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Nachrichten

Mittwoch, 18. Oktober 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch.

BERLIN: Der Verteidigungsausschuss des Bundestages hat mit Beratungen über die Vorwürfe des ehemaligen Guantánamo-Häftlings Murat Kurnaz begonnen. Kurnaz behauptet, nach seiner Festnahme in einem US-Gefangenenlager in Afghanistan Anfang 2002 von zwei deutschen Soldaten misshandelt worden zu sein. Dazu will das Verteidigungsministerium einen Bericht vorlegen. Wie die Zeitung 'Die Welt' berichtet, hat das Ministerium bisher keine Erkenntnise über eine Misshandlung Kurnaz' durch Bundeswehr-Soldaten. Der in Bremen geborene Türke saß als angeblicher Taliban-Kämpfer mehr als vier Jahre im US-Lager Guantánamo in Haft. Nach Berichten mehrerer deutscher Zeitungen wollen Union und SPD noch an diesem Mittwoch über die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zum Fall Kurnaz entscheiden.

TOKIO: US-Außenministerin Condoleezza Rice hat zum Auftakt ihrer Ost-Asien-Reise vor einem atomaren Wettrüsten in der Region gewarnt. Deshalb sei es nach dem Atomwaffentest Nordkoreas äußerst wichtig, die amerikanische Verteidigungsgarantie für Japan und Südkorea zu bekräftigen, sagte Rice. Die Ministerin traf zunächst in Tokio ein, um mit der Regierung auch die Umsetzung der beschlossenen UN-Sanktionen zu erörtern. Anschließend wird Rice in Südkorea, China und Russland erwartet. US-Präsident George W. Bush bekräftigte bei einem Treffen mit dem designierten UN-Generalsekretär Ban Ki Moon mit Blick auf den nordkoreanischen Atomtest, er dulde keine Gefährdung des Friedens in der Region.

BERLIN: Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat den Atomtest in Nordkorea sowie den Streit um das iranische Atomprogramm als größte Bedrohungen für den Weltfrieden bezeichnet. Beide Konflikte könnten in den Nachbarregionen den Wunsch nach atomarer Nachrüstung wecken, sagte Steinmeier in einem Interview des Magazins 'Stern'. Hinsichtlich Nordkorea äußerte er die Hoffnung, dass es einen Weg zurück zu den Sechs-Parteien-Gesprächen gibt. Er kenne keinen, der den Konflikt mit dem kommunistischen Staat militärisch lösen wolle, so der SPD-Politiker weiter.

COLOMBO: Mutmaßliche tamilische Rebellen haben im Süden Sri Lankas einen Anschlag auf einen Marine-Stützpunkt verübt. Mehrere Angreifer drangen mit Booten in die Basis in Galle ein. Anschließend zündeten sie Sprengsätze und lieferten sich Gefechte mit Soldaten. Ein Militärsprecher sagte, alle Attentäter und zwei Matrosen seien getötet worden. Fast 30 Menschen wurden verletzt. Nach dem Anschlag griffen aufgebrachte Singhalesen Geschäfte der tamilischen Minderheit in Galle an. Die Behörden verhängten eine Ausgangssperre. Galle, 120 Kilometer südlich der Hauptstadt Colombo, ist auch ein beliebter Ferienort. Am Montag waren bei einem Selbstmordanschlag tamilischer Rebellen auf einen Bus-Konvoi der Marine im Norden Sri Lankas mehr als 100 Menschen getötet worden.

RAMALLAH: Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas hat nach den gescheiterten Verhandlungen mit der Hamas über eine nationale Einheitsregierung noch einmal für ein Kabinett von Experten und unabhängigen Politikern geworben. Vor der Presse in Ramallah im Westjordanland kündigte Abbas einen baldigen Beschluss an. Eine "Technokraten-Regierung" sei zumindest vorübergehend die
"einfachste und praktikabelste Lösung", bis man zu einer Einigung über eine breitere Koalition komme. Streitpunkt zwischen der Fatah von Abbas und der radikalislamischen Hamas war vor allem die Haltung zu einer Anerkennung Israels. Von Hamas-Sprechern hieß es in ersten Reaktionen, eine Experten-Regierung werde die anstehenden Fragen
kaum lösen können.

NEW YORK: Das Tauziehen zwischen Guatemala und Venezuela um einen nichtständigen Sitz im Weltsicherheitsrat hält an. Nach dem 22. Wahlgang in der Vollversammlung der 192 UN-Mitgliedstaaten unterbrach der Ratsvorsitzende Haya Rashed El Khalifa die Serie der Kampfabstimmungen und vertagte sie auf Donnerstag. Das von den USA unterstützte Guatemala kam zuletzt auf 102 Stimmen, verfehlte aber die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit. Auf Venezuela entfielen 77 Stimmen.

BERLIN: Städte und Gemeinden fordern vom Bund mehr Geld für die Unterkunftskosten von Hartz-IV-Empfängern. Andernfalls seien die Leistungen für Kinder und Jugendliche gefährdet, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, der 'Neuen Osnabrücker Zeitung'. Es sei ein Widerspruch, wenn die Bundesregierung von den Kommunen mehr Hilfen für bedrohte Kinder fordere, zugleich aber den Zuschuss zu den Unterkunftskosten für Hartz-IV-Empfänger auf 2,2 Milliarden Euro reduzieren wolle. Ursprünglich zugesagt habe Berlin 2,5 Milliarden Euro, so Landsberg. Sollte es bei dem geringeren Zuschuss bleiben, müssten die Kommunen Personal abbauen. Laut Landsberg leben mehr als 170.000 Kinder außerhalb des Elternhauses, meist bei Pflegeeltern oder in Heimen. Dafür brächten die Kommunen jährlich rund vier Milliarden Euro auf.

ZUM FUSSBALL: Auch auf der großen Champions-League-Bühne findet der Bundesligist Hamburger SV keinen Weg aus der Krise. Die Mannschaft verlor mit 1:4 beim portugiesischen Club FC Porto. Nach der dritten Niederlage ist damit der Achtelfinal-Einzug in weite Ferne gerückt.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Nordwesten bewölkt und etwas Regen. Sonst nach Auflösung von Frühnebel meist heiter. Die Höchstwerte liegen zwischen 14 und 20 Grad.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg: 7 Grad, wolkig;
Berlin: 4 Grad, leicht bewölkt;
Dresden: 7 Grad, leicht bewölkt;
Köln/Bonn: 11 Grad, stark bewölkt;
Frankfurt am Main: 5 Grad, Nebel und
München: 2 Grad, dunstig.

Audio und Video zum Thema

  • Datum 18.10.2006
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  • Datum 18.10.2006
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