. Er habe bei seinen Telefonaten mit den Regierungen Israels und des Libanon appelliert, die Verbindungen nach Syrien und zu den Hafenstädten von Kampfhandlungen auszunehmen. Für diesen Mittwoch hatte Steinmeier einen weiteren Buskonvoi von Beirut nach Damaskus angekündigt. -Die Fluggesellschaft LTU will am Donnerstag eine zweite Gruppe von Libanon-Flüchtlingen von Damaskus nach Deutschland zurücktransportieren.

KUNDUS: Verteidigungsminister Franz Josef Jung hat bei seinem Besuch in Afghanistan die Ausdehnung des Bundeswehr-Einsatzes in den Norden des Landes gerechtfertigt. Trotz des höheren Risikos sei es wichtig, den Menschen nicht nur in der Region um Kabul, sondern auch im Norden eine Perspektive zu geben, sagte Jung in Kundus. Der CDU- Minister besucht erstmals auch den neuen Standort der deutschen Soldaten in Masar-i-Scharif. Von dort aus führt die Bundeswehr seit rund sechs Wochen die Internationale Schutztruppe -ISAF- in Nordafghanistan. - Im Süden des Landes eroberten die US-geführten Koalitionstruppen zwei von Taliban-Milizen besetzte Städte in der Provinz Helmand zurück.

NEW YORK: Im Irak fallen nach Angaben der Vereinten Nationen immer mehr Zivilisten der Gewalt zum Opfer. Allein in den Monaten Mai und Juni seien fast 6.000 Zivilpersonen getötet worden, heißt es in einem UN-Bericht. Sorge bereiteten vor allem die blutigen Auseinandersetzungen zwischen den Volksgruppen der Schiiten und Sunniten.

JAKARTA: Zwei Tage nach dem verheerenden Tsunami vor der indonesischen Insel Java haben Gerüchte über eine weitere Flutwelle in der Stadt Pangandaran eine Massenpanik ausgelöst. Hunderte Menschen flohen aus den Notunterkünften an der Küste ins Landesinnere. Unterdessen haben die Rettungskräfte weitere Opfer aus den Trümmern geborgen. Die Zahl der Toten wird jetzt offiziell mit mindestens 530 angegeben. Etwa 270 Personen werden noch vermisst.

SEOUL: Der südkoreanische Präsident Roh Moo-Hyun hat im Konflikt um die Raketentests des kommunistischen Nordens vor Überreaktionen gewarnt. Roh verurteilte die Tests als Bedrohung für Frieden und Stabilität auf der koreanischen Halbinsel. Gleichzeitig mahnte er aber in Seoul, nicht mit - so wörtlich - "exzessiven Reaktionen" die Spannungen noch zu verschärfen. -- Nordkorea hatte Anfang Juli sieben Testraketen abgefeuert und damit international massive Proteste ausgelöst.

DÜSSELDORF: Nach dem Scheitern der Ärzte-Tarifverhandlungen rollt eine neue Streikwelle auf die 700 kommunalen Krankenhäuser in Deutschland zu. Die Gewerkschaft 'Marburger Bund' kündigte an, sie werde nun den Arbeitskampf an den Kliniken intensivieren. Der 'Marburger Bund' hatte die Verhandlungen mit den Arbeitgebern in Düsseldorf am Dienstag abgebrochen, nachdem auch in der sechsten Runde keine Annäherung in der Gehaltsfrage erzielt worden war. Der Verband der kommunalen Arbeitgeber warf der Gewerkschaft vor, stur an Maximalforderungen festgehalten zu haben.

MÜNCHEN: Die gesetzlichen Krankenkassen wollen mit einer Kampagne gegen die von der großen Koalition geplante Gesundheitsreform vorgehen. Über entsprechende Aktionen solle die Politik dazu gebracht werden, wesentliche Punkte der Reform zurückzunehmen, zitiert die 'Süddeutsche Zeitung' aus einem internen Schreiben der Kassen. Mit der Kampagne solle die Botschaft vermittelt werden, dass die Gesundheitsversorgung durch die Reform teurer, schlechter und unsicherer würde. Das Bundesgesundheitsministerium appellierte an die Krankenkassen, Entscheidungen des Gesetzgebers zu akzeptieren.

WASHINGTON: Der US-Senat hat nach zweitägiger Debatte ein Gesetz zur staatlichen Unterstützung der Forschung an embryonalen Stammzellen gebilligt. US-Präsident George Bush, der dies ablehnt, steht damit vor dem ersten Veto seiner sechsjährigen Amtszeit. Der Senat stimmte mit 63 gegen 37 Stimmen für das Gesetz. Gegner der Stammzellenforschung wie Bush sind der Ansicht, dass Steuerzahler nicht zur Finanzierung einer Wissenschaft gezwungen werden dürfen, die in ihren Augen einen Angriff auf ungeborene Babys darstellt.

LOS ANGELES: Ein Stromausfall in einer Radarstation hat den Flugverkehr im Südwesten der USA vorübergehend lahmgelegt. Allein am internationalen Flughafen von Los Angeles waren rund 130 Flüge verspätet. Erst nach eineinhalb Stunden konnte die Flugüberwachung mit einem Notstromsystem wieder in Betrieb genommen werden. Die Ursache für den Ausfall ist noch unklar. Ein lokaler Stromversorger erklärte, ein Auto habe einen Strommast gerammt.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Es bleibt hochsommerlich mit viel Sonne. Im Westen aufkommende Gewitterschauer. Höchstwerte 33 bis 38 Grad, an den Küsten etwas kühler.

Am Vormittag meldeten bei wolkenlosem Himmel:

Hamburg: 23 Grad;
Berlin und Dresden: 25 Grad;
Köln/Bonn: 24 Grad;
Frankfurt am Main: 25 Grad und
München: 20 Grad.

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